| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 49° 13′ N, 8° 22′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Germersheim | |
| Höhe: | 105 m ü. NN | |
| Fläche: | 21,4 km² | |
| Einwohner: |
20.588 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 962 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 76726 | |
| Vorwahl: | 07274 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GER | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 34 007 | |
| Stadtgliederung: | 2 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Kolpingplatz 3 76726 Germersheim | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Marcus Schaile (CDU) | |
| Lage der Stadt Germersheim im Landkreis Germersheim | ||
Germersheim ['gɛɐ̯mɐshaɪ̯m], Pfälzisch „Germersche“
Aussprache?/i, die Stadt des Flieders und der Nachtigall, ist ein Mittelzentrum mit etwas mehr als 20.000 Einwohnern in Rheinland-Pfalz. Sie ist eine verbandsfreie Stadt sowie Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Historisch war sie insbesondere als Militärstadt bedeutsam.
Die Stadt liegt direkt am linken Rheinufer (in der Rheinebene), zwischen Ludwigshafen/Mannheim und Karlsruhe, ca. 15 km südlich von Speyer. Auf der anderen Rheinseite liegt Philippsburg. Die Gemarkung erstreckt sich auf die rechtsrheinische Insel Elisabethenwörth.
Im Gegensatz zu den meisten Gemeinden oder Städten, die an einem Grenzfluss liegen, ist die Stadtgebietsgrenze, die in diesem Fall auch die rheinland-pfälzische Grenze zu Baden-Württemberg ist, nicht in der Flussmitte, sondern erstreckt sich auf das rechtsrheinische Ufer. Das Gebiet reicht ungefähr von Süden ab Rheinkilometer 381,7 (nördlich der „Kümmelwiesen“) in einem linksgekrümmten Bogen bis zur Kreuzung der Bahnlinie nach Rheinsheim mit der heutigen B 35. Von dort verläuft die Grenze parallel zu den Bahngleisen an den Rhein zurück.
Bis zur Rheinbegradigung durch Johann Gottfried Tulla folgte der Grenzverlauf dem Rhein, das bedeutete die heute auf rechtsrheinischem Gebiet liegende Insel Elisabethenwörth gehörte zu Germersheim, die heute linksrheinische Insel Grün im Norden von Germersheim zu Baden.
Für den Bau von Vorwerken der Festung wurden weitere Flächen auf der rechten Rheinseite gekauft.
Bis zum 3. Dezember 1969 gehörten die Insel Elisabethenwörth sowie die für den Festungsbau erworbenen Flächen zu Germersheim. Die Grenze verlief dann im Norden über die B 35 hinweg bis ca. Rheinkilometer 386,5. An diesem Tag wurde die Insel Grün gegen ähnlich große Flächen der rechtsrheinischen Gebiete getauscht und so die heutigen Grenzen festgelegt.
Germersheim hat zwei Stadtteile: Zum einen die Stadt Germersheim selbst, zum anderen das sich im Süden anschließende Sondernheim, das am 22. April 1972 eingemeindet wurde.
Nachbargemeinden der Stadt Germersheim sind im Uhrzeigersinn gesehen (beginnend im Norden) Lingenfeld, Philippsburg (auf der anderen Rheinseite), Hördt, Bellheim, Lustadt und Westheim (Pfalz).
