Montag, 28. Mai 2012

Themen


Freiwirtschaft

Silvio Gesell (1862–1930), Begründer der Freiwirtschaftslehre

Freiwirtschaft ist ein anarchistisches[1] Wirtschaftsmodell aus dem 20. Jahrhundert, das auf der Kritik der Geldverfassung und der Kritik der Grundrente durch Silvio Gesell beruht. Freiwirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, eine stabile und freiheitliche Marktwirtschaft ohne Monopolrenten durch den Besitz von Geld bzw. Eigentum an Boden oder Handelsrechten zu erreichen, in der zudem Vollbeschäftigung herrscht.

Bodenrente und Geldzins bewirken nach freiwirtschaftlicher Auffassung einen ungerechten und sich ständig verstärkenden Umverteilungsprozess von Vermögen von den Ärmeren zu den Reicheren. Verwirklicht werden soll soziale Gerechtigkeit nicht durch Verbote, sondern einerseits durch die Überführung des Bodens in Gemeinschaftseigentum mit zugleich privater Nutzung gegen Entrichtung ständiger Nutzungsabgaben an die Gemeinschaft, bezeichnet als „Freiland“ sowie Benutzung sogenanntem „Freigelds“.

Ideengeschichte

Silvio Gesell entwickelte seine Theorie zu Beginn des 20. Jahrhunderts und veröffentlichte seine wichtigsten Thesen erstmals im Jahre 1916 in dem Buch „Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“. Die Grundgedanken von Freiland, Zinsfreiheit und Genossenschaftswirtschaft hatte der österreichische Ökonom Theodor Hertzka bereits 1890 in seinem Roman Freiland – ein soziales Zukunftsbild[2] veröffentlicht. Die Ideen des Buches fanden viele Anhänger in Deutschland und Österreich[3] und führten zu Siedlungsprojekten, Vereinen und politischen Strömungen in verschiedenen Ländern.[4][5][6] Die Freiwirtschaftslehre distanziert sich dabei sowohl vom Kapitalismus als auch vom Sozialismus, aber nicht von der Marktwirtschaft. Sie setzt eine Grundstruktur mit sowohl privatem (Produktionsmittel) als auch gemeinschaftlichem Eigentum (Boden) voraus.

Im Jahre 1949 fand in der Schweiz eine Volksinitiative „zur Sicherstellung der Kaufkraft und Vollbeschäftigung (Freigeldinitiative)“ statt. Diese Initiative wurde durch die Volksabstimmung vom 15. April 1951 jedoch mit 87,6 % Nein-Stimmen abgelehnt, und erhielt weniger Ja-Stimmen als Unterschriften zum Einreichen der Volksinitiative gesammelt wurden.[7] Angenommen wurde in der Volksabstimmung hingegen der Gegenentwurf der Bundesversammlung, mit 69,0 % und in 22 (19 6/2) Ständen.[8] Thema der Abstimmung war allerdings nicht die Einführung einer Umlaufsicherung selbst, sondern die teilweise Aufgabe der Golddeckung, um die Währungsstabilität sicherzustellen. Mit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems wurde diese Golddeckung später aufgehoben.

Hauptziel

Historisches FFF-Logo der Freiwirtschaftsbewegung
Physiokratisches Geld mit Entwertungsfeldern

Hauptziel der Freiwirtschaft ist eine stabile, sozial gerechte Marktwirtschaft. In einem freiwirtschaftlich organisierten Wirtschaftssystem sollen Produktion und Konsum über den Markt vermittelt werden (Marktwirtschaft). Private oder Öffentliche Unternehmen tragen das geschäftliche Risiko und erwirtschaften mit dem Kapitaleinsatz eine gewinnabhängige Rendite. Das Geldvermögen ist mit einem Negativzins belegt, wodurch es als „umlaufgesichert“ gilt. Damit soll die Umlaufgeschwindigkeit des Freigelds erhöht werden, wodurch genügend Mittel für Investitionen bereitstünden. Mit dem Freigeld würde sogar ein Absinken des allgemeinen Marktzinsniveaus auf 0 % (oder gar darunter) erlaubt. Gleichzeitig sollen mittels der Freilandreform die gegenleistungslosen Einkommen, die durch Landbesitz entstehen und sich systemisch nicht eliminieren lassen, an die Allgemeinheit abgeführt und vergesellschaftet werden.

Die Reformforderungen der vor allem in den 1920er Jahren im deutschsprachigen Raum großgewordenen Freiwirtschaftsbewegung werden oft mit „F.F.F.“ zusammengefasst: Freigeld, Freiland, Freihandel.

Freigeld (Geldreform)

Hauptforderungen der Geldpolitik sind:

Silvio Gesell forderte die Abschaffung der bis dahin weltweit verbreiteten Golddeckung, weil nur eine begrenzte Menge Gold für den Geldkreislauf zur Verfügung steht, während eine Wirtschaft beinahe unbegrenzt wachsen kann. Goldmangel könnte deflationäre Zustände verursachen, Goldüberschuss könnte destabilisierende Inflation zur Folge haben.

In der freiwirtschaftlichen Theorie ist das grundsätzliche Problem des Geldes das der fehlenden Lagerkosten. Zwei Ansätze gibt es, um dies zu verdeutlichen: Der Gesellsche Ansatz basiert auf der Analyse von Pierre-Joseph Proudhon, welche besagt, dass der Geldbesitzer gegenüber dem Besitzer bzw. Anbieter von Waren, Produkten, Dienstleistungen sowie Arbeitskraft einen entscheidenden Vorteil besitzen würde: Durch das Lagern von Waren, Produkten und Dienstleistungen entstünden laufende Kosten, bei Geld aber nicht. Dadurch würde der Geldbesitzer (die Nachfrage) einen systemischen Vorteil gegenüber dem Angebot erhalten, was dazu führen würde, dass Geld teurer verkauft würde als Waren. Diesen zusätzliche Wert definiert er als den „Urzins“ (geschätzte Höhe: 3–5 %).

Investitionen würden seiner Meinung nach nicht getätigt, läge der allgemeine Marktzins unter drei Prozent. Stattdessen würde es als liquides Mittel gehalten und gemäß Gesell zu Spekulationszwecken verwendet. Aus Perspektive der Anleger entstünde der Anlagenotstand, aus Perspektive der Unternehmer entstünde der Eindruck der Kapitalknappheit. Deflation und Spekulationsblasen wären erfahrungsgemäß die Folgen solcher Situationen.

Als Gegenmittel dazu bietet Gesell die Umlaufsicherung an, welche sicherstellen soll, dass weiterhin das mit negativem Zins belegte Geld investiert würde. Die Umlaufsicherung soll sich deshalb wie eine Steuer auf Liquidität auswirken, um die Umlaufgeschwindigkeit zu steuern. Dadurch soll – nach freiwirtschaftlicher Annahme – Vollbeschäftigung, vergleichbar mit einer permanenten Hochkonjunktur eintreten, wodurch die Löhne stiegen, während gleichzeitig die Preise real fallen würden.

Freiland

Ein weiterer Kritikpunkt der Freiwirtschaft an der bestehenden Verteilung der Produktionsgüter und Mittel ist das private Eigentum am Boden. Es verschafft seinen Eigentümern generell eine Bodenrente, die ihnen als leistungsloses Einkommen zufließt, sowohl bei Selbstnutzung der Grundstücke wie auch beim Verpachten und Vermieten. Nach freiwirtschaftlicher Auffassung soll die Bodenrente nicht in private Verfügung gelangen, sondern der Allgemeinheit zukommen, weil Boden ein Produkt der Natur und kein vom Menschen geschaffenes Gut ist, und der Wert, und damit die Bodenrente, nur durch die Allgemeinheit entsteht.

Durch eine Bodenreform will die Freiwirtschaft öffentliches Eigentum am Boden mit dessen privater Nutzung verbinden. Dazu fordert sie, allen Boden gegen volle Entschädigung seiner bisherigen Eigentümer in öffentliches Eigentum zu überführen, zum Beispiel in Eigentum der Gemeinden. Die bisherigen Eigentümer behalten dabei das Nutzungsrecht an ihren Grundstücken gegen Entrichtung einer regelmäßig wiederkehrenden Nutzungsabgabe an die öffentliche Hand. Boden in bis dahin öffentlichem Eigentum, der nicht ausdrücklich für öffentliche Zwecke gebraucht wird, soll an die Meistbietenden zur Nutzung vergeben werden.

Im Unterschied zum Boden dürfen und sollen darauf befindliche oder künftig zu errichtende Einrichtungen wie Gebäude oder gewerbliche Anlagen weiterhin Privateigentum sein und können privat genutzt werden, weil sie aus menschlicher Arbeit hervorgegangen sind. Die Rechte zum Vermieten oder Verpachten solcher Einrichtungen bleiben nach freiwirtschaftlicher Vorstellung gewährleistet, nicht jedoch das private Verpachten der Bodennutzung.

Wer Boden benötigt und nutzen möchte – sowohl Privatpersonen wie juristische Personen, sowohl bisherige Eigentümer wie neue Nutzer –, soll der zuständigen Bodenverwaltungsbehörde für die Nutzung des Bodens regelmäßig wiederkehrend eine Nutzungsabgabe entrichten, welche in ihrer Höhe ungefähr der Bodenrente entspricht. Die Höhe der Abgabe sollte je nach Begehrtheit des betreffenden Grundstücks bemessen sein und kann zum Beispiel in einer Versteigerung von Nutzungsrechten als Höchstgebot ermittelt werden. Damit wäre die Höhe der Nutzungsabgabe entsprechend marktwirtschaftlichen Prinzipien durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Diese Bodenreform bedingt die Schaffung einer rechtlichen Trennung zwischen Boden und darauf befindlichen Einrichtungen, wogegen das bestehende Recht nicht zwischen Boden und Bauten unterscheidet, sondern beides zusammen als Grundstück bezeichnet und rechtlich als Ganzes behandelt. Mit der neuen Ordnung wären Handel und Spekulation mit Boden nicht mehr möglich, nach wie vor jedoch Kauf und Verkauf der privaten Einrichtungen. Beim Verkauf eines Bauwerks müsste der Käufer vom Verkäufer auch den Bodennutzungsvertrag mit der betreffenden Behörde übernehmen.

Mit der Bodennutzungsabgabe wird die Bodenrente der Allgemeinheit zufließen. Gesell selbst plante, das durch die Vergesellschaftung der Bodenrente gewonnene Geld als Mutterrente, eine Art hohes Kindergeld, an die Mütter zu verteilen, um diese wirtschaftlich unabhängig von Männern zu machen.

Eine Bodenreform nach freiwirtschaftlichem Modell wäre notwendig, um zu verhindern, dass Großgeldbesitzer, deren leistungslose Einkommen aus Zinsen nach der Einführung von Freigeld beschnitten sein würden, auf den Aufkauf von Grundstücken ausweichen. Dadurch würden die Grundstückspreise in unermessliche Höhen klettern und damit auch die Bodenrente in privater Hand, sehr zum Nachteil aller Übrigen, weil jeder Mensch zum Leben und Arbeiten auf Boden angewiesen ist.

