Die Fridolinsvita ist eine Lebensbeschreibung über den irischen Glaubensboten Fridolin von Säckingen, die im 10. Jahrhundert von einem Mönch namens Balther im Kloster Säckingen niedergeschrieben wurde.
Als Grundlage für die Arbeit Balthers soll dem Autor eine Handschrift mit der Lebensbeschreibung des heiligen Fridolins gedient haben, welche er auf seiner Wanderschaft durch Frankreich im ebenfalls von Fridolin gegründeten Kloster Helera (heute Ediger-Eller an der Mosel) entdeckt hatte. Eine derartige Lebensbeschreibung soll auch in Säckingen existiert haben, jedoch zur Zeit der Ungarneinfälle verloren gegangen sein. Da Balther, der Überlieferung nach, keine Möglichkeit zur Abschrift hatte, soll Balther diese auswendig gelernt und später in Säckingen neu verfasst haben.
Die Fridolinsvita von Balther beabsichtigt nicht die historische Fixierung des Fridolinslebens, sondern stellt nach Oeschger vielmehr „eine Schilderung eines heiligmäßigen Vorbilds im Sinne der Erbauung und des Exempels“ dar.[1]
Das Original der Fridolinsvita ist nicht mehr vorhanden. Dennoch wurden bereits im frühen Mittelalter Abschriften davon angefertigt, von denen sich sieben Exemplare bis heute erhalten haben.
Die älteste dieser Abschriften ist unter dem Karlsruher Codex HS 429 bekannt. Auch im Züricher Stadtarchiv befindet sich heute eine Abschrift, die in Auszügen von der Fridolinsvita herleitet und wohl in der Zeit zwischen dem 11. oder 12. Jahrhundert angefertigt wurde.[2] Eine deutsche Abschrift, angefertigt von Johannes Gerster 1431/32 (541 Seiten), befindet sich in der Stiftsbibliothek des Klosters St. Gallen (Codex 598).
Noch vor den Drucken der Fridolinsvita in latainischer Sprache gegen Ende des 15. Jahrhunderts, wurden 1480 auf Basis der deutschen Übersetzung des Johannes Gerster Drucke vom Ulmer Drucker Johann Zainer angefertigt, von denen sich drei Exemplare in Karlsruhe, St. Gallen und in der Stadtbibliothek Bern erhalten haben.[3]
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