So genannte Glücksindikatoren sind Kennziffern, die das menschliche Glück oder die menschliche Zufriedenheit über Zeit und Ort hinweg vergleichbar machen sollen. Basierend auf den Erkenntnissen der Glücksforschung und der positiven Psychologie wird teilweise davon ausgegangen, dass Glück (oder subjektives Wohlergehen) messbar und sogar über kulturelle Grenzen hinweg vergleichbar sei: dafür bieten Glücksindikatoren einen Rahmen.
Es existieren verschiedene Methoden, zu versuchen, das Glück oder das subjektive Wohlergehen von Menschen zu bestimmen. Die am einfachsten bei einer größeren Menge von Menschen anwendbare Methode sind 'subjektive Zufriedenheits-Befragungen'. Den Teilnehmern wird hierbei eine oder mehrere Fragen zu ihrem Wohlergehen/Glücksgefühl vorgelegt. Im folgenden werden einige der gebräuchlichsten Befragungen vorgestellt.
Bei dieser Erhebung, wird der Teilnehmer nach den Zeitspannen des Tages befragt, in denen er sich unwohl ("unpleasent state") fühlte.
Hierbei wird der Teilnehmer befragt, wie zufrieden er oder sie zu bestimmten Zeitpunkten des Tages waren.
Die Teilnehmer müssen hier die folgende Frage beantworten:
“On the whole, are you very satisfied, fairly satisfied, not very satisfied, or not at all satisfied with the life you lead?”
etwa: "Sind Sie insgesamt sehr zufrieden, zufrieden, nicht sehr zufrieden oder überhaupt nicht zufrieden mit dem Leben, das Sie führen?"
Bei dieser Methode müssen die Teilnehmer fünf Fragen mit einer Punktzahl von 1 bis 7 bewerten, wobei 1 keine Zustimmung und 7 maximale Zustimmung bedeutet [1]:
Mittels fMRI und EEG ist es möglich, die Durchblutung von Hirnarealen zu messen. In vielen Experimenten wurde in den letzten Jahrzehnten erforscht, welche Gefühle zu Aktivitäten welcher Gehirnareale führen. In diesem Zusammenhang wurden auch positive Emotionen und Glücksgefühl erforscht. So zeigt sich, dass eine höhere Aktivität des linken präfrontalen Cortex (PFC) stark mit einer offenen, neugierigen Haltung gegenüber Reizen korreliert, während eine höhere Aktivität des rechten PFC mit einer eher ängstlichen Rückzugshaltung korreliert. In weiteren Experimenten konnten Davidson et al. eine entsprechende Verbindung zwischen Hirnaktivität und persönlicher Einschätzung des Glücks/der Zufriedenheit zeigen: stärkere Aktivität des linken PFC korrelierte deutlich mit höherer subjektiver Zufriedenheit. [2].
Manche Vertreter der Glücksforschung wie Richard Layard vertreten die Ansicht, dass Politik das Ziel haben sollte, das menschlichen Wohlergehen und nicht den materiellen Wohlstand zu maximieren. Um dieses Ziel zu erreichen, sei die Analyse und kontinuierliche Erhebung von Glücksindikatoren erforderlich.[3]
Der König von Bhutan drückte mit diesem Ausdruck schon 1972 die Auffassung aus, dass die reine Betrachtung der Wirtschaft und des Bruttosozialprodukts zu wenig über das Wohlergehen der Einwohner eines Staates aussagt. Die vier Säulen des Bruttonationalglücks sind die Förderung einer sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung, Bewahrung und Förderung kultureller Werte, Schutz der Umwelt und Errichtung von guten Regierungs- und Verwaltungsstrukturen.
In Großbritannien werden seit einigen Jahren auf nationaler Ebene Nachhaltigkeitsindikatoren erhoben. Seit 2006 werden im Rahmen dieser Erhebung auch Glücksindikatoren abgefragt, so sollen die Befragten u.a. ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10 einordnen. [4]
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