Das Klima in Germersheim ist, wie in der gesamten Vorderpfalz und der angrenzenden Kurpfalz, relativ mild (warme Sommer, fast schneelose Winter). Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 10,9 °C. Da die Stadt mitten im Rheingraben zwischen Pfälzerwald und Odenwald liegt, regnet es relativ selten. Der Jahresniederschlag beträgt 768mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 56 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,7-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 55 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert. 2008 war Germersheim mit 1801 Sonnenstunden auf dem ersten Platz innerhalb von Rheinland-Pfalz[2]
Zur Zeit der Eroberung Galliens durch Gaius Julius Caesar lebten in der Region Germersheim die Volksstämme der Triboker oder Wangionen. Nach der Eroberung bildet die Provinz Germania superior mit dem Rhein die Grenze des römischen Reiches gegen Germanien. Später wurden noch kleinere Teile östlich des Rheins erobert und zur römischen Provinz Agri decumates. Nach dem immer mehr fränkische und alemannische Stämme diese Provinz bedrängten, wurde sie 275 / 276 aufgegeben und der Limes an den Rhein zurückverlegt. Die Römer errichteten am Ort des heutigen Germersheim ein befestigtes Soldatenlager namens Vicus Julius zur Sicherung dieser Grenze. Das Lager wurde bis ins 4. Jahrhundert unterhalten. Nachdem im Jahre 405 die Ostgoten in Italien eingefallen waren, wurden 406 die römischen Truppen aus der Pfalz abgezogen.
Kaiser Konrad II ließ am Hochufer des Rheins an der Stelle des heutigen Germersheim eine Burg bzw. Schloss errichten. Der Name Germersheim wird das erste Mal 1090 in der Sinsheimer Chronik als „Germaresheim“ („Heim des Speermächtigen“, wahrscheinlich eines berühmten germanischen Kriegers) urkundlich erwähnt. Der Ort erhielt am 18. August 1276 durch König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte verliehen. Mit diesem Akt wurde die Geschichte der Stadt nachhaltig beeinflusst.
Der Text der Urkunde lautet in deutscher Übersetzung:
(Zitiert nach Josef Probst, Geschichte der Stadt und Festung Germersheim, Speyer 1898, S. 6–8 aus www.verkehrsverein-germersheim.de)
Schon im Jahre 1325 verpfändete Kaiser Ludwig IV die Stadt an die Pfalzgrafen bey Rhein. Da die Stadt durch den Kaiser nicht ausgelöst wurde, fügte Pfalzgraf Rudolf II. der Blinde im Jahre 1329 Germersheim seinem Herrschaftsgebiet hinzu. Im 14. Jahrhundert wurde Germersheim Landvogtei, später Amts- und Oberamtsstadt. Der Orden der Serviten gründete 1298 ein Kloster, das er bis 1527 betrieb.
In Germersheim wurde 1556 die Reformation eingeführt, was auch die Schließung des katholischen Klosters zur Folge hatte. In der Kirche wurde der Gottesdienst zunächst nach lutherischem Ritus gefeiert; nach der Konversion des pfälzischen Kurfürsten zum reformierten Glauben dann nach reformiertem Ritus.
Nach den großen Katastrophen des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit, der Pest und dem Dreißigjährigem Krieg, war die Bevölkerung auf wenige Familien geschrumpft. Weitere Zerstörungen erfuhr die Stadt im Rahmen des Französisch-Niederländischen Krieges durch französische Truppen unter Marschall Turenne im Jahre 1674, die auch das von Konrad II. errichtete Königsschloss zerstörten. Lediglich die Krypta und die Grundmauern der katholischen Kirche widerstanden dem Feuer.
Mit dem Frieden von Rijswijk 1697 machte Kurfürst Johann Wilhelm, der selber römisch-katholisch war, weitreichende Konzessionen an das Katholizismus, so dass die Germersheimer Kirche wieder für katholische Gottesdienste benutzt werden konnte. Da dies im Rahmen einer Simultaneum-Regelung war, kam es zu einigen Überschlagungen, wer die St. Jakobus Kirche benutzen durfte. 1699 siedelten sich die Franziskaner in Germersheim an und blieben bis 1793. Ab 1787 versuchte die Kurpfalz, die im Rhein entstandene Insel Ceylon zu beseitigen, die als Bedrohung der Stadt Germersheim angesehen wurde.
Bei Germersheim fand am 5. Juli 1793 eine Schlacht des französischen Revolutionskrieges statt. Die österreichischen Truppen unter Feldmarschall Dagobert Sigmund von Wurmser schlugen dabei das französische Heer zurück und vereitelten damit den Entsatz von Mainz. In den Jahren 1797 bis 1814 gehörte Germersheim zu Frankreich und war Teil des Département du Mont-Tonnerre.