Gesell bezieht sich dabei auf die Landreform-Theorie von Henry George. Diese sieht für Land eine Eigentumssteuer in einer Höhe vor, die die Grundrente angemessen neutralisiert. Gesell hält dabei aber Freiland für die systemisch überlegene Lösung.

Freihandel

Ein weiterer Aspekt, der zur Freiwirtschaft gehört, ist der Freihandel. Damit ist die Abschaffung nationaler Wirtschaftsgrenzen gemeint. Da Freihandel von praktisch allen Ökonomen gefordert und befürwortet wird, ist Freihandel der einzige Freiwirtschaftliche Aspekt, der sich soweit global durchzusetzen scheint. Organisationen wie die WTO üben international großen Druck auf Staaten aus, Zoll- und Importbarrieren zu reduzieren und Exportsubventionen abzuschaffen, in der mit der ursprünglichen Freiwirtschaftsbewegung übereinstimmenden Überzeugung, dass intensive Handelsbeziehungen und -Verflechtungen einen langfristigen Frieden zwischen den Ländern der Welt sicherstellen.

Freiwirtschaftlich orientierte Praxisversuche

WÄRA-Anzeige 1931

Zu den ersten Versuchen, die freiwirtschaftkliche Freigeld-Theorie in der Praxis zu erprobten, gehörte das sogenannte WÄRA-Experiment. Es wurde Ende der 1920er Jahre an vielen Orten Deutschlands durchgeführt. Initiiert wurde dieser Versuch von den Gesell-Anhängern Hans Timm und Helmut Rödiger im Jahr 1926.

Hauptartikel: WÄRA

Der Bergwerksingenieur Max Hebecker führte in Zusammenarbeit mit Hans Timm und Helmut Rödiger nach 1929 das Schwanenkirchener Freigeldexperiment durch. In der Folgezeit erlebte die Region um Schwanenkirchen einen in der Öffentlichkeit sehr beachteten wirtschaftlichen Aufschwung.

Über die Grenzen Europas hinaus erlangte das sogenannte Wunder von Wörgl Bekanntheit. Der Wörgler Bürgermeister Michael Unterguggenberger arbeitete im Zusammenhang der Weltwirtschaftskrise 1929 ein Nothilfe-Programm aus, das sich an der Gesellschen Freiwirtschaftslehre orientierte und dazu führte, dass umlaufgesichertes Freigeld als Komplementärwährung für die Region Wörgl ausgegeben wurde.

Auch in den Vereinigten Staaten kam es Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts an vielen Orten zur Durchführung eines freiwirtschaftlichen Geldexperiments[9]. Unter der Bezeichnung stamp scrip[10], gewann das Experiment so sehr an Popularität, dass der Nationalökonom Irving Fisher darüber eine wissenschaftliche Untersuchung veröffentlichte[11].

Als Fortsetzung dieser historischen Freigeldexperimente gilt das sogenannte Regiogeld, das heute an vielen Orten unter unterschiedlichen Bezeichnungen als Komplementärwährung in Umlauf ist.

Hauptartikel: Regiogeld

Organisationen der Freiwirtschaft

Die Freiwirte haben sich zusammengeschlossen unter anderem in

  • Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung (INWO) Deutschland e. V., auch INWO Schweiz und INWO Österreich, mit der Zeitschrift Fairconomy
  • DF Deutscher Freiwirtschaftsbund
  • Humanwirtschaftspartei (Humanwirtschaft); 2001 hervorgegangen aus der Freisozialen Union (FSU); diese wurde 1950 gegründet und war ein Zusammenschluss der Radikal-Sozialen Freiheitspartei (RSF) der Britischen Besatzungszone, der Sozialen Freiheitspartei (SFP) der Amerikanischen Besatzungszone und der Freien Sozialen Partei (FSP) der Französischen Besatzungszone. Ab etwa 1958 nannte sie sich Freisoziale Union, nach 1968 wurde für den Parteinamen die Zusatzbezeichnung Demokratische Mitte beschlossen.[12]
  • Förderverein Natürliche Wirtschaftsordnung e. V. mit der Zeitschrift Humane Wirtschaft
  • Bündnis Zukunft; diese Partei entstand 2001 als freiwirtschaftliche Abspaltung von Bündnis 90/Die Grünen
  • Aktion Dritter Weg/Liberalsoziale innerhalb der Partei Bündnis 90/Die Grünen, vertritt freiwirtschaftliche Ideen und veröffentlicht sie in der Zeitschrift Alternativen
  • Freiwirtschaftlicher Jugendverband e. V.

Folgende private Bildungseinrichtungen versuchen durch Kurse, Tagungen und die Herausgabe von Zeitschriften freiwirtschaftliche Gedanken zu verbreiten:

  • Sozialwissenschaftliche Gesellschaft e. V., Northeim mit der Zeitschrift für Sozialökonomie
  • Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung in Kirn/Nahe
  • Seminar für Freiheitliche Ordnung der Kultur, der Wirtschaft und des Staates e. V. in Bad Boll
  • Archiv für Geld- und Bodenreform in Oldenburg

Unter anderem auch freiwirtschaftliche Positionen vertreten:

  • Christen für gerechte Wirtschaftsordnung e. V. (CGW) (verschiedene Ideenströme: jüdisch-christliche Soziallehre, freiwirtschaftliche und anthroposophische Erkenntnisse, Einsichten moderner Geldtheorie und Umweltökonomie)
  • Verein Equilibrismus (ganzheitlicher Ansatz zur nachhaltigen Lösung der existentiellen globalen Probleme im sozialen, politischen und ökologischen Bereich)

Sammlungen freiwirtschaftlicher Literatur befinden sich unter anderem

Rolle der Freiwirtschaft in den Wirtschaftswissenschaften

Unmittelbar nach Gesell

John Maynard Keynes kam in seinem 1936 erschienenen Hauptwerk Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes (General Theory of Interests, Employment and Money) zu folgender Einschätzung der Gesellschen Lehre: „Ich glaube daran, dass die Welt mehr vom Geiste Gesells lernen wird als vom Geiste Marx’.“[16] Angeregt durch einen Modellversuch in Wörgl plädierte der US-amerikanische Ökonom Irving Fisher dafür, freigeldähnliche „stamped scripts“ in 22[17] Städten und Gemeinden der USA einzuführen.

Bis Anfang des 21. Jahrhunderts

In den gängigen wirtschaftswissenschaftlichen Lehrbüchern und Zeitschriften wurde die Freiwirtschaft selten diskutiert. Jedoch hat Dieter Suhr, von 1975 bis 1990 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Augsburg, in seinen Büchern grundsätzliche verfassungsrechtliche Kritik an der heutigen Geldordnung geübt und wesentliche, sowohl theoretische wie auch praktische Anstöße für eine Weiterentwicklung der Freiwirtschaft gegeben.

Bernd Senf, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin, präsentierte in seinem erstmals 2001 veröffentlichten Buch Die blinden Flecken der Ökonomie die Freiwirtschaftslehre als eine von sieben historisch bedeutsamen Schulen der Volkswirtschaftslehre (neben Physiokratie, klassischer Ökonomie, Marxismus, Neoklassik, Keynesianismus und Monetarismus).

2003 promovierte Roland Wirth bei dem Wirtschaftsethiker Peter Ulrich[18] an der Universität St. Gallen mit einer Dissertation zum Thema Marktwirtschaft ohne Kapitalismus. Eine Neubewertung der Freiwirtschaftslehre aus wirtschaftsethischer Sicht. Nach Rezensionen von Jost W. Kramer[19], Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Wismar, und von Dr. Stephan Märkt[20], Bologna-Berater der HRK an der Leuphana Universität Lüneburg, resümierte der Berliner Professor Hermann Kendel, Wirths Doktorarbeit bringe „die Ideen von Silvio Gesell wieder in die allgemeine Fachdiskussion zurück.“[21]

Gegenwart

Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise 2009 wurde die Idee des umlaufgesicherten Geldes an verschiedenen Stellen erneut aufgegriffen. So verwiesen Gregory Mankiw[22] oder Willem Buiter[23] auf Silvio Gesell.

Kritik an der Freiwirtschaft

Liberale Kritik an der Freiwirtschaft

Die liberale Gesellschaftsordnung beruht größtenteils auf dem Eigentumsrecht. Durch die Geldumlaufsicherungsgebühr werde das Verfügungsrecht des Geldbesitzers, das nach liberaler Auffassung auch das Recht auf Geldhortung umfasst, eingeschränkt. Der Zins entspricht nach neoklassischer Auffassung (Eugen von Böhm-Bawerk) der Zeitpräferenzrate des Geldbesitzers und somit auch den menschlichen Bedürfnissen. Auch die Zinskosten entsprechen nach neoklassischer Auffassung den gesellschaftlichen Präferenzen. Jeder Konsument habe die freie Wahl zwischen Zahlung der Zinskosten oder Konsumverzicht. Im heutigen Kreditgeldsystem hat eine Hortung von Noten zudem wahrscheinlich keinen nennenswerten Einfluss mehr auf das kurz- wie langfristige Zinsniveau. In der spezifisch deutschen Situation ist es nach liberaler Auffassung zudem fraglich, ob eine Geldumlaufsicherungsgebühr und eine „Bodenwertsteuer“ mit dem im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantierten Gleichbehandlungsgrundsatz im steuerrechtlichen Sinne vereinbar sind.

Ökonomische Kritik an der Freiwirtschaft

Die Umlaufsicherungsgebühr für Bargeld bildet die Kernidee der freiwirtschaftlichen Geldreform. Befürworter und Gegner sind sich einig, dass der regelmäßige gebührenpflichtige Geldumtausch hohe Verwaltungskosten verursacht.[24] Befürworter hoffen, dass der volkswirtschaftliche Wohlfahrtsgewinn durch höhere Beschäftigung die Verwaltungskosten bei weitem überwiegt. Kritiker bezweifeln die Umsetzbarkeit der Freiwirtschaftstheorie und demonstrieren vor allem Zweifel an der Durchführung von umlaufgesichertem Geld.

Substitution durch andere Währungen

Kritisiert wird unter anderem die freiwirtschaftliche Prämisse, dass Geld durch die Umlaufsicherung auf den Konsum- oder Kreditmarkt gedrängt würde. Das umlaufgesicherte Geld würde von den Bürgern stattdessen durch Devisen, Edelmetalle oder Wertpapiere substituiert, welche keinem Wertverfall unterliegen[25].

Im Ausweichen auf alternative Zahlungsmittel erkennen die Freiwirtschafter kein Problem, da der Anreiz, die mit Hortungsgebühr belasteten Mittel auszugeben, größer ist als der Anreiz, stabile, klassische Währungen auszugeben: Schlechtes Geld verdrängt gutes. Siehe auch: Greshamsches Gesetz, das besagt, dass der Markt auch bei stabilen Alternativen nur noch mit Freigeld bedient wird.

Das Ausweichen in Edelmetalle unterliegt denselben Regeln wie das Ausweichen auf andere Währungen, und die Investition in wertstabile Wertpapiere ist überhaupt die Absicht der Umlaufsicherung.

