Montag, 28. Mai 2012

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Glaukonit

Glaukonit ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Silikate, genauer ein Schichtsilikat (Phyllosilikat) mit Glimmertafeln, zusammengesetzt aus tetrahedralen oder octahedralen Netzen. Er kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (K,Na)(Fe3+,Al,Mg)2(Si,Al)4O10(OH)2 und entwickelt fast ausschließlich plattige, massige bis erdige Aggregate von grüner Farbe, die auch ins Gelbliche oder Bläuliche spielen kann.

Glaukonit ist das namensgebende Mineral einer ganzen Gruppe chemisch und strukturell ähnlicher Minerale. Weitere Gruppenmitglieder sind Aluminoceladonit, Boromuskovit, Celadonit, Chernykhit, Chromceladonit, Chromphyllit, Ferro-Aluminoseladonit, Ferroceladonit, Ganterit, Montdorit, Muskovit, Nanpingit, Paragonit, Roscoelith, Tainiolit und Tobelit.

Etymologie und Geschichte

Benannt wurde das Mineral aufgrund seiner Farbe nach dem altgriechischen Wort γλαυκός [glaukós] mit der nachhomerischen Bedeutung „glänzend“, „blau-grün“ bzw. „blau-grau“. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes leitet sich wohl von γλαῦξ [glaúx] bzw. γλαύξ [glaúx], Genitiv γλαυκός [glaukós] „Eule“ ab, und müsste damit „eulenförmig“ heißen. Inwiefern die verschiedenen Bedeutungen bei Homer verwendet werden, ist ein Streitpunkt der Klassischen Philologie[3].

Bildung und Fundorte

Glaukonit bildet sich durch Umwandlung von detritischem Biotit, Illit oder anderen Ausgangsmaterialien wie Kotpillen von Bodenorganismen in mariner Diagenese im flachem Wasser unter reduzierenden Bedingungen. Direkte Ausfällungen aus Meerwasser ist selten. Bevorzugte Bildungsstätten sind dabei Sandsteine und Ton (auch Bildung von Grünerde) sowie Kalkstein, oft in Begleitung von Phosphoriten.

Fundorte sind unter anderem Western Australia in Australien; Limburg in Belgien; Yunnan in der Volksrepublik China; Sjælland in Dänemark; Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in Deutschland; verschiedene Regionen von Frankreich; Apulien und Venetien in Italien; Hokkaidō in Japan; Ontario und Québec in Kanada; Gozo der Republik Malta; Souss-Massa-Daraâ in Marokko; die Südinsel von Neuseeland; Gelderland und Limburg in den Niederlanden; Województwo małopolskie in Polen; Kärnten, Niederösterreich, Salzburg und Tirol in Österreich; die nördlichen Regionen von Russland; Jämtland, Skåne und Värmland in Schweden; Kanton Aargau in der Schweiz; Banská Bystrica, Košice, Prešov,und Žilina in der Slowakei; einige Regionen in Südafrika; Borsod-Abaúj-Zemplén, Fejér, Komitat Komárom-Esztergom, Nógrád und Veszprém in Ungarn; England im Vereinigten Königreich sowie in vielen Regionen der Vereinigten Staaten.[4]

Kristallstruktur

Glaukonit kristallisiert im monoklin-prismatischen Kristallsystem in der Raumgruppe \ C 2/m mit den Gitterparametern a = 5,234 Å; b = 9,066 Å und c = 10,16 Å; β = 100.5° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ab Webmineral - Glauconite (engl.)
  2. ab MinDat - Glauconite (engl.)
  3. Vgl. Manu Leumann, Homreische Wörter, Basel 1950.
  4. MinDat - Localities for Glauconite (engl.)

Literatur

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 251.
  •  Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2005, ISBN 3-540-23812-3, S. 287.

Weblinks

 Commons: Glauconite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Diese Seite wurde zuletzt am 25. April 2012 um 12:53 Uhr geändert.

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