Die Front de Libération Nationale (FLN; deutsch Nationale Befreiungsfront; arabisch جبهة التحرير الوطني, DMG ǧabhat at-taḥrīr al-waṭanī) ist eine algerische Partei, die aus einer früheren Befreiungsbewegung heraus entstanden ist.
Die FLN wurde im März 1954 von Ahmed Ben Bella in Kairo gegründet um die Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich zu erreichen. Im November 1954 begann mit dem bewaffneten Kampf der FLN und ihrer Armee ALN (Armee de Liberation Nationale) der Algerienkrieg. In diesem konnte die FLN 1962 nicht nur die Unabhängigkeit Algeriens erreichen, sondern auch konkurrierende Unabhängigkeitsbewegungen ausschalten. Schon 1958 hatte die FLN in Tunis eine provisorische Regierung gebildet.
Nach der Unabhängigkeit entwickelte sich die FLN unter Ahmed Ben Bella zu einer sozialistisch ausgerichteten Einheitspartei. Doch schon unter Houari Boumedienne (1965–1978) wurde versucht, Sozialismus und Islam in der Politik zu berücksichtigen. Nachdem es in den 1980er Jahren wegen der schlechten Wirtschaftslage zu Protesten kam, musste Chadli Bendjedid (1978–1992) einer neuen Verfassung zustimmen und ein Mehrparteiensystem einführen. Bei den ersten freien Wahlen 1991 erlitt die FLN im ersten Wahldurchgang eine schwere Niederlage. Der Sieg der Islamisten (FIS) wurde durch einen Staatsstreich der Militärs verhindert, der den algerischen Bürgerkrieg auslöste. Auch 1997 wurde die FLN nur drittstärkste Kraft in der Nationalen Volksversammlung.
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