Montag, 28. Mai 2012

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Glasgerät

Gaswaschflasche

Glasgeräte ist in der Labortechnik der Oberbegriff für Geräte, die wegen der besonderen Eigenschaften des Werkstoffes aus Glas gefertigt sind. Wegen seiner Hitzebeständigkeit wird meist Borosilikatglas verwendet. Thermisch hoch beanspruchte Glasgerate, wie Pyrolyserohre, werden oft aus dem relativ spröden Supremax-Glas gefertigt, das bis zu 680 °C verwendbar ist. Bombenrohre werden aus dem druckbeständigeren Durobax-Glas hergestellt. Für höchste thermische Beanspruchungen (Erweichungspunkt über 1400 °C) werden Geräte aus Quarzglas gefertigt, das wegen des sehr geringen thermischen Ausdehnungskoeffizienten (5,8·10−7 cm·°K−1) eine sehr hohe Temperaturwechselbeständigkeit besitzt.[1] Auch in der Photochemie werden häufig Apparaturen aus Quarzglas verwendet.

Apparaturen

Werden mehrere Glasgeräte miteinander verbunden, spricht man von einer Glasapparatur. Große Apparaturen aus Glasgeräten mit Schliffverbindungen sind starr, ein spannungsfreier Aufbau erfordert deshalb große Erfahrung. Dabei haben sich Kugelschliffverbindungen bewährt, die flexible Apparaturen ermöglichen. Diese erfordern eine geeignete Klammer zur Fixierung.

Schliff

Glasschliff mit Kern (links oben) und Hülse (links unten) wowie geschlossener Verbindung (rechts unten).
Kegelschliffverbindung mit Schliffklemme
Clipox Schliffklemme.ogv
Die Schliffklemme aus Metall in der Praxis

Um aus Glasgeräten eine luftdicht geschlossene Apparatur aufbauen zu können, besitzen sie an Verbindungsstellen meist einen Glasschliff, werden daher auch als Schliffglasgeräte bezeichnet. Die am häufigsten vorkommende Schliffform ist der Kegelschliff in den Größen NS 14,5, 29 oder 45 („NS“ steht für „Normschliff“, die Zahl dahinter gibt den Durchmesser in mm an). Die Kegelschliffverbindung besteht aus einer Hülse (dem Mantelschliff) und dem Kern (Kernschliff).[2] Beim Aufbau wird der Schliffkern mit einer mittelviskosen Siliconpaste (bei Arbeiten im Hochvakuum mit einer hochviskosen) gefettet. Dadurch wird ein luftdichter Abschluss erreicht, außerdem wird das spätere Öffnen erleichtert. Die beiden verbundenen Teile werden dann mit einer Schliffklemme (Schliffklammer) fixiert.

Weitere Schliffformen sind der Planschliff (beim Exsikkator), der Zylinderschliff (beim KPG-Rührer) und der Kugelschliff.

Vorteile von Glas

  • Resistenz gegen die meisten Chemikalien
  • Transparenz
  • Thermische Verformbarkeit bei der Produktion (kann durch Erhitzen (Glasbläser) in eine fast beliebige Form gebracht werden)
  • Durch geringen thermischen Ausdehnungskoeffizienten relativ unempfindlich gegen Temperaturwechsel
  • Niedriger Preis
  • Gut zu reinigen

Wichtige Glasgeräte

Aufbau einer Destillationsapparatur aus verschiedenen Glasgeräten
Aufbau einer Soxhlet-Apparatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Autorengemeinschaft: Organikum. 19. Auflage, Johann Ambrosius Barth, Leipzig · Berlin · Heidelberg 1993, S. 1, ISBN 3-335-00343-8, S. 653.
  2. Autorengemeinschaft: Organikum. 19. Auflage, Johann Ambrosius Barth, Leipzig · Berlin · Heidelberg 1993, S. 2, ISBN 3-335-00343-8, S. 653.
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