Glasarmringe sind eine typische Schmuckform, die neben gläsernen Fingerringen und Ringperlen zur mittleren La-Tène-Zeit im keltischen Mitteleuropa als Frauenschmuck aufkommt und als Grabbeigabe gefunden wird. Bereits nach rund 150 Jahren verringert sich die Zahl dieser Ringe, die am Ende der Spätlatenezeit völlig verschwinden.
Die farbigen, stets nahtlosen Glasarmringe gaben das Geheimnis ihrer Herstellung nicht preis. Einfluss auf den Charakter von Glas nehmen vor allem die enthaltenen Bestandteile und jene Elemente, deren Vorhandensein eine Veränderung der Schmelztemperatur bewirkt.
Form und Verzierung der Ringe lassen sich in drei Kategorien einteilen:
beide Formen gibt es mit oder ohne andersfarbige Verzierungsfäden
Die Anfertigung der komplizierten Ringprofile und ihrer Verzierungen konnten lange nicht schlüssig erklärt werden. Die älteren Erklärungsmodelle basieren auf historischen und ethnographischen Vergleichen. Nach O. Kunkel stellte man Glasarmringe zum Beispiel im Schleuderspießverfahren her. Andere Archäologen schlugen das Schwingen als Methode vor. Keiner der Vorschläge erbrachte im Versuch die vorgefundenen Merkmale. Einer Schweizer Experimental-Archäologin gelang es im Jahre 2007 Glasarmringe mit identischen Spuren der keltischen Originale, wie zum Beispiel den langgezogenen Lufteinschlüssen herzustellen. Die von ihr angewandte Methode wird als „Glastöpfern“ bezeichnet. Die Ringe wurden auf einer speziell präparierten Töpferscheibe geformt, profiliert und mit Eindrücken verziert.
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