Fehlende experimentelle Überprüfung

Kritiker bemängeln eine fehlende, weitere experimentelle Überprüfung der Aussagen der Freiwirtschaft, insbesondere des Effekts der Umlaufsicherung. Die positiv beschriebenen Effekte des Wörgler Experiment lassen sich auch mit anderen Mechanismen erklären, etwa mit der Erwartungshaltung der Beteiligten. So wurden diese Effekte zum Teil auch bei Regiogeld-Versuchen beobachtet, die ohne Umlaufsicherungsgebühr auskamen, also keinen freiwirtschaftlichen Ansatz hatten.

Inflation

Laut der Quantitätsgleichung M  \cdot V = P \cdot Y würde eine Umlaufsicherung lediglich die Umlaufgeschwindigkeit V erhöhen. Dies hätte jedoch lediglich denselben Effekt wie die Erhöhung der Geldmenge M: Das Preisniveau P würde sich proportional zur Umlaufgeschwindigkeit erhöhen, was sich in der Wirkung als vorübergehende, aber dramatische Inflation vorhersehen lässt. Nicht berücksichtigt wird allerdings, dass man eine Währung nur teilweise auf Freigeld umstellen kann und dass das Handelsvolumen Y durch die erhöhte Güternachfrage in der Freiwirtschaft auch steigt.

Marxistische Kritik an der Freiwirtschaft

Für Marxisten ist die Freiwirtschaftslehre zwar ebenso wie der Marxismus eine Kritik des Kapitalismus, doch lehnen sie diese Theorie mehrheitlich ab, weil sie sich vornehmlich gegen den Finanzkapitalismus richte, den Produktionskapitalismus als Leistungsträger der Makroökonomie aber weitgehend anerkenne. Die Freiwirtschaftslehre gilt bei Marxisten als reaktionäre Bewegung, weil sie durch ein höheres Arbeitsvolumen – Reduzierung der Arbeitslosigkeit bzw. Schaffung neuer Arbeitsplätze – die Ausbeutung der Arbeiterklasse vorantreibe und den Mehrwert der herrschenden Klasse, den Kapitaleignern, vergrößere.

Wie auch bei globalisierungskritischen Organisationen (etwa attac) wird kritisiert, dass die Freiwirtschaftslehre nicht etwa die grundlegende kapitalistische Produktionsweise abschaffen will, sondern lediglich einzelne Bereiche (Zinsen). Marxisten verweisen auf die Klassengegensätze (Arbeiter – Kapitaleigner) und die kapitalistischen Produktionsweise als solche, die grundsätzlich Elend produziere.

Des Weiteren lehnen Marxisten die Marktwirtschaft, wie die Freiwirtschaft sie befürwortet, als sozialdarwinistisches Konzept ab.[26]

Bekannte Anhänger und Sympathisanten der Freiwirtschaftslehre

  • Tristan Abromeit (* 1934), Mitbegründer der Partei Die Grünen
  • Christian Anders (* 1945), Schlagersänger und Komponist
  • Hermann Benjes (1937–2007), deutscher Landschaftsgärtner und Schriftsteller
  • Wolfgang Berger (* 1941), deutscher Ökonom und Philosoph
  • Hans Bernoulli (1876–1959), Architekt und Mitbegründer des schweizerischen Freiwirtschaftsbundes
  • Albert Einstein (1879–1955), theoretischer Physiker, Freund und Befürworter Gesells[27]
  • Georg Blumenthal (1872–1929), Gründer der Physiokratischen Bewegung und Herausgeber Gesellscher Schriften
  • Helmut Creutz (* 1923), Publizist, Wirtschaftsanalytiker, Architekt und freiwirtschaftlich bekannter Buchautor
  • Theophil Christen (1873–1920), schweizerischer Mathematiker, Arzt und Ökonom
  • Eugen Drewermann (* 1940), deutscher Theologe und Psychoanalytiker[28]
  • Willi Eberlein (1904–1986), Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft 1949–1953 (RSF)
  • Michael Ende (1929–1995), deutscher Schriftsteller[29]
  • Rolf Engert (1889–1962), Schriftsteller, Dramatiker und Verleger; Anhänger Max Stirners
  • Irving Fisher (1867–1947), US-amerikanischer Ökonom
  • Roland Geitmann (* 1941), von 1983 bis 2006 Professor für Öffentliches Recht an der Fachhochschule Kehl
  • Eckhard Grimmel (* 1941), Professor für Geographie an der Universität Hamburg, Mitbegründer des Deutschen Freiwirtschaftsbundes
  • Max Hebecker (1882–1948), Bergbauingenieur und Initiator des Wära-Experiments Schwanenkirchen
  • Johannes Heinrichs (* 1942), deutscher Sozialphilosoph, war Lehrstuhlnachfolger von Rudolf Bahro an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Theodor Hertzka (1845–1924), österreichisch-ungarischer Nationalökonom, Schriftsteller und Journalist
  • Joseph Huber, (* 1948), deutscher Soziologe (Martin-Luther-Universität in Halle)
  • Peter Kafka (1933–2000), deutscher Astrophysiker und Atomkraftkritiker, zahlreiche kapitalismuskritische Vorträge und Publikationen[30]
  • Margrit Kennedy (* 1939), deutsche Architektin, Professorin 1991 bis 2002 an der Universität Hannover
  • Hermann Kendel (* 1936) Architekt, em. Prof. für Entwerfen an der HTW Dresden
  • Hans Langelütke (1892–1972), Wirtschaftswissenschaftler, 1955 bis 1965 Präsident des ifo Institut für Wirtschaftsforschung
  • Bernard Lietaer (* 1942), belgisch-amerikanischer Professor für Wirtschaft und Psychologie
  • Gustav Lilienthal (1849–1933), Baumeister und Sozialreformer, jüngerer Bruder von Otto Lilienthal
  • Dirk Löhr (* 1964), Steuerberater und Professor für Ökologische Ökonomie und Steuerlehre an FH Trier[31]
  • Erich Mäder (1897–1934), SPD-Abgeordneter des Thüringer Landtages
  • Max Mutzke (* 1981), ein deutscher Sänger, Songwriter und Musiker[32]
  • Heinz Nixdorf (1925–1986), deutscher Unternehmer, Gründer der Nixdorf Computer AG[33]
  • Hermann Oberth (1894–1989), deutscher Physiker und Raketenpionier[34]
  • Franz Oppenheimer (1864–1943), deutscher Arzt, Soziologe und Nationalökonom[3]
  • Georg Otto (* 1928), Mitbegründer der Partei Die Grünen
  • Ezra Pound (1885–1972), amerikanischer Dichter, bewundernde Erwähnung des Wörgler Freigeldexperiments und der Person Michael Unterguggenberger in den Pisaner Gesängen (Canto LXXVIII)[35]
  • Elimar Rosenbohm (1916–1997), Volkswirtschaftler, Mitherausgeber der Zeitschrift für Sozialökonomie (ZfSÖ)
  • Fritz Schwarz (1887–1958), Schweizer Lebensreformer, Autor und Politiker
  • Bernd Senf (* 1944), Professor für Volkswirtschaftslehre
  • Dieter Suhr (1939–1990), Jurist und Professor für öffentliches Recht
  • Hans Konrad Sonderegger (1891–1944), Schweizer Theologe, Rechtsanwalt und Nationalrat
  • Hans Trimborn (1891–1979), Maler und Musiker
  • Johannes Ude (1874–1965), katholischer Priester und Theologieprofessor, Anhänger der Freiwirtschaftslehre und Verfolgter des Naziregimes
  • Michael Unterguggenberger (1884–1936), ehemaliger Bürgermeister von Wörgl, Initiator des dortigen Freigeldexperimentes
  • Werner Zimmermann (1893–1982), Lebensreformer, Buchautor und Mitbegründer des Schweizer WIR Wirtschaftsringes (inzwischen WIR Bank)

Siehe auch

Literatur

  • Silvio Gesell: Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld. 4. Auflage (1920), vom Autor letztmals selbst überarbeitete Auflage – Neue Ausgabe 2007 – Gauke, Kiel – ISBN 978-3-87998-421-3.
  • Gebhardt Ottacher: Der Welt ein Zeichen geben – Das Freigeldexperiment von Wörgl 1932/33 – Gauke, Kiel 2007, ISBN 978-3-87998-450-3
  • Günter Bartsch: Die NWO-Bewegung Silvio Gesells – Geschichtlicher Grundriß 1891-1992/93. Gauke, Lütjenburg, jetzt Kiel 1994, ISBN 3-87998-481-6
  • Wolfgang Broer: Schwundgeld. Michael Unterguggenberger und das Wörgler Währungsexperiment 1932/33. Studienverlag Wien, Innsbruck, Bozen 2007, ISBN 3-7065-4472-5. Das Buch basiert auf 2500 Seiten bisher unbekannter Dokumente inklusive der Korrespondenz des Wörgler Bürgermeisters und enthält Details zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der 30er Jahre in Österreich.
  • Helmut Creutz: Das Geld-Syndrom – Wege zu einer krisenfreien Wirtschaftsordnung. Mainz, Aachen 2004, ISBN 3-928493-46-9.
  • Helmut Creutz: Die 29 Irrtümer rund ums Geld. SIGNUM Wirtschaftsverlag, Juli 2004, ISBN 3-85436-362-1.
  • Knulp Goeke: Die verteilungspolitische Problematik der Freiwirtschaftslehre. Köln 1961.
  • Johannes Heinrichs: Sprung aus dem Teufelskreis. Sozialethische Wirtschaftstheorie Bd. I, München 2005, ISBN 978-954-449-200-7
  • Theodor Hertzka: Freiland. Ein soziales Zukunftsbild. Leipzig 1890 Zusammenfassung und Auszüge, Englische Ausgabe von 1891 im Projekt Gutenberg
  • Joseph Huber: Vollgeld. Beschäftigung, Grundeinkommen und weniger Staatsquote durch eine modernisierte Geldordnung, Duncker & Humblot, Berlin 1998, ISBN 3-428-09526-X.
  • Margrit Kennedy: Geld ohne Zinsen und Inflation. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-12341-0.
  • Bernhard A. Lietaer: Das Geld der Zukunft. Riemann, München 2002, ISBN 3-87998-435-2.
  • Norbert Rost: Experimentelle Überprüfung der Aussagen der Freiwirtschaftstheorie. Diplomarbeit, 2003 (vollständiger Text als pdf)
  • Fritz Schwarz: Segen und Fluch des Geldes in der Geschichte der Völker Bd.1 und 2, 1925 (2. Auflage, Bern, 1931, Verlag Pestalozzi-Fellenberg)
  • Fritz Schwarz: Das Experiment von Wörgl. Synergia, Darmstadt 2006, ISBN 978-3-9810894-5-5 (überarb. Neuauflage, Original: Bern 1951).
  • Fritz Schwarz: Vorwärts zur festen Kaufkraft des Geldes und zur zinsbefreiten Wirtschaft. Synergia, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-940392-01-5 (überarb. Neuauflage)
  • Fritz Schwarz: Der Christ und das Geld Synergia, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-940392-00-8 (überarb. Neuauflage)
  • Bernd Senf: Der Nebel um das Geld. Zinsproblematik – Währungssysteme – Wirtschaftskrisen. Ein AufklArungsbuch [sic!]. 9. Auflage, Gauke, Kiel 2007, ISBN 978-3-87998-456-5.
  • Bernd Senf: Die blinden Flecken der Ökonomie – Wirtschaftstheorie in der Krise. Gauke, Kiel 2007 (zuerst München 2001), ISBN 978-3-87998-452-7
  • Dieter Suhr: Geld ohne Mehrwert – Entlastung der Marktwirtschaft von monetären Transaktionskosten. Fritz Knapp Verlag, Frankfurt/Main 1983, ISBN 3-7819-0302-8.
  • Dieter Suhr: Optimale Liquidität – Eine liquiditätstheoretische Analyse und ein kreditwirtschaftliches Wettbewerbskonzept. (Zusammen mit Hugo Godschalk). Fritz Knapp Verlag, Frankfurt/Main 1986, ISBN 3-7819-0349-4.
  • Otto Valentin: Überwindung des Totalitarismus. Hugo Mayer Verlag, Dornbirn 1952.
  • Hans-Joachim Werner: Geschichte der Freiwirtschaftsbewegung. 100 Jahre Kampf für eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus. Waxmann, Münster 1990, ISBN 3-89325-022-0.
  • Hans Weitkamp: Das Hochmittelalter – ein Geschenk des Geldwesens. HMZ-Verlag, Hilterfingen 1985.
  • Roland Wirth: Marktwirtschaft ohne Kapitalismus. Eine Neubewertung der Freiwirtschaftslehre aus wirtschaftsethischer Sicht. Dissertation. St. Galler Beiträge zur Wirtschaftsethik 34, St. Gallen 2003, ISBN 3-258-06683-3.
  • Werner Zimmermann: Geld und Boden – Schicksalsfragen aller Völker. Blume, Bern 1966.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zum Verhältnis von Freiwirtschaft und Anarchismus siehe Gerhard Senft: Weder Kapitalismus noch Kommunismus. Silvio Gesell und das libertäre Modell der Freiwirtschaf; in: Archiv für Sozial- und Kulturgeschichte (hrsgg. von Jochen Schmück), Band 3, Berlin, 1990, S. 178-185; Günter Bartsch: Stirners Anti-Philosophie & Die revolutionären Fisiokraten. Zwei Essays, Berlin 1992
  2. Theodor Hertzka: Freiland – ein soziales Zukunftsbild. Leipzig 1890 Zusammenfassung und Auszüge
  3. ab Franz Oppenheimer:Mein wissenschaftlicher Weg. In: Felix Meiner (Hrsg.):Die Volkswirtschaftslehre der Gegenwart in Selbstdarstellung. Bd. 2, Leipzig 1929, S. 81 f.
  4. z. B. Siedlungsprojekt "Eden", 1893, späterer Wohnort von Gesell
  5. Theodor Hertzka: "Eine Reise nach Freiland", Leipzig 1893 (Bericht über gescheiterte Freilandexpedition)
  6. 1909: Gründung des Vereins für physiokratische Politik in Berlin, 1913: Erweiterung zur Physiokratischen Vereinigung, 1921: einheitlicher Freiwirtschaftsbund Freiland-Freigeld-Festwährung (FFF), 1924: Spaltung in den Fisokratischen Kampfbund (FKB), den Freiwirtschaftsbund (FWB), 1932: Beteiligung der Freiwirtschaftlichen Partei bei Reichstagswahlen (erfolglos), 1933: Selbstauflösungen und Verbot freiwirtschaftlicher Vereine, 1938: Rückzug in die Freiwirtschaftsvereine der Schweiz und Österreichs (Quelle:Deutsches Historisches Museum)
  7. http://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vi59t.html
  8. Volksabstimmung vom 15. April 1951, auf Web der Schweizerischen Eidgenossenschaft www.admin.ch
  9. Wolfgang Broer: Schwundgeld: Bürgermeister Michael Unterguggenberger und das Wörgler Währungsexperiment 1932/33, 2007, S. 323, ISBN 3706544725, 9783706544726
  10. Zeitschrift The Economist v. 22. Januar 2009; eingesehen am 25. Januar 2009
  11. Irving Fisher: Stamp Scrip, New York 1933
  12. Geschichte der Humanwirtschaftspartei Teil 1 Kapitel A (PDF)
  13. Internetauftritt der Bibliothek der Freien: Freiwirtschaft; eingesehen am 12. April 2012
  14. [ http://www.presse.uni-oldenburg.de/mit/2007/405.html Internetauftritt der CvO-Universität Oldenburg / Pressemitteilung vom 5. November 2007: Vorstellung der neuen Sondersammlung „Archiv für Geld- und Bodenreform“]; eingesehen am 12. April 2012
  15. Internetauftritt des Unterguggenberger Instituts: Wir über uns; eingesehen am 12. April 2012
  16. „I believe that the future will learn more from the spirit of Gesell than from that of Marx.“ In: Keynes, General Theory, Chapter 23 (Notes on Mercantilism, The Usury Laws, Stamped Money and Theories of Under-consumption) – VI
  17. Wolfgang Broer: „Das Experiment von Wörgl“, Wiener Zeitung, 21. September 2007
  18. Jörg Gude: „Die wissenschaftliche Anerkennung der Freiwirtschaftslehre“. Besprechung zu Roland Wirth, Marktwirtschaft ohne Kapitalismus. Eine Neubewertung der Freiwirtschaftslehre aus wirtschaftsethischer Sicht
  19. Jost W. Kramer, Rezension zu: Roland Wirth, Marktwirtschaft ohne Kapitalismus. Eine Neubewertung der Freiwirtschaftslehre aus wirtschaftsethischer Sicht, 15. Juni 2004
  20. Stephan Märkt: „Marktwirtschaft und Freiwirtschaftslehre“. Rezension zu Wirth, Roland (2003): Marktwirtschaft ohne Kapitalismus. Eine Neubewertung der Freiwirtschaftslehre aus wirtschaftsethischer Sicht, zfwu (= Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik) Band 6, Nr. 2, 2005, S. 237–240
  21. Hermann Kendel, Rezension zu Marktwirtschaft ohne Kapitalismus. Eine Neubewertung der Freiwirtschaftslehre aus wirtschaftsethischer Sicht, Zeit-Fragen, Nr. 3, 22. Januar 2007
  22. It May Be Time for the Fed to Go Negative, The New York Times, 18. April 2009.
  23. It is time for the monetary authorities to jump into the liquidity trap, Financial Times, 2. Dezember 2008.
