George Francis Hotz (* 2. Oktober 1989 in Glen Rock, New Jersey), auch bekannt unter den Pseudonymen geohot, million75 oder mil, ist ein US-amerikanischer Hacker. Er erreichte durch seine Exploits für das Apple iPhone, die Playstation 3[1][2] und das iPad einen hohen Bekanntheitsgrad in der Hackerszene und bei bestimmten Nutzergruppen der jeweiligen Geräte. Mit den von Hotz geschriebenen Programmen können herstellerseitige Einschränkungen der Geräte umgangen werden (Jailbreak), so etwa die Sperrung des iPhone für Software von anderen Anbietern als Apple.[3] Im Januar 2011 veröffentlichte er auf seinem Blog den vollständigen Root Key der PlayStation 3.[4] Deren Hersteller Sony reichte daraufhin eine Klage wegen diverser Vergehen gegen ihn ein, unter anderem wegen Verletzung des Urheberrechts an der für die PlayStation verwendeten Software.
Hotz wuchs in Glen Rock im US-Bundesstaat New Jersey auf, wo er auch zur Schule ging und im Jahr 2007 seinen Highschool-Abschluss machte. Er hat eine Schwester. Bereits in der Grundschule interessierte er sich für technische Geräte, die er auseinanderbaute und nach eigenen Ideen in anderer Form wieder zusammensetzte.[5] Im Jahr 2005 nahm Hotz am Wettbewerb der International Science and Engineering Fair (ISEF) der Firma Intel teil. Er erreichte mit seinem Projekt „The Googler“ die Endrunde. Im Jahr 2007 wurde sein Projekt „I want a Holodeck“ beim gleichen Wettbewerb mit mehreren Preisen ausgezeichnet.[6] Im Mai 2011 wurde George Hotz als Softwareentwickler beim sozialen Netzwerk Facebook eingestellt.[7][8]
Wegen des Crackens der Playstation 3 strengte Sony einen Prozess gegen Hotz an.[9] Hotz sollte laut der Klageschrift von Sony gegen den Digital Millennium Copyright Act, das Urheberrecht sowie weitere Bundesgesetze und Gesetze des Staates Kalifornien gegen Computerbetrug etc. verstoßen haben.[10] Um Beweismaterial für diesen Prozess zu sammeln, erwirkte der Konzern Anfang März 2011 eine weitreichende gerichtliche Anordnung. Demnach sollte Sony umfassende Daten über die Besucher von Hotz' Website bekommen. Der zuständige Internet-Provider wurde verpflichtet, die Logdateien an Sony herauszugeben, was für den Konzern die Möglichkeit bedeutete, die IP-Adressen der Besucher und deren Downloadverhalten seit Anfang 2009 feststellen zu können. Andere Unternehmen, die Auskunft über Besucher von durch Hotz eingestellte Webseiten oder Dateien geben mussten, waren Google, YouTube und Twitter. Auf YouTube hatte Hotz ein Video mit einer Anleitung für das Cracken der PS3 eingestellt. Die Electronic Frontier Foundation bezeichnete die Gerichtsentscheidung über diese Auskunftspflichten als unangemessen und wollte juristisch dagegen vorgehen.[11][12]
Hotz teilte zwischenzeitlich über seine Webseite mit, dass er dank zahlreicher Spenden von Internet-Usern in der Lage sei, seine Anwaltskosten zu bezahlen. Er bat gleichzeitig Medien und Privatleute um Unterstützung, indem diese ihre Ablehnung des Vorgehens von Sony möglichst weit verbreiten sollten.[13]
Die gerichtliche Auseinandersetzung mit Sony wurde Ende März 2011 im gegenseitigen Einvernehmen eingestellt. Hotz akzeptierte eine einstweilige Verfügung, deren Inhalt geheim blieb. Die nicht benötigten Spenden in Höhe von 10.000 US-Dollar führte er der Electronic Frontier Foundation zu, die ihn unterstützt hatte.[14]
Anfang April 2011 legten Mitglieder der Anonymous-Bewegung als Vergeltung („Operation Sony“) für den „Missbrauch des Justizsystems“[15] mehrere Webseiten von Sony durch eine mit der Low Orbit Ion Cannon durchgeführte DDoS-Attacke still.[16]
Im Juni 2011 stahl und veröffentlichte die Hackergruppe Lulz Security vermutlich eine Million Nutzerdaten von der Website von Sony Pictures, als Motiv nannten sie Vergeltung für Hotz.[17]
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