| Google Street View | |
|---|---|
| www.google.de/streetview | |
| Motto | Der neue, dreidimensionale Stadtplan |
| Kommerziell | ja |
| Beschreibung | virtuell begehbarer Stadtplan |
| Registrierung | nein |
| Eigentümer | Google Inc. (mehr) |
| Erschienen | 25. Mai 2007[1] |
Google Street View ist ein Zusatzdienst zu Googles Kartendienst Google Maps und dem Geoprogramm Google Earth. Es werden Ansichten in 360-Grad-Panoramabildern aus der Straßenperspektive dargestellt. Erstmals vorgestellt wurde der Dienst im Juni 2007 auf der Where-2.0-Konferenz in San José mit ausgesuchten Ansichten lediglich verfügbar in den Vereinigten Staaten.[1] In der Folgezeit wurde der Dienst international ausgeweitet und sorgte insbesondere aufgrund Datenschutzbedenken für Schlagzeilen.
Bei den Rohdaten handelt es sich um digitalisierte 360-Grad-Panoramabilder, die mit speziell ausgerüsteten Pkw und Fahrrädern[2] aufgenommen werden. Diese Spezialfahrzeuge haben auf dem Dach in etwa 2,9 Metern Höhe (beim Google-Bike augenscheinlich etwas niedriger) neun Kameras montiert: acht Kameras für den 360-Grad-Blick, eine Kamera ist nach oben gerichtet. Darüber hinaus sind drei Lasermessgeräte zur dreidimensionalen Vermessung vorhanden. Durch die gesammelten 3D-Daten soll es zu einem späteren Zeitpunkt in Google Earth auch eine räumliche Darstellung der Gebäude mit den Street-View-Daten als Oberflächen geben. Der Erfassungsradius der von der deutschen Firma Sick AG hergestellten Laserscanner beträgt etwa 50 Meter.
Zusätzlich zu den Foto- und 3D-Daten werden auch Daten über Funknetze gesammelt. Diese Daten umfassen den Netzwerknamen (SSID), die Verschlüsselungsstärke und die MAC-Adressen der verwendeten Geräte. Diese WLAN-Daten sollen zur WLAN-basierten Ortung dienen.[3] Neben diesen Verkehrsdaten wurden, soweit die Netzwerke nicht verschlüsselt waren, auch die übermittelten Daten mitgeschnitten.[4][5] Google verwendet dazu das Programm Kismet.[6] Die Methode ist, unter anderem als Wardriving,[7] seit längerem bekannt. Im März 2011 verhängte die französische Datenschutzbehörde CNIL eine Geldstrafe gegen Google wegen des Datensammelns.[8]
Zur Nutzung der Street-View-Daten in Google Maps gelangt der Nutzer, indem er das gelb-orange Symbol eines stilisierten Männchens (Pegman) auf der linken oberen Seite des Google-Maps-Interface mit dem Cursor in dem ausgewählten Gebiet auf einen bestimmten Ort zieht.[9] Straßen, für die Street-View-Daten verfügbar ist, sind blau unterlegt. Steht Street View für eine bestimmte Karte nicht zur Verfügung, ist das Männchen ausgegraut.
Das Bild ist dann mit der Maus um 360 Grad sowie nach oben und unten drehbar. In Google Maps sind Pfeile in das Bild integriert, um zum nächsten oder zurück zum vorherigen Panorama zu wechseln. Da etwa alle zehn Meter ein Foto gemacht wird, ist es dadurch möglich, eine Strecke virtuell in Google Maps oder Google Earth „abzufahren“.
Google hat in der Vergangenheit vier Arten von Street-View-Kameras montiert. Kameras der Generation 1, 2, 3 und 4 wurden verwendet, um Fotos in den Vereinigten Staaten zu machen. Die erste Generation der Kameras war schnell überholt, und weitere Bilder wurden mit der zweiten und dritten Generation aufgenommen. Die zweite Generation wurde verwendet, um Fotos in Australien zu machen. Die erste, zweite und dritte Generation der Street-View-Kameras verursachten einen gelegentlich sichtbaren Schatten in den Bildern, die morgens und abends aufgenommen wurden. Die neue Kamera der vierten Generation wird verwendet, um alte Aufnahmen zu ersetzen, die mit früheren Kameragenerationen aufgenommen wurden. Die vierte Generation der Street-View-Kamera nimmt Bilder nahezu in HD-Qualität auf, also wesentlich besser als frühere Kameras.
