Die Oberliga Baden-Württemberg ist eine Liga auf der Ebene der Fußball-Oberligen, der fünfthöchsten Spielklassenebene im deutschen Fußball (Stand: Saison 2011/12). Sie wurde mit Beginn der Saison 1978/79 als Zusammenschluss der besten Mannschaften aus den Verbänden Nordbaden, Südbaden und Württemberg gegründet. Anders als für die Oberliga Südwest, die sich ebenfalls über drei Verbände erstreckt, wurde für die Oberliga Baden-Württemberg kein Dachverband gegründet. Die Liga wird vom Württembergischen Fußball-Verband, vom Badischen Fußballverband und vom Südbadischen Fußball-Verband gemeinsam direkt verwaltet. Bis zur Einführung der 3. Liga zur Saison 2008/09 war sie die vierthöchste Spielklasse.
Die Oberliga Baden-Württemberg umfasst in der Regel 18 Vereine. Seit der Einführung der Regionalliga zur Saison 1994/95 steigt der Meister der Oberliga direkt in die Regionalliga Süd auf. Zuvor nahm der Oberligameister an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teil.
Die drei Letztplatzierten steigen in die Verbandsliga Baden, Verbandsliga Südbaden oder Verbandsliga Württemberg ab. Für jeden Absteiger aus der Regionalliga in die Oberliga Baden-Württemberg steigt ein weiterer Oberligist in die Verbandsligen ab, wobei auch bei drei oder vier Regionalligaabsteigern nicht mehr als fünf Vereine aus der Oberliga absteigen. In diesem Fall würde die Oberliga ein Jahr lang mit 19 beziehungsweise 20 Vereinen spielen.
Die Meister der Verbandsligen Baden, Südbaden und Württemberg steigen direkt in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Die beiden Tabellenzweiten der beiden badischen Verbandsligen spielen in zwei Aufstiegsspielen gegeneinander, der Sieger dieser Spiele spielt dann gegen den Tabellenzweiten aus der Verbandsliga Württemberg in einem Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger aus. Die Aufstiegsregelung in der Oberliga Baden-Württemberg ist unabhängig von möglichen Absteigern aus der Regionalliga, so dass immer vier Vereine aus den Verbandsligen aufsteigen.
Die Oberliga Baden-Württemberg wurde 1978 gegründet. Zuvor gab es die vier Amateurligen Nordwürttemberg, Schwarzwald-Bodensee, Südbaden und Nordbaden, welche den Unterbau der 2. Bundesliga Süd bildeten. Jedoch hatte sich herausgestellt, dass das Leistungsgefälle zur zweithöchsten Spielklasse zu groß war, zumal die vier Amateurligen nur einen Aufsteiger stellen durften und die beiden ersten Aufsteiger in die zweite Bundesliga, SSV Reutlingen 05 und BSV 07 Schwenningen nach nur einem Jahr wieder abstiegen. Die Amateurligen wurden im Zuge der Einführung der neuen Spielklasse in „Verbandsligen“ umbenannt.
Für die neu gegründete Oberliga qualifizierten sich die jeweils fünf bestplatzierten Mannschaften aus den vier baden-württembergischen Amateurligen.
Die 20 Gründungsmitglieder der Oberliga Baden-Württemberg waren schließlich:
Die erste Oberligaspielzeit wurde im August 1978 angepfiffen. In der ersten Saison spielten 20 Mannschaften um den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd. Am Ende gewann der SSV Ulm 1846 mit vier Punkten vorsprung vor dem SV Göppingen die erste Oberliga-Meisterschaft. Um die Liga auf die vorgesehene Zahl von 18 zu reduzieren, mussten nach dem ersten Jahr gleich sechs Vereine absteigen. Der Zuschauerzuspruch in der Premierensaison lag über den Erwartungen. Mehr als 1500 Besucher kamen durchschnittlich zu jedem Oberligaspiel in die Stadien, eine Zahl die bis heute nicht wieder erreicht wurde.
In der Folgesaison gewannen die Amateure des VfB Stuttgart als Neuling auf anhieb den Titel. Da die Stuttgarter Reserve jedoch aufgrund der bereits in der Bundesliga spielenden Profimannschaft nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen durfte, ging das Aufstiegsrecht auf den Vizemeister VfB Eppingen über. Dem ebenfalls als Aufsteiger in die Saison gestartete VfB Eppingen gelang damit der direkte Durchmarsch aus der Verbandsliga in die 2. Bundesliga. Die VfB Stuttgart Amateure nahmen im Gegenzug anstatt der Mannschaft Eppingens an der deutschen Amateurmeisterschaft teil und wurden durch ein 2:1 im Endspiel gegen den FC Augsburg zum zweiten Mal nach 1963 deutscher Amateurmeister.
