Der Goldene Tempel, richtig: Hari Mandir (Punjabi: ਹਰਿਮੰਦਰ ਸਾਹਿਬ; Gottestempel) genannt, ist das höchste Heiligtum der Sikhs in Amritsar im indischen Bundesstaat Punjab. Erbaut wurde er vom fünften Guru der Sikhs, Guru Arjun Dev, im 16. Jahrhundert und erfuhr weiteren Ausbau (eine goldene Kuppel) unter Ranjit Singh im 19. Jahrhundert.
Der Tempel ist mit Blattgold belegt und liegt auf einer Insel in einem See, der Amrit Sarovar (von sanskrit amrit, „Nektar“; sarovar, „Teich“, „See“) genannt wird. Umgeben ist der Tempel von einer Palastanlage. Diese hat je ein Tor auf allen vier Seiten, was die Offenheit der Sikhs gegenüber allen Menschen und Religionen symbolisieren soll. Im Tempel selber werden während der Tageszeit Verse aus dem Heiligen Buch rezitiert. Diese Gesänge werden musikalisch untermalt und sind über Lautsprecher in der ganzen Tempelanlage zu hören, was eine eindrucksvolle Atmosphäre schafft. Der Tempel ist immer geöffnet und wird täglich von tausenden Pilgern, darunter nicht nur Sihks, besucht. Nachts ist es den Pilgern für maximal drei Tage gestattet, unter den Arkaden und in angrenzenden Räumen zu schlafen. In einem benachbarten Gebäude wird für diese Zeitspanne auch einfaches Essen angeboten. Dem Glauben der Sikhs zufolge kann, wer im heiligen Wasser badet oder davon trinkt, sein persönliches Karma verbessern. Die Anlage ist sehr gepflegt und wird täglich gewischt, im Tempelinneren sogar mit Milch.
In die Schlagzeilen kam der Tempel 1984 durch die Ausrufung des Staates Khalistan durch radikale Sikhs und der Stürmung des Tempels durch Soldaten der indischen Armee in der Operation Blue Star. Als Reaktion auf die Erstürmung des Heiligtums und die Ermordung des Sikh-Anführers Jarnail Singh Bhindranwale wurde die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi von ihren Sikh-Leibwächtern ermordet.
Im ersten Stock über dem Haupteingang zeigt ein Museum die Leidensgeschichte der Sikh unter den Hindus und Moslems seit dem 17. Jahrhundert. Neben Waffen werden auch Gemälde der wichtigsten Sikhmärtyrer und -gurus gezeigt. Besonderer Wert bei der Auswahl der Bilder wurde offensichtlich auf die Darstellung der verschiedenen Folterarten vergangener Zeiten und das damit verbundene Leiden der Sikh gelegt.
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Koordinaten: 31° 37′ 12″ N, 74° 52′ 36″ O
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