  24. Willem H. Buiter und Nikolaos Panigirtzoglou: Liquidity Traps: How to Avoid Them and How to Escape Them. NBER Working Paper No. 7245.
  25. Lars Ljungqvist und Thomas Sargent: Recursive macroeconomic theory. S. 545
  26. Elmar Altvater, „Eine andere Welt mit welchem Geld?“
  27. Udo Ernst Simonis: Die Rousseau-Frage, ökologisch definiert: hat der Fortschritt der Wissenschaften und Künste dazu beigetragen, die Umwelt zu schützen und zu bewahren?, 2002, S. 52
  28. Publikationen in freiwirtschaftlichen Zeitungen wie Humanwirtschaft und Humonde sowie Vortrag auf dem INWO-Perspektivenkongress 1999. Plädoyer für eine freiwirtschaftliche Geldreform auch in eigenständigen Publikationen: „Geld könnte ein neutrales Zahlungsmittel nur sein, wenn man auf die Ausnutzung seines ‚Joker-Vorteils‘ verzichten würde, und zwar nicht nur auf der Ebene der individuellen Praxis, sondern in der objektiv vorgegebenen Form der Geldwirtschaft selbst. […] Statt das Geld mit dem Mittel des Zinses aus der Reserve zu holen, müsste man ihm umgekehrt ‚Beine machen‘: statt den Geldbesitzer förmlich dafür zu belohnen, dass er sein Geld wie seinen Privatbesitz zurückhält, um damit gegebenenfalls auf dem Geldmarkt zur Vermehrung seines privaten Besitzes spekulative Geschäfte zu treiben, könnte eine Liquiditätsabgabe oder ‚Nutzungsgebühr‘ den Zins als Umlaufsicherung ersetzen.“ In: Eugen Drewermann, Jesus von Nazareth – Befreier zum Frieden, Band 2: Glauben in Freiheit, Zürich; Düsseldorf: Walter, 1996, S. 474ff., ISBN 3-530-16897-1
  29. Michael Ende und Joseph Beuys, Kunst und Politik – ein Gespräch, Wangen: FIU, 1989, S. 35–44, ISBN 3-928780-48-4. In einem Brief an Anselm Rapp vom 20. Februar 1991 unterstrich Michael Ende mit Hinweis auf dieses Buch, „dass in der Geldfrage das wohl entscheidendste Problem für jede Industriegesellschaft liegt und dass die Dinge einen schlimmen Verlauf nehmen werden, wenn dieses Problem nicht gelöst wird. Ich bemühe mich deshalb seit einigen Jahren, so etwas wie es der »Club of Rome« für die ökologischen Fragen war, für die Geldwirtschaft zu initiieren.“
  30. „Die Organisationsmuster der globalen Beschleunigungskrise sind ganz eng verknüpft mit der Idee, es gebe ein Naturrecht auf Einkommen aus Eigentum. Einkommen aus Eigentum – zum Erwerb von noch mehr Eigentum. Diese uralte Grundidee der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist nicht weiter lebensfähig!“ (S. 157), namentliche Erwähnung von Silvio Gesell (S. 167) und: „Wir müssen eine Reduktionsstrategie für das Einkommen aus Eigentum entwickeln. Dazu wird vor allem die Beschränkung des Eigentums an den knappen Lebensgrundlagen Land und Geld gehören, also ein neues Bodenrecht und die Beseitigung des Zinses durch Einführung von »alterndem Geld«.“ (S. 174). In: Peter Kafka: Gegen den Untergang. Schöpfungsprinzip und globale Beschleunigungskrise. München; Wien: Hanser, 1994, ISBN 3-446-17834-1 (insb. Kapitel VIII: Die Befreiung der Marktwirtschaft vom Kapitalismus)
  31. Eintrag bei www.meinprof.de; eingesehen am 12. Februar 2009
  32. http://www.anselm-koenig.de/ueberleben-cd.htm
  33. „Besonders das Postulat Gesells, Geld nicht als Wertaufbewahrungsmittel und persönliches Eigentum zu betrachten, sondern als Verpflichtung, Arbeitsplätze zu schaffen und Leute in Lohn und Brot zu bringen, muß auf Nixdorf einen tiefen Eindruck gemacht haben.“ In: Nina Grunenberg, „Der knorrige Patriarch der Elektronik“, Die Zeit, Nr. 33, 10. August 1984. „Die Ratlosigkeit der Politiker von heute macht die Arbeiten von Silvio Gesell immer moderner.“ In: Heinz Nixdorf, Brief an Tristan Abromeit, 12. Juni 1985 (http://www.tristan-abromeit.de/pdf/ZEIT Anhang II Nixdorf.pdf)
  34. Hermann Oberth: Wählerfibel für ein Weltparlament. Dr. Roth-Oberth, Feucht 1983. (Auszug)
  35. brand eins: Der Geldzauberer. 9/2003
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