Durch die Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga gab es in der Saison 1980/81 keinen Zweitligaaufsteiger. Meister SV Sandhausen hatte somit keine Möglichkeit sich für die 2. Bundesliga zu qualifizieren. In der Folgezeit wurden die beiden für den Süden vorgesehenen Aufstiegsplätze in einer Aufstiegsrunde mit den Meistern der Oberliga Bayern, Hessen und Südwest ermittelt.
Die Oberligasaison 1988/89 war eine der spannendsten der Geschichte. Am Ende der Saison befanden sich der SSV Reutlingen 05 und der 1. FC Pforzheim mit jeweils 50:18 Punkten und einer Tordifferenz von +41 an der Spitze der Tabelle, sodass der Meister aufgrund der damaligen Spielordnung durch ein Entscheidungsspiel bestimmt wurde. Dieses gewann der SSV Reutlingen, der bereits das Hin- und Rückspiel während der regulären Saison für sich entschied, vor 13.000 Zuschauern im Heilbronner Frankenstadion mit 3:1.
In der Folgesaison belegten erneut zwei punktgleiche Mannschaften die ersten beiden Plätze, diesmal hatte jedoch der Meister Karlsruher SC Amateure, in dessen Reihen die späteren Nationalspieler Oliver Kahn und Mehmet Scholl standen, eine um drei Tore bessere Tordifferenz als der Zweitplatzierte SSV Reutlingen. Da die KSC-Amateure nicht aufsteigen durften, nahm der SSV Reutlingen erneut an den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga teil, konnte sich jedoch abermals nicht durchsetzen.
1993 beschloss der DFB die Wiedereinführung der Regionalligen als zwischen 2. Bundesliga und den Oberligen angelegter dritthöchster Spielklasse zur Saison 1994/95. Für Qualifikation zur neugegründeten Liga wurde im Süden eine Dreijahres-Multiplikationswertung zu Grunde gelegt, bei der die Saison 1991/92 einfach, die Serie 1992/93 doppelt und die Spielrunde 1993/94 dreifach zählte und die besten sechs Mannschaften in die Regionalliga einzogen. Da die Stuttgarter Kickers am Ende der Saison 1993/94 aus der 2. Bundesliga abstiegen, konnten schließlich, mit dem Meister SSV Ulm, dem SSV Reutlingen, dem VfR Mannheim, der TSF Ditzingen und der SpVgg 07 Ludwigsburg, nur noch fünf weitere Oberligamannschaften an der ersten Regionalligasaison teilnehmen.
Die Einführung der neuen 3. Liga sowie einer weiteren Regionalligastaffel ab der Saison 2008/09 hatte zur Folge, dass es aus der Oberliga Baden-Württemberg nach der Saison 2007/08 einen vermehrten Aufstieg (SC Freiburg II, SSV Ulm 1846, SV Waldhof Mannheim und 1. FC Heidenheim) in die Regionalliga Süd gab. Zudem erfolgte ein verminderter Abstieg aus der Ober- in die Verbandsliga (TSV Schwieberdingen und SV Linx). Um in der Fußball-Oberliga auch 2008/09 mit 18 Vereinen spielen zu können, sind aus den drei darunter liegenden Verbandsligen Baden, Südbaden und Württemberg insgesamt sechs Teams aufgestiegen. Dies sind zum einen direkt die Meister der Verbandsligen Baden (ASV Durlach) und Südbaden (Offenburger FV), sowie die Erst- und Zweitplatzierten der Verbandsliga Württemberg (TSG Balingen und SpVgg Au/Iller). Die beiden restlichen Aufstiegsplätze spielten die Vizemeister aus Südbaden (Kehler FV) und Baden (Amicitia Viernheim) sowie der Rangdritte von Württemberg (FV Illertissen) aus. Alle drei Teams erzielten in einer einfache Runde, wo jeder Verein ein Heim- und ein Auswärtsspiel spielte, auf drei Punkte. Die bessere Tordifferenz bescherte Illertissen (5:4 Tore) und Kehler FV (5:5) den Aufstieg, während Amicitia Viernheim (3:4) scheiterte.
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Spielorte der Vereine der Fußball-Oberliga 2011/12
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Seit Gründung der Oberliga Baden-Württemberg im Jahr 1978 bis 2012 spielten bislang insgesamt 83 Vereine in der höchsten baden-württembergischen Spielklasse. Der Verein mit der längsten Ligazugehörigkeit ist der SV Sandhausen, welcher der Oberliga 28 Spielzeiten angehörte. Es folgen die SpVgg 07 Ludwigsburg mit 23 und der 1. FC Pforzheim sowie der VfR Mannheim mit je 21 Oberligaspielzeiten.[1]
Neben den langjährigen Oberligamitgliedern prägten die Liga vor allem bekannte Traditionsmannschaften wie die ehemaligen Bundesligisten SV Waldhof Mannheim und SSV Ulm 1846 und die früheren deutschen Meister Freiburger FC und VfR Mannheim. Hinzu kommen auch Vereine aus kleineren Ortschaften, wie die Sportfreunde Dorfmerkingen aus dem bislang kleinsten Oberligadorf, sowie die Amateurmannschaften verschiedener Profiklubs.
Mit zwei Klubs aus dem bayerischen Illertissen (SpVgg Au, FV Illertissen) sowie dem hessischen Klub Amicitia Viernheim spielen bzw. spielten auch drei Vereine in dieser Oberliga, die nicht aus Baden-Württemberg, sondern aus direkt angrenzenden Städten stammen.
Vereine der Spielzeit 2011/12:
Der VfL Kirchheim/Teck zog seine Mannschaft am 26. Juli 2011 vom Spielbetrieb zurück und steht als erster Absteiger fest.[2][3]
Die meisten Meisterschaften der Oberliga Baden-Württemberg errangen der SSV Ulm 1846 und der SV Sandhausen mit jeweils sechs Titeln. Trotz der sechs Meisterschaften stieg der SV Sandhausen jedoch nur zweimal in die Regionalliga Süd auf. 1985 und 1987 scheiterten sie in den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga an Vertretern aus Hessen und Bayern, und 1981 wurde wegen der Gründung der eingleisigen Zweiten Bundesliga ebenso wenig eine Aufstiegsrunde ausgetragen, wie im Jahr 2000 als die zweigleisige Regionalliga eingeführt wurde.
Anderen Mannschaften wie dem VfB Eppingen in der Saison 1979/80 und der TSG 1899 Hoffenheim 2000/01 gelang hingegen der direkte Durchmarsch. Der VfB Eppingen stieg 1980 dabei als Tabellenzweiter direkt in die 2. Bundesliga Süd auf, weil der damalige Meister VfB Stuttgart Amateure nicht aufstiegsberechtigt war. Für Eppingen war die Freude über den Aufstieg jedoch nur von kurzer Dauer. Nach dem direkten Abstieg aus der Zweiten Liga folgte in der Saison 1981/82 wieder ein Oberligadurchmarsch, allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Ebenfalls als Tabellenzweiter stieg 1998 auch der SC Pfullendorf in die Regionalliga auf. In der damals ausgetragenen Aufstiegsrunde setzte man sich gegen den SV Bernbach sowie die SG Quelle Fürth, die Zweitplatzierten der Oberliga Hessen sowie Bayern durch.
Den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte neben dem VfB Eppingen nur noch der sechsfache Meister SSV Ulm 1846 in den Jahren 1979, 1983 und 1986. Erst 2012 gelang es dem SV Sandhausen sowie dem VfR Aalen, in die 2. Bundesliga vorzustoßen.
| Rang | Verein | Oberliga-Meisterschaften |
|---|---|---|
| 1 | SSV Ulm 1846 | 7 |
| 2 | SV Sandhausen | 6 |
| 3 | SSV Reutlingen 05 | 3 |
| VfB Stuttgart Amateure | 3 | |
| Karlsruher SC Amateure | 3 | |
| 6 | Freiburger FC | 1 |
| FV 09 Weinheim | 1 | |
| 1. FC Pforzheim | 1 | |
| VfL Kirchheim/Teck | 1 | |
| VfR Aalen | 1 | |
| TSG 1899 Hoffenheim | 1 | |
| SC Pfullendorf | 1 | |
| FC Nöttingen | 1 | |
| SC Freiburg II | 1 | |
| SG Sonnenhof Großaspach | 1 | |
| TSG 1899 Hoffenheim II | 1 | |
| SV Waldhof Mannheim | 1 |
Während einige Spieler die baden-württembergische Oberliga als Sprungbrett zu einer Profilaufbahn nutzten, gibt es auch etliche ehemalige Profispieler, die ihre Karriere in der Liga ausklingen ließen. Mit Evans Wise aus Trinidad und Tobago gab es sogar einen WM-Teilnehmer, der zur Zeit der Weltmeisterschaft 2006 beim SV Waldhof Mannheim unter Vertrag stand.
| Rang | Verein | Name | Kapazität[4] |
|---|---|---|---|
| 1 | SV Waldhof Mannheim | Carl-Benz-Stadion | 27.000 |
| 2 | SSV Reutlingen 05 | Stadion an der Kreuzeiche | 15.228 |
| 3 | TSG 62/09 Weinheim | Sepp-Herberger-Stadion | 15.000 |
| 4 | Kehler FV | Rheinstadion | 12.500 |
| 5 | FC 08 Villingen | Stadion am Friedengrund | 12.000 |
| 6 | ASV Durlach | Turmbergstadion | 8.000 |
| 7 | TSG Balingen | Au-Stadion | 8.000 |
| 8 | Bahlinger SC | Kaiserstuhlstadion | 5.000 |
| 9 | SpVgg Neckarelz | Elzstadion | 4.500 |
| 10 | SGV Freiberg | Wasenstadion | 4.500 |
| 11 | VfL Kirchheim/Teck | Stadion an der Jesinger Allee | 4.000 |
| 12 | FC Astoria Walldorf | FC-Astoria-Stadion | 4.000 |
| 13 | FC Nöttingen | Panoramastadion | 3.800 |
| 14 | SV Linx | Hans-Weber-Stadion | 3.000 |
| 15 | 1. FC Normannia Gmünd | Jahnstadion | 3.000 |
| 16 | FV Illertissen | Vöhlinstadion | 3.000 |
| 17 | Stuttgarter Kickers II | BZA Waldau | 2.000 |
| 18 | VfB Neckarrems | Sportgelände am Hummelberg | 1.500 |
| 19 | FSV Hollenbach | Sportplatz im Greut | 1.500 |
In der Saison 2006/07 besuchten die 306 Oberligapartien insgesamt rund 250.000 Zuschauer, was einem Schnitt von mehr als 800 Besuchern pro Spiel entspricht. Die Zuschauertabelle wurde vom SSV Ulm 1846 und dem SV Waldhof Mannheim angeführt, die mit einem Schnitt von 2582 beziehungsweise 2198 die meisten Besucher begrüßten.[5]
Den neuen Zuschauerrekord für die Oberliga stellte am letzten Spieltag der Saison 2010/11 der SV Waldhof Mannheim auf: 18.313 Zuschauer verfolgten im Carl-Benz-Stadion den 6:0-Sieg gegen den FV Illertissen mit anschließender Aufstiegsfeier.
Die meisten regionalen und überregionalen Zeitungen des Landes berichten regelmäßig umfassend zu Hintergründen und Spielen der Oberliga Baden-Württemberg. Darüber hinaus gibt es im Regionalteil des zweimal wöchentlich erscheinenden kicker eine mehrseitige Rubrik zur Oberliga Baden-Württemberg. Seit einigen Jahren existieren zudem mehrere Online-Angebote wie irsport.de oder Doppelpass-Online, bei denen teilweise auch per Webradio berichtet wird.
Die Übertragungsrechte für Fernsehen und Hörfunk wurden vom DFB in einem Rechtepaket, das unter anderem die Spiele der Nationalmannschaft, den DFB-Pokal sowie die Regional- und Oberligen umfasst, bis zum Jahr 2009 an ARD und ZDF vergeben. Aus den hieraus erzielten Einnahmen erhielt jeder Oberligist rund 30.000 Euro, die ab der Saison 2008/09 nach der Einführung der neuen 3. Liga wegfielen. Obwohl die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten die Rechte besaßen, gab es seit Einführung der Regionalliga 1994 keine Fernsehübertragungen der baden-württembergischen Oberliga mehr. Zuvor war in den dritten Fernsehprogrammen des Süddeutschen Rundfunks und des Südwestfunks sowie im Hörfunk berichtet worden. Zur Saison 2009/10 wurde ein neues Online-Angebot eingeführt. Zu allen Spielen gibt es im Internet abrufbare Videos mit den Spielhöhepunkten.[6]
Den höchsten Sieg der Oberligageschichte erzielte der SSV Ulm 1846 am 13. August 2005 beim 13:0-Heimerfolg über den SGV Freiberg. Sechs weitere Spiele der Oberliga Baden-Württemberg endeten ebenfalls mit einem zweistelligen Ergebnis. Hierbei traf es die DJK Konstanz in der Saison 1980/81 ganze dreimal, als man beim VfR Heilbronn mit 1:13, daheim gegen den SV Sandhausen mit 2:13 und bei der SpVgg 07 Ludwigsburg mit 0:10 verlor.
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