Nach dem Ende der napoleonischen Kriege kam Germersheim gemäß den Vereinbarungen des Wiener Kongresses 1815 zu Österreich und 1816 aufgrund eines Staatsvertrags zum Königreich Bayern. Es begannen die Überlegungen, Germersheim zur Festung auszubauen, um weitere Angriffe Frankreichs abzuwehren. Zwar hatte es zuvor Pläne zum Bau einer Festung bereits im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischer Seite gegeben; diese wurden jedoch, da die Stadt nicht gehalten werden konnte, damals wieder verworfen. Der Bau der Festung begann im Jahre 1831. In die Fluren rund um Germersheim wurden viele Kilometer Minengänge gegraben, die man noch heute bei Bauvorhaben finden kann. 1855 waren die Bauarbeiten an der eigentlichen Festung beendet; das Graben der Minengänge zog sich bis 1861 hin. Als der Bau beendet war, war die Festung bereits veraltet. Bei der Planung der Festung hatte niemand mit einer solch rasanten Entwicklung der Reichweiten und Durchschlagskraft von Geschützen gerechnet (siehe Brisanzgeschoss). Der Haupteffekt der Festung war, dass sie von nun an die Stadtentwicklung behinderte. Außerhalb der Festungsmauern durften keine Häuser und Fabriken errichtet werden und der Platz innerhalb war stark begrenzt. So entwickelte sich Germersheim zu einer fast reinen Garnisonsstadt; in ihr war das 17. Infanterieregiment „Orff“ bis zu seiner Auflösung nach dem Ende des Ersten Weltkrieges stationiert.
1921/22 wurde die Festung, wie im Versailler Vertrag festgelegt, geschleift. Lediglich kleine Teile der eigentlichen Festungsanlage blieben erhalten. Bis 1930 waren im Zusammenhang mit der Besetzung des Rheinlands durch die Siegermächte des Ersten Weltkriegs französische Truppen in Germersheim stationiert.
Die nationalistisch-konservative Haltung der Bevölkerung zu Beginn der NS-Diktatur zeigt sich deutlich am Ausgang der Reichstagswahlen vom 5. März 1933. Hierbei erhielten im Landkreis Germersheim die NSDAP 43,5 % und die BVP (Bayerische Volkspartei) 40,5 % der Stimmen. Die SPD belegte mit 10,3 % Rang 3. 1925 gab es nur weniger als 40 Juden in Germersheim; ihre Zahl sank während der NS-Diktatur weiter. Die 1838 eingeweihte Synagoge wurde 1938 verkauft und überstand die Novemberpogrome 1938, lediglich einige Fenster wurden eingeworfen. Die letzten sechs Juden wurden 1940 deportiert.
Im Zuge der Aufrüstung durch das NS-Regime wurde Germersheim 1936 wieder Garnisonsstadt. Im Zweiten Weltkrieg waren Teile der Strafdivision 999 in Germersheim stationiert. Generalleutnant Hans Graf von Sponeck, der gegen ausdrücklichen Befehl Hitlers im Winter 1941 seinen hoffnungslos unterlegenen Truppen den Rückzug befahl, wurde hier nach der Umwandlung seines Todesurteils in Festungshaft genommen. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er, obwohl unbeteiligt, erschossen.
Die 12. und die 14. US-Panzerdivision schickten im Zuge der Operation Undertone früh am 24. März 1945 Kommandotruppen in Richtung [Rheinbrücke Germersheim (Eisenbahn)|Eisenbahn-Rheinbrücke Germersheim]]; keine hatte die Stadt erreicht, als Deutsche die Brücke um 10:20 Uhr sprengten.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden wieder Truppen in Germersheim stationiert, zuerst amerikanische, später auch wieder deutsche Einheiten der Bundeswehr. In der 1965 erbauten General-Hans-Graf-von-Sponeck-Kaserne waren ausschließlich Luftwaffeneinheiten (unter anderem der Stab des Luftwaffen-Ausbildungsregiments 4 und dessen 3. Luftwaffen-Ausbildungsbataillon mit zeitweise bis zu sechs Kompanien) untergebracht. Im 1980 errichteten Luftwaffendepot wurde eine Luftwaffen-Kraftfahrzeug-Transport-Staffel des 4. Luftwaffen-Versorgungsregimentes Mosbach-Neckarelz stationiert. Heute beherbergt Germersheim das 3. Bataillon des Luftwaffenausbildungsregiments mit dem 'Ausbildungszentrum Grundlagenausbildung der Luftwaffe'[3]. Das Bataillon besteht aus der 10., 11. und 12. Kompanie, welche Grundausbildungskompanien sind und aus drei Inspektionen, welche Personal auf den Auslandseinsatz vorbereiten. (die Bundeswehr nennt Kompanien der Truppenschulen 'Inspektion')
Am 22. April 1972 wurde die sich im Süden anschließende und bis dahin eigenständige Gemeinde Sondernheim eingemeindet.[4]
Für Aufruhr sorgte das zweite britische Rockfestival vom 20. bis 22. Mai 1972: Erst nach Anlaufen des Kartenvorverkaufes erfuhren die Oberen der Stadt Germersheim von diesem Festival und verboten es umgehend. Bald setzte sich jedoch die Erkenntnis durch, dass der Massenansturm der Besucher nicht mehr zu bremsen sei und die Durchführung des Festivals das kleinere Übel sei. Deshalb wurde das Verbot am 18. Mai 1972 aufgehoben; das Festival konnte wie geplant durchgeführt werden. Über 70.000 Besucher hörten Bands wie: Pink Floyd, Status Quo, Spencer Davis Group, Uriah Heep, Kinks u. v. m.
(jeweils zum 31. Dezember)
Obwohl die Stadt seit der Wiederzulassung des römisch-katholischen Glaubens 1697 traditionell von einer römisch-katholischen Mehrheit und einer evangelischen Minderheit bevölkert ist, gibt es seit der Gastarbeiter-Einwanderungswelle in die Bundesrepublik zunehmend auch andere Religionen, wobei hier vor allem der Islam zu nennen ist. Ende Juni 2010 waren 33 % der Einwohner katholisch und 25 % evangelisch.[5]
Der Stadtrat in Germersheim besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.
Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[6]
| SPD | CDU | FDP | GRÜNE | REP | FWG | Gesamt | |
| 2009 | 7 | 16 | 3 | 3 | 2 | 5 | 36 Sitze |
| 2004 | 5 | 16 | 2 | 2 | 3 | 8 | 36 Sitze |
| 1999 | 5 | 14 | 1 | 2 | 3 | 7 | 32 Sitze |
Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Graphik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[7]
Amtierender Bürgermeister ist derzeit Marcus Schaile (CDU). Er wurde am 7. Juni 2009 mit einer Mehrheit von fast 79 % gewählt (Gegenkandidaten waren der Republikaner Alfons Braun und der parteilose Kandidat Ruslan Rashapov). Der Bürgermeister wird auf acht Jahre direkt gewählt, die Amtszeit beginnt am 1. Januar.
Bürgermeister seit Beginn des 20. Jahrhunderts:[8]
Aussehen: Ein goldener goldbewehrter gekrönter Reichsadler auf blauem Grunde. (Kein offizieller Text!)Bedeutung: Im Jahre 1276 wurde die Stadt durch den deutschen König Rudolf von Habsburg zur Freien Reichsstadt erhoben. Der Adler ist ein Symbol hierfür. Der Ursprung der Farben ist unbekannt, doch war es ursprünglich ein schwarzer Adler auf silber.
Seit dem Jahr 1963 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Tournus in Burgund, Frankreich. Seit dem Jahr 2005 besteht zudem eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Zalaszentgrót in Ungarn.
Germersheim hat eine seit 1986 bestehende Musikschule, die auch ein Orchester stellt, das mit dem aus Speyer kooperiert. Weiterhin existieren ein evangelischer und ein katholischer Kirchenchor. Das Gymnasium hat einen Schulchor und ein Schulorchester. Außerdem bestehen der Musikverein Sondernheim sowie die Sängergemeinschaft Germersheim mit zwei Chören.
Vor allem bei städtischen Veranstaltungen wird die Germersheimer Stadtkapelle eingesetzt.
→Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Germersheim
Noch heute kann man Teile der alten Festung Germersheim besichtigen. Besonders zu erwähnen sind hier
→Hauptartikel: St. Jakobus (Germersheim)
Die St.-Jakobus-Kirche wurde als Burgkapelle erstmals 1280 erwähnt, ist jedoch wahrscheinlich schon wesentlich älter. Sie war zweimal Kloster: 1298 bis 1556 der Serviten und 1682 bis 1794 der Franziskaner. 1674 wurde die Kirche wie auch die gesamte Stadt fast vollständig zerstört, jedoch zwischen 1682 und 1697 neu errichtet. Heute ist sie Sitz der katholischen Stadtpfarrei.
→Hauptartikel: Versöhnungskirche (Germersheim)
Für die protestantische Versöhnungskirche in der Germersheimer Marktstraße wurde der Grundstein am 26.November 1782 gelegt. Die Einweihung als Kirche der reformierten Gemeinde erfolgte am 24. Oktober 1784. Sie dient seit 1818, dem Jahr der Kirchenvereinigung in der Pfalz, der Protestantischen Kirchengemeinde als Gotteshaus.
→Hauptartikel: Protestantische Kirche (Sondernheim)
Die protestantische Kirche im Germersheimer Stadtteil Sondernheim wurde nach einer Bauzeit von nur neuneinhalb Monaten am 7. Juni 1954 feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. August 1953. Vorläufer der Kirche war ein 1841 eingerichteter Betsaal.
Das Stadthaus ist eines der ältesten noch bestehenden Gebäude der Stadt. Es wurde 1740 als Ersatz für das 1674 zerstörte Verwaltungsgebäude des Oberamtes Germersheim errichtet. 1792 verlor es seine Funktion. Ab 1815 war es Garnisonskommandantur, wurde jedoch 1892 zum Offizierskasino umfunktioniert. 1972 wurde es zum Rathaus, behielt jedoch, wohl aus Unterscheidungsgründen zum Alten Rathaus in der Marktstraße den Namen Stadthaus.
Entlang einiger ehemaliger Festungsanlagen befinden sich z.T. öffentlich zugängliche Grünflächen, denen die Stadt ihr insgesamt sehr grünes Erscheinungsbild verdankt. Hierzu zählt beispielsweise die Fronte Beckers, die Fronte Lamotte (welche, nachdem die Bundeswehr das Gelände freigegeben hat, zum „Festungspark Fronte Lamotte“ umgestaltet wurde) oder auch der Park westlich der Seysselkaserne als Teil des FASK, der zu dessen Öffnungszeiten auch öffentlich zugänglich ist.
Bereits in den 70er Jahren wurde der sogenannte Ludwigspark (mit Rodelberg) am Ludwigstor angelegt. An diesen schließt sich, zwischen Bahnhof und Stadtzentrum, der Schwanenweiher mit einer kleinen Insel an, welcher ca. zwei Meter unter normalem Erdniveau liegt. Dieser Park wiederum geht in den sogenannten Schlangenweg über, der entlang des nördlichen Queicharmes verläuft und in dessen Verlängerung man entlang des Rheines östlich der eigentlichen Stadt bis zum Naherholungsgebiet Sondernheim gelangen kann.
Zwischen Stadthalle und Grundschule befindet sich eine weitere etwa 50 m × 50 m große als „Stadtgarten“ bezeichnete Grünfläche.
Die Stadt liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraßen B 9 (Speyer–Lauterbourg) und B 35 (Germersheim–Illingen).
