Montag, 28. Mai 2012

Themen


Frankenwarte

Blick über den Südwestteil von Würzburg. Die Sendemasten im Hintergrund gehören zur Frankenwarte.

Die Frankenwarte ist ein Gelände auf dem südwestlich der Würzburger Innenstadt gelegenen Nikolausberg (Höhe 359 m ü. NN). Dort befinden sich mehrere Sendeanlagen, ein Aussichtsturm (errichtet 1894) und die Akademie Frankenwarte.

Senderstandort Frankenwarte

Bei den Sendeanlagen handelt es sich um

  1. einen 1952 errichteten, gegen Erde geerdeten, 111 Meter hohen, abgespannten Stahlfachwerkmast als Selbststrahlender Sendemast für Mittelwelle und als Träger von Sendeantennen für UKW-Hörfunk und TV des Bayerischen Rundfunks und der ARD. Bis 1999 sendete der Mittelwellensender auf der außerhalb des offiziellen Mittelwellenrundfunkbandes befindlichen Frequenz 520 kHz mit einer Leistung von 1 kW zusammen mit dem Sender gleicher Leistung in Hof im Gleichwellenbetrieb. Da auf dieser Frequenz keine anderen Rundfunksender betrieben wurden, konnte dieser Sender sehr gut zum Test der Ausbreitungsbedingungen im Mittelwellenbereich benutzt werden. Allerdings können viele moderne Radios die Frequenz 520 kHz nicht empfangen, weshalb 1999 eine Umstellung der Sendefrequenz auf die reguläre Mittelwellenfrequenz 729 kHz erfolgte. Von 2009 bis 2010 wurde einer neuer Sendemastes errichtet um den alten Mast ersetzten. Er soll die Empfangsqualität verbessern und gleichzeitig die elektromagnetische Verträglichkeit erhöhen. Am 31. Mai 2011 wurde der alte Mast abgebaut. Der neue Eifelturm von Würzburg (siehe unten) steht nun frei.
  2. einen 1961 erbauten, 118 Meter hohen abgespannten Stahlfachwerkmast als Sendemast für Richtfunk, UKW-Hörfunk und TV der Deutschen Telekom AG. Dieser Sendemast dient zur Verbreitung der Radioprogramme privater Programmanbieter und dem DVB-T-Multiplex des ZDF.
  3. einen 85 Meter hohen abgespannten Stahlfachwerkmast der Deutschen Telekom AG. Er wurde 1985 errichtet, da die Aufnahmekapazität des alten Sendemastes schon erschöpft war und weil der Bau eines Sendeturms in Stahlbetonbauweise auf dem Antennen für alle Funkdienste, welche die Deutsche Telekom AG auf der Frankenwarte betreibt, nicht zustande kam.
  4. einen Turm für den Mobilfunk in Fertigbetonbauweise auf dem Gelände des Bayerischen Rundfunks, der 1993 errichtet wurde und einen vorhandenen kleineren Schleuderbetonmast ersetzte.
  5. einen kleinen freistehenden Stahlturm für Richtfunkantennen für die Zuspielung von Fernsehprogrammen auf dem Areal der Sendeanlage der Deutschen Telekom AG auf der Frankenwarte.

1985 gab es einen Vorstoß von seiten der damaligen Bundespost auf der Frankenwarte einen Sendeturm aus Stahlbeton zu errichten. Das Vorhaben wurde aber wegen zahlreicher Einsprüche nicht realisiert.

Frequenzen und Programme

Analoges Radio (UKW)

Sender des Bayerischen Rundfunks

Frequenz (in MHz) Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP (in kW) Antennendiagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V)
90,9 Bayern 1 BAYERN_1BR_1_UFR D311 D711 (regional) Mainfranken 5 ND H
90,0 Bayern 2 BAYERN_2BR2_NORD D312 D712 (regional) Nordbayern 5 ND H
97,6 Bayern 3 BAYERN_3 D313 5 ND H
89,0 BR-Klassik BR-KLASS D314 5 ND H
105,7 B5 aktuell B_5_AKT_ D315 0,2 D (210°-160°) H

Sender der Media Broadcast

Frequenz (in MHz) Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP (in kW) Antennendiagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V)
100,3 Deutschlandfunk __DLF___ D210 0,1 D (330°-100°) H
101,3 Deutschlandradio Kultur DKULTUR_ D220 0,1 D (330°-100°) H
104,4 Antenne Bayern ANTENNE_ D318 5 ND H
92,1 Klassik Radio KLASSIK_ D75B 0,3 D (340°-320°) H
95,8 egoFM _egoFM__ 1014 0,3 D (330°-300°) H
102,4 Charivari.fm _CHARI__ D41A 0,3 ND H
106,9 106,9 Radio Gong __GONG__ D78C 5 ND H
97,1 derzeit ungenutzt 0,3 ND H

Analoges Radio (MW)

Ausstrahlung erfolgt vom Sender des Bayerischen Rundfunks.

Frequenz(kHz) Programm Regionalisierung EMRP(kW) Sendediagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V)
729 Bayern plus 1 ND V

Digitales Radio (DAB)

Ausstrahlung erfolgt vom Sender des Bayerischen Rundfunks.

DAB wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt.

Block Programme ERP (in kW) Antennendiagrammrund (ND)/ gerichtet (D) Gleichwellennetz (SFN)
11D  BR Bayern  (D__00165) DAB-Block des Bayerischen Rundfunks 10 ND
12D  Bayern (D__00008) DAB-Block der Bayern Digital Radio : 5,75 ND
  • Unterfranken:
Alzenau (Hörstein-Hahnenkamm), Burgsinn, Kreuzberg (Rhön), Miltenberg (Kohlplatte), Pfaffenberg (Aschaffenburg), Würzburg (Frankenwarte)
  • Oberfranken:
Bamberg (Geisberg), Coburg, Hof (Labyrinthberg), Ochsenkopf (Fichtelgebirge)
  • Mittelfranken:
Büttelberg (Burgbernheim/Frankenhöhe), Nürnberg (Fernmeldeturm)
  • Oberpfalz:
Amberg, Dillberg (Neumarkt), Hohe Linie (Regensburg), Hoher Bogen (Furth im Wald)
  • Niederbayern:
Brotjacklriegel (Deggendorf), Deggendorf (Aletsberg), Dingolfing (BMW), Landshut (Altdorf-Gstaudacher Str.), Passau (Dommelstadl-Hainberg), Pfarrkirchen (Postmünster-Hieb)
  • Schwaben:
Augsburg (Haberskirch), Augsburg (Hotelturm), Grünten (Sonthofen), Hühnerberg (Harburg), Lindau (Kinberg-Lötz), Mindelheim (Mittelneufnach), Ulm (Kuhberg) [Baden-Württemberg]
  • Oberbayern:
Gelbelsee (Ingolstadt), Herzogstand (Fahrenbergkopf), Hochberg (Traunstein), Hohenpeißenberg (Weilheim), Ingolstadt (Audi), Ismaning, München (Olympiaturm), Oberammergau, Pfaffenhofen (Ilm), Wendelstein (Bayrischzell)

Digitales Fernsehen (DVB-T)

Sender des Bayerischen Rundfunks

Kanal Frequenz (in MHz) Multiplex Programme im Multiplex ERP (in kW) Antennendiagrammrund (ND)/ gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/ vertikal (V) Modulations- verfahren FEC Guard- intervall Bitrate (in MBit/s) SFN
36 594 BR-Bouquet 1 50 ND V / H 16-QAM 3/4 1/4 13,06 / 13,27 -
45 666 BR-Bouquet 2 Nordbayern 100 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 -

Sender der Media Broadcast

Kanal Frequenz (in MHz) Multiplex Programme im Multiplex ERP (in kW) Antennendiagrammrund (ND)/ gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/ vertikal (V) Modulations- verfahren FEC Guard- intervall Bitrate (in MBit/s) SFN
25 506 ZDFmobil-Bouquet 50 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,47 Würzburg, Rhön, Pfaffenberg

Analoges Fernsehen (NTSC)

Ausstrahlung erfolgt vom Sender der Media Broadcast.

Kanal Frequenz (MHz) Programm ERP(kW) Sendediagrammrund (ND)/ gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/ vertikal (V)
47 679,25 AFN Prime Atlantic 0,5 V

Analoges Fernsehen (PAL)

Vor der Umstellung auf DVB-T wurden weiterhin folgende analoge Fernsehsender ausgestrahlt:

Sender des Bayerischen Rundfunks

Kanal Frequenz (MHz) Programm ERP(kW) Sendediagrammrund (ND)/ gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/ vertikal (V)
10 210,25 Das Erste (BR) 5 ND H

Sender der Media Broadcast

Kanal Frequenz (MHz) Programm ERP(kW) Sendediagrammrund (ND)/ gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/ vertikal (V)
23 487,25 DSF 0,316 D H
25 503,25 ZDF 410 ND H
34 575,25 RTL II 0,3 D H
38 607,25 Sat.1 (Bayern) 0,316 D H
41 631,25 ProSieben 0,316 D H
45 663,25 Bayerisches Fernsehen (Franken) 360 ND H
60 783,25 RTL (Würzburg) 0,3 D H

Neuer Sendemast

Im Juli 2010 ging der neue Sendemast des Bayerischen Rundfunks in Betrieb.[1] Der 110 m hohe freistehenden Stahlgitter-Sendemast wird auf Grund seiner Form im Volksmund auch „kleiner Eiffelturm“ genannt. Er übernimmt die Funktion des 1952 erbauten früheren Sendemastes und verbessert den Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen über terrestrische Antennen (DVB-T). Der alte Mast wurde am 31. Mai 2011 um 14:00 Uhr gesprengt.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Info des BR zum neuen Sendemast
  2. Artikel der Mainpost zur Sprengung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde zuletzt am 15. Mai 2012 um 14:37 Uhr geändert.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Frankenwarte aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

TOP



TOP