Montag, 28. Mai 2012

Themen


Glass-Steagall Act

Glass-Steagall Act ist die Bezeichnung für zwei Bundesgesetze der Vereinigten Staaten. Namensgeber dieser amerikanischen Bundesgesetze waren der Senator Carter Glass aus Virginia und der Repräsentantenhaus-Abgeordnete Henry B. Steagall, beide von der Demokratischen Partei.

Der erste Glass-Steagall Act (1932)

Das erste Gesetz wurde am 27. Februar 1932 von Präsident Herbert C. Hoover erlassen und diente der Eindämmung der Deflation während der Großen Depression.

Der zweite Glass-Steagall Act (1933)

Das zweite, bedeutendere Gesetz, der Banking Act of 1933, wurde dem House of Representatives als H.R. 5661 durch Henry B. Steagall vorgelegt, vom U.S. House Committee on Banking and Currency gebilligt und am 16. Juni 1933 von Präsident Franklin Delano Roosevelt als Gesetz unterschrieben. Der in Folge als Glass-Steagall Act bezeichnete Banking Act schrieb die Einführung eines Trennbankensystems, also eine institutionelle Trennung zwischen dem Einlagen- und Kreditgeschäft und dem Wertpapiergeschäft, vor. Da die Banken während der Bankenkrise von 1929 bis 1933 durch die starke Integration und Vernetzung zwischen dem Investment- und Commercial-Banking massive Verluste sowohl auf der Wertpapierseite durch Kursstürze als auch auf der Kreditseite durch Kreditausfälle erlitten, sollte damals durch die Trennung sichergestellt werden, dass sich diese Ereignisse nicht wiederholen.[1][2] Ferner sah der Glass-Steagall Act die Gründung der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC), die amerikanische Form eines nationalen Einlagensicherungsfonds, vor. Durch die FDIC konnten Banken erstmals ihren Kunden eine Einlagensicherung garantieren.[3] Die Gesetze erleichterten zusätzlich die Refinanzierung der Banken durch die amerikanische Notenbank (FED).[3] 1956 wurde den Banken zusätzlich untersagt, Konkurrenten in anderen US-Bundesstaaten zu übernehmen.[3] Das zweite Glass-Steagall-Gesetz wurde mehrfach modifiziert und 1999 unter Präsident Bill Clinton mit dem Gramm-Leach-Bliley Act schließlich komplett aufgehoben.[4][3] Im Herbst 2008 erlebte es auf dem Höhepunkt der damaligen Finanzkrise eine Renaissance: Die US-Investment-Banken wurden gezwungen, sich in Geschäftsbanken zu verwandeln. Das bedeutete eine strengere Aufsicht, aber auch wiederum besseren Zugang zur Refinanzierung durch die Fed.[3]

Siehe auch

Literatur

 Wikisource: Originaltext des Banking Act of 1933 – Quellen und Volltexte (englisch)
  •  Benjamin Anderson: Economics and the Public Welfare. D. Van Nostrand Company, New York 1949..
  •  Jaems R. Barth, R. Dan, Jr. Brumbaugh, James A. Wilcox: Policy Watch: The Repeal of Glass–Steagall and the Advent of Broad Banking, Journal of Economic Perspectives, Vol. 14, 2, S. 191-204. 2000.
  •  Fabozzi; Frank J.; Modigliani, Franco: Capital Markets. Institutions and Instruments. Prentice Hall, 42008, EV 2003, ISBN 0136026028.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Randall S. Kroszner; Raghuram G. Rajan: The Role of Firewalls in Universal Banks: Evidence from Commercial Bank Securities Activities before the Glass-Steagall Act, University of Chicago - George G. Stigler Center for Study of Economy and State, Chicago, 1994
  2. Ann-Kristin Achleitner: Handbuch Investment Banking, Gabler Verlag, 2002, S. 6, ISBN 3409341846
  3. abcde handelsblatt.com, 21. Januar 2010, Frank Wiebe: Obamas Vorbild - Glass-Steagall-Act von 1933, aufgerufen am 3. Juni 2010, 17:42 MESZ
  4. CNN.com: Bill Clinton: I should have better regulated derivatives February 16, 2009
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde zuletzt am 29. April 2012 um 08:10 Uhr geändert.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Glass-Steagall_Act aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

TOP



TOP