Der Bahnhof Germersheim und der Bahnhof im Stadtteil Sondernheim liegen an der Strecke Schifferstadt–Wörth am Rhein. Außerdem zweigen in Germersheim die Bruhrainbahn Richtung Bruchsal und früher die Bahnstrecke Germersheim–Landau Richtung Landau in der Pfalz ab. Germersheim ist Endpunkt der S-Bahn RheinNeckar aus Richtung Mannheim/Ludwigshafen und Endpunkt der Stadtbahn Karlsruhe. Zudem existieren mit Germersheim Mitte/Rhein und Germersheim Süd/Nolte zwei weitere Haltepunkte im Stadtgebiet. Innerhalb der Stadt verkehrt im Stundentakt ein Anruf-Linien-Taxi (KVV Linie 597). Die Stadt gehört sowohl dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar als auch dem Karlsruher Verkehrsverbund an. Außerdem gibt es einen überregional bedeutsamen Rheinhafen, über welchen vor allem Containerverkehr abgewickelt wird.
Als Sitz des Landkreises Germersheim beherbergt Germersheim die Kreisverwaltung.
Germersheim verfügt über das Amtsgericht Germersheim, das zum Landgerichtsbezirk Landau in der Pfalz und zum OLG-Bezirk Zweibrücken gehört.
Mit dem Beginn des 20 Jahrhunderts hat sich auch das Bildungssystem Germersheims stark verändert und vielseitig entwickelt. Verschiedene Schultypen prägten für lange Zeit die Bildungslandschaft der Stadt und wiesen eine gewisse Kontinuität im Laufe des letzten Jahrhunderts nach.
In Germersheim befindet sich der Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Sonderschule Nardini-Schule, das Goethe-Gymnasium, eine Berufsbildende Schule, die Eduard-Orth-Grundschule, die Geschwister-Scholl-Haupt- und Grundschule und die Richard-von-Weizsäcker-Realschule.
Das frühere Kreiskrankenhaus des Landkreis Germersheim wurde privatisiert und firmiert nun gemeinsam mit dem ebenfalls früher im Besitz des Landkreises befindlichen Krankenhaus in Kandel (Pfalz) als Asklepios Südpfalzkliniken Germersheim. Hierbei handelt es sich um ein Akutkrankenhaus der Regelversorgung mit den Fachbereichen Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe. Der DRK-Kreisverband Germersheim führt eine Rettungswache und die Geschäftsstelle in Germersheim.
Das Sportzentrum Wrede ist das Stadion der Stadt, in dem die Fußballmannschaft des FV Germersheim e. V. ihre Heimspiele austrägt. Türkgücü Germersheim e. V. bestreitet seine Heimspiele auf dem Sportplatz Im Roth. Ein weiteres reines Fußball-Gelände mit Clubhaus befindet sich in Sondernheim und ist die Heimat des VfR Sondernheim. Weitere Sport und Freizeitmöglichkeiten sind u. a. Tennis, Schießsport, Naherholungsgebiet mit Baggerseen und Campingplätzen, Wassersport (Anlegestellen für Segelboote und Motorboote), Hundesportplatz sowie etliche Angebote der Turnerschaft 1863 Germersheim, welche zahlreiche Aktivitäten (auch für Schwangere, Kranke, Senioren und Neugeborene/Kleinkinder) anbietet.
Die Stadt Germersheim hat seit dem 19. Jahrhundert elf Ehrenbürger ernannt:[11]
Nachdem im Stadtrat von Germersheim 1898 bzw. 1899 die Frage, ob Joseph Probst der Titel des Ehrenbürgers verliehen werden soll, bereits zweimal ergebnislos vertagt worden war, verstarb dieser. In der Zeit des Nationalsozialismus verzichtete Germersheim darauf, NS-Politiker zu Ehrenbürgern zu ernennen.
Bevor 1972 der heutige Ortsteil Sondernheim nach Germersheim eingemeindet wurde, erlangten dort drei Personen die Ehrenbürgerwürde:
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