Im Februar 2010 führte Google an einem Schneemobil die vierte Generation der Street-View-Kamera mit, um Bilder der "Whistler Blackcomb Ski Slopes" für die Olympischen Winterspiele in Vancouver (Kanada) aufzunehmen.[10] Im Oktober 2011 hat Google damit begonnen, auch Bahnstrecken für Street View zu erfassen. Die Verbindung zwischen Thusis über St. Moritz nach Tirano gehört zum UNESCO-Welterbe, Google wurde bei dem Vorhaben durch die Rhätische Bahn unterstützt.[11]
Der Dienst erfasst in den USA einen Großteil des Landes und steht seit Sommer 2008 auch für Teile Frankreichs, Japans, Italiens, Spaniens, Neuseelands und Australiens zur Verfügung. Die Strecke der Tour de France im Jahr 2008 wurde drei Tage vor ihrem Start in Google Street View veröffentlicht.[12] Seit März 2009 ist der Dienst auch in Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. Die Städte Rom, Mailand, Florenz sowie Straßen rund um den Comer See, mit vielen kleinen Dörfern und Städten, sind bereits erfasst und verfügbar.[13][14] Am 18. August 2009 wurden Straßenansichten der Schweizer Großregionen von Genf, Basel, Bern und Zürich[15] sowie Luzern, Winterthur und der portugiesischen Städte Lissabon und Porto veröffentlicht. Außerdem ist Mexiko-Stadt per Street View einsehbar. Am 20. Januar 2010 wurden Dänemark und Schweden hinzugefügt, am 9. Februar Norwegen und Finnland. Am 11. März kamen Hongkong und Macao hinzu.[16] Am 8. Juni wurden Bilder aus Südafrika aus Anlass der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 veröffentlicht. Am 8. Dezember wurde Street View für Rumänien veröffentlicht.
Ab Juli 2008 nahm Google deutsche Straßen in vielen Städten und Landkreisen auf und veröffentlichte, an welchen Orten weitere Aufnahmen geplant wurden.[18] Nach einer Pause im Winter 2008/2009 waren die Google-Fahrzeuge seit März 2009 wieder auf Deutschlands Straßen im Einsatz. Laut Google sollen Aufnahmen vorwiegend bei schönem Wetter gemacht werden.[19] Am 10. August 2010 gab Google bekannt, dass der Kartendienst noch im Jahr 2010 für die 20 größten Städte Deutschlands bereitgestellt werden soll. Google begann im August 2010, ganzseitige Anzeigen in Zeitschriften, Tageszeitungen und Regionalzeitungen zu schalten.[20][21]
Dazu wurde am 17. August 2010 eine Seite eingerichtet, auf der man vor Veröffentlichung die Unkenntlichmachung des eigenen Hauses beantragen kann.[22] Nach anhaltender Kritik von Politikern und Verbraucherschützern wegen der zu kurzen Widerspruchsfrist gab Google am 19. August 2010 bekannt, die Frist um vier Wochen zu verlängern.[23] Die Widerspruchsfrist für die o. g. Städte betrug damit acht Wochen und ging am 15. Oktober 2010 zu Ende.[24][25] Auch nach der Veröffentlichung von Street View werden Widersprüche möglich sein.[26] Google ließ die Unkenntlichmachung von Experten des TÜV Rheinland prüfen, somit wollte Google sicherstellen, dass der Prozess bestmöglich funktionieren würde. Nachdem diese den Prozess und eine repräsentative Stichprobe von Anträgen untersuchten, bekam Google das TÜV-Rheinland-Gütesiegel.[27] Google räumt jedoch ein, dass es aufgrund der manuellen Unkenntlichmachung vereinzelt zu Fehlern kommen kann. Es weist darauf hin, dass in solchen Fällen ein wiederholter Einspruch möglich ist, den die Mitarbeiter schnellstmöglich bearbeiten.
Bis November 2010 waren über Google Street View noch keine Bilder aus Deutschland abrufbar, da Google zuvor Forderungen der Datenschutzbehörden nachkommen wollte. Stellvertretend für die jeweiligen Behörden der Bundesländer werden die Gespräche mit dem hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit geführt.[28] Allerdings war ein ähnlicher Dienst über den Anbieter sightwalk für wenige deutsche Städte bereits verfügbar. Darüber hinaus sind in vielen urbanen Gebieten schon seit 2007 bei Bing Maps – Microsofts Konkurrenzangebot – hochaufgelöste, flächendeckende Luftbilder aus zumeist vier Perspektiven zu unterschiedlichen Zeitpunkten jederzeit abrufbar. Mit Bing Streetside ist zudem ein ähnlicher Straßenansichtsdienst geplant.[29] Ebenso hat Nokia-Tochter Navteq im Frühjahr 2010 begonnen, Straßen in den Vereinigten Staaten, teilweise auch Frankreich und in Großbritannien abzufotografieren.[30] Obwohl zunächst keine Bilder aus Deutschland verfügbar waren, erfolgten nach Angaben von Google etwa 1 Million Aufrufe pro Tag aus Deutschland, so viele wie aus keinem anderen Land, in dem Street View nicht angeboten wurde.[31]
Am 2. November 2010 wurden zum ersten Mal in Deutschland liegende Straßenzüge in Street View online gestellt. Neben bekannten Objekten wie dem Kanzleramt, der Siegessäule oder zehn Stadien der Bundesliga konnte der Betrachter nun erstmal auch in Teilen des bayerischen Ortes Oberstaufen virtuell „spazieren gehen“.[32][33] Zwei Wochen später wurden die 20 nach Einwohnerzahl größten Städte online gestellt; und zwar: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.[34] Insgesamt gingen 244.237 Anträge auf Unkenntlichmachung ein, die vor dem Start bearbeitet werden mussten. Diese Gebäude erscheinen unwiderruflich verpixelt, da Google sich verpflichtet hat, das Rohdatenmaterial zu löschen.[35]
Am 10. April 2011 gab Google bekannt, dass keine Pläne mehr bestünden, den in Deutschland durch Street View abgedeckten Bereich auszuweiten. Auch eine Aktualisierung der existierenden Aufnahmen sei nicht geplant.[36]
Die Datenschutzkommission hat in Österreich eine Pause der Ablichtung der Straßenzüge in Österreich bewirkt. Von Ende Mai 2010 bis Ende November 2010 lief ein Prüfungsverfahren. Ein Auflagenbescheid legte fest, welche Einschränkungen Google einhalten muss, um die Street-View-Aufnahmen fortsetzen zu dürfen. Seit Dezember 2010 ist die Fortführung von Google Street View in Österreich wieder gestattet.[37][38]
In der Schweiz wird (Stand: September 2009) eine gewisse Fläche schon dargestellt, hauptsächlich die Großräume um Basel, Zürich, Bern und das Nord- und Westufer des Genfersees. Auch einige Alpentäler (Rhonetal) sind erfasst. In der Woche vom 11. Oktober 2010 bis zum 15. Oktober 2010 fanden mehrere Aufnahmen in der Region der Großstädte statt, um die Straßen der Region rundherum später auf Google bereitstellen zu können.
In Frankreich wurden zunächst die Strecken zur Tour de France 2008 veröffentlicht.[39] Seit Anfang Juni 2011 ist Google Street View flächendeckend in Frankreich verfügbar. Einige berühmte Sehenswürdigkeiten (Schloss Versailles, Schloss Chenonceau etc.) sind ebenfalls erfasst.
Aufnahmen im Disneyland Resort Paris wurden laut Google im Herbst 2008 gemacht. Disney hatte dafür die Tore etwas früher geöffnet. Google-Mitarbeiter fuhren mit einem speziellen Fahrrad einige Wege im Park ab und machten Fotos für Street View. Laut Google ist das der erste Teil einer „Special Collection“.[40]
Der Dienst erfasst in den USA bereits einen Großteil des Straßennetzes, nahezu alle Städte und Nationalparks können online eingesehen werden.
Die Ostküste der USA ist ungefähr zu 90 bis 98 Prozent abgedeckt. In der Landesmitte bzw. in der Wüstenregion sind die großen Städte und die großen Interstate Highways online verfügbar. An der Westküste sind mindestens 88 Prozent des öffentlichen Straßennetzes abgedeckt; nicht erfasst sind die oft großräumigen Gated Communities. Auf Hawaii sind ein Großteil der Stadt Honolulu sowie die Highways und einige Regionen der Insel Oʻahu abgedeckt. Auf der Insel Maui sind die Stadt Kahului, die Hawaiʻi State Route 30 und kleinere Highways um und mit Kihei verfügbar. In Alaska sind kaum 15 Prozent des Bundesstaats abrufbar, die Stadt Anchorage und die Region um die Stadt sind teilweise abgedeckt. Die Highways und die State Routes (u. a. die A-1 oder der Dalton Highway) die den Süden mit dem Norden verbinden, sind ebenfalls teilweise online.
Die Special Attractions ist eine Sonderkollektion der Street-View-Galerie, in welcher außergewöhnliche Attraktionen der USA aufgenommen wurden.[41] Diese Sonderkollektion ist nicht zu verwechseln mit der Special Collection, in der z. B. das Disneyland Resort Paris enthalten ist.
| Attraktion | Ort |
|---|---|
| Busch Gardens Africa | Tampa, Florida |
| Adventure Island | Tampa, Florida |
| Universal Orlando Resort | Orlando, Florida |
| Aquatica | Orlando, Florida |
| Busch Gardens Europe | Williamsburg, Virginia |
| Arastradero Open Space Preserve | Palo Alto, Kalifornien |
| Universität von Boston | Boston, Massachusetts |
| Hershey Park | Hershey, Pennsylvania |