Georgi Walentinowitsch Boos (russ. Ausspr.: /bɐˈɔs/, russisch Георгий Валентинович Боос; * 22. Januar 1963 in Moskau) ist ein russischer Politiker und Geschäftsmann deutscher Abstammung. Von 2005 bis 2010 war er Gouverneur der Oblast Kaliningrad.
Boos wuchs in Moskau in einer krimdeutschen Familie auf und schloss dort im Jahr 1986 ein Ingenieurstudium ab. Anschließend leistete er zwei Jahre lang Wehrdienst nahe der Stadt Spassk-Dalni im Fernen Osten der damaligen Sowjetunion. Nach dem Wehrdienst arbeitete er von 1988 bis 1991 in einem Technologieforschungsinstitut und war parallel als Mathematiklehrer an einer Moskauer Mittelschule tätig. 1991 gründete er gemeinsam mit einigen seiner Kollegen „Swetoserwis“, ein anfangs kleines Unternehmen, das sich auf die Forschung und Produktion im Bereich der Lichttechnik spezialisierte. Nachdem die Firma 1993 zu einer Aktiengesellschaft wurde, übernahm Boos das Amt des Generaldirektors, das er bis 1995 ausübte.
Boos' Karriere in der Politik begann 1996, nachdem er bei den Parlamentswahlen zur Staatsduma Ende 1995 zum Abgeordneten eines Moskauer Wahlbezirks gewählt wurde. In der Duma trat Boos zunächst der Fraktion Unser Haus Russland bei und wurde stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Anfang 1999 war Boos kurzzeitig in die russische Regierung einberufen worden, wo er das Amt des Ministers für Steuern und Abgaben bekleidete, bis er im Mai desselben Jahres zusammen mit dem Kabinett Primakow vom damaligen Präsidenten Boris Jelzin entlassen wurde. Bei den Parlamentswahlen Ende 1999 wurde Boos wiedergewählt und vertrat von da an die Fraktion der Putin-nahen Partei „Einiges Russland“. Auch bei den nachfolgenden Parlamentswahlen 2003 kandidierte Boos erfolgreich im gleichen Wahlkreis und wurde stellvertretender Dumavorsitzender der Fraktion „Einiges Russland“.
Am 28. September 2005 trat Boos das Amt des Gouverneurs der Oblast Kaliningrad an, in das er zuvor von Wladimir Putin berufen worden war. Während seiner Amtszeit kam es im Zuge der Wirtschaftskrise zu Protestkundgebungen gegen die regionale Regierung unter Boos und teilweise auch gegen die Zentralregierung in Moskau. In erster Linie forderten die Demonstranten eine Senkung der von der Oblast eingenommenen Kfz-Steuer. 2010 wurde berichtet, Boos werde aufgrund seiner mangelnden Beliebtheit bei der Bevölkerung der Kaliningrader Oblast nicht für eine weitere Amtszeit als Gouverneur vorgeschlagen.[1]
Am 28. Dezember 2011 wurde Georgi Boos in den Vorstand des Allrussischen Ausstellungszentrums gewählt.[2]
Darüber hinaus wurde Boos am 26. Januar 2012 zum Vorstandsvorsitzenden beim russischen Energiekonzern "Holding MRSK" ernannt.[3]
Georgi Walentinowitsch Boos war dreimal verheiratet. Aus den drei Ehen sind sechs Töchter hervorgegangen. Seine Hobbys sind Gitarre spielen und Motorrad fahren.[4]
Im Jahr 2009 betrug das Jahreseinkommen von Georgi Boos nach eigenen Angaben 86,4 Millionen Rubel, was umgerechnet etwa 2,2 Millionen EUR entspricht.[5]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Georgi_Walentinowitsch_Boos aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |