Gisela Friedrichsen (* 2. September 1945 in München) ist eine deutsche Gerichtsreporterin.
Gisela Friedrichsen wuchs im Münchner Stadtteil Nymphenburg auf und ging von 1951 bis 1964 bei den Englischen Fräulein zur Schule. Sie studierte Geschichte und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach einem Volontariat 1973 bei der Augsburger Allgemeinen war sie ab 1974 sechzehn Jahre lang Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit 1989 schreibt sie als Nachfolgerin von Gerhard Mauz für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Sie gilt als die bekannteste deutsche Gerichtsreporterin.[1] Friedrichsen ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Gisela Friedrichsens Reportagen werden unterschiedlich beurteilt. Heidrun Helwig schreibt in der Neuen Juristischen Wochenschrift:[2]
„Schulmeisterlich verteilt sie Zeugnisse, bewertet, lobt, verdammt, auf der Grundlage ihrer subjektiven Maßstäbe. Dabei ergreift sie nicht nur Partei für eine Seite, sondern berichtet einseitig, gibt den Argumenten der angegriffenen Seite meist keinen Raum.“
Bernhard Schlink hingegen meint:[3]
„Gisela Friedrichsens Reportagen bieten Gesellschaftsanalyse, Mentalitäts-, Kultur- und politische Zeitgeschichte. Manchmal weiten sie sich zu kleinen Essays über die Situation Jugendlicher in den neuen Ländern, das Entstehen jugendlicher Gewalt, die Radikalisierung von Muslimen oder den Schatten, den die nationalsozialistische Vergangenheit in die Gegenwart wirft. Nie verschwinden hinter dem gesellschaftlichen Befund das individuelle Schicksal und die individuelle Verantwortung. Gisela Friedrichsen schließt die Ereignisse dadurch auf, daß sie analytische Schärfe und persönliche Einfühlsamkeit und Behutsamkeit vereint.“
2011 wurde Gisela Friedrichsen mit dem Pressepreis des Deutschen Anwaltvereins im Bereich Printmedien ausgezeichnet.[4]
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