| German Privacy Foundation e.V. (GPF) | |
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| Zweck: | Oberstes Ziel und Zweck des Vereins ist die Förderung der Bildung. Der Verein fördert und unterstützt Vorhaben der Bildung und Volksbildung, die sich dem Vereinszweck widmen, insbesondere der anonymen, sicheren und verschlüsselten elektronischen Kommunikation.[1] |
| Vorsitz: | Jan-Kaspar Münnich |
| Gründungsdatum: | 2007 |
| Mitgliederzahl: | ~ 100 |
| Sitz: | Berlin |
| Website: | https://www.privacyfoundation.de/ |
Der gemeinnützige Verein German Privacy Foundation e.V. (GPF) wurde 2007 als Reaktion auf zahlreiche Ermittlungsverfahren, Beschlagnahmungen und Hausdurchsuchungen bei Tor-Betreibern gegründet. Seitdem betreibt die GPF im Internet zahlreiche Anonymisierungsdienste zur kostenlosen Nutzung.[2] Die GPF informiert über sichere Kommunikation im Internet, organisiert und unterstützt Weiterbildungs- und Aufklärungmaßnahmen für Erwachsene und Jugendliche. Der Verein steht mit Experten für Anfragen zu den Themen Kryptographie (insbesondere Verschlüsselung von E-Mails) und Anonymität im Internet (zum Beispiel Tor-Server, JonDo (vormals Java Anon Proxy), anonyme Remailer) zur Verfügung. Darüber hinaus entwickeln die Mitglieder viele Ideen und Projekte, um Überwachungs- und Zensurmaßnahmen zu umgehen.
Der Verein bietet Interessierten die Möglichkeit, über sein Tor-Partnerprogramm[3] den Anonymisierungsdienst Tor zu betreiben. Dabei übernimmt die GPF den offiziellen Betrieb und damit die rechtliche Verantwortung. Die entsprechenden Server werden von Mitgliedern der GPF administriert, können aber durchaus von Nicht-Mitgliedern finanziert werden. Die Tor-Server, die nicht übernommen werden weil sie mit dynamischer IP-Adresse zuhause betrieben werden, werden von der GPF registriert, so dass der Betreiber zumindest das Betreiben des Tor-Servers von einer unabhängigen Stelle nachweisen lassen kann.
Die GPF unterstützt Tor-Betreiber bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit einer Ersten-Hilfe-Anleitung.[4] Aber auch Ermittler, die aufgrund einer möglichen Straftat die IP-Adresse eines Anonymisierungsservers ermittelt haben, erhalten eine aufgearbeitete Übersicht was diese Information genau bedeutet und wieso es unmöglich ist, Nutzer über Anonymisierungsnetze zu identifizieren.[5]
Als Reaktion auf das umstrittene Zugangserschwerungsgesetz und Zensurmaßnahmen in anderen Ländern (als Deutschland) wurde HTTPS-DNS[6] ins Leben gerufen. Dieses bietet Anwendern die Möglichkeit, Zensurmaßnahmen zu umgehen, die am DNS ansetzen. Dazu werden DNS-Anfragen über das weit verbreitete HTTPS-Protokoll an andere DNS-Server gestellt, so dass eine Erkennung und Blockade durch Internetdienstanbieter nur schwer möglich ist.
Der Verein betreibt die PrivacyBox,[7] die eine vorratsdatenfreie und anonyme Kommunikation insb. für Journalisten ermöglicht. Die PrivacyBox wurde aufgrund der in Deutschland eingeführte Vorratsdatenspeicherung von Mitgliedern entwickelt. Das Prinzip dahinter ist relativ simpel: Empfänger registrieren sich anonym bei der Privacybox und erhalten dort ein Pseudonym. Anschließend haben Internetnutzer die Möglichkeit, ohne Registrierung über ein Webformular einem Pseudonym eine Nachricht zu hinterlassen. Die Nachrichten werden mittels OpenPGP oder X.509 verschlüsselt. Hat der registrierte Benutzer seine E-Mail-Adresse hinterlegt, wird ihm die Nachricht zugesendet oder alternativ erfolgt ein Abruf der Nachricht mit POP3. Die Nutzung ist kostenlos und der Quellcode der Privacybox ist als Open Source veröffentlicht.
Der Crypto Stick[8] ist eine Hardware-seitige OpenSource-Lösung, seine privaten Schlüssel für OpenPGP bzw. X.509 sicher zu speichern. Dies erhöht die Sicherheit der verschlüsselten Kommunikation der Gesprächspartner, da der private geheime Schlüssel sicher in der Hardware verwahrt wird. Mittels sicherer Chipkarte verhindert der Crypto Stick ein Auslesen der geheimen Schlüssel bei Verlust und Diebstahl.
Ein weiteres Ziel der German Privacy Foundation ist es, Interessierten Bürgern durch Bildungsmaßnahmen und Aufklärung die Risiken für Ihre Datensicherheit und Privatsphäre aufzuzeigen und Schutzmöglichkeiten zu vermitteln. Im Rahmen des "digitalen Aikido"[9], eine Art digitale Selbstverteidigung, werden Workshops und Vorträge angeboten.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel German_Privacy_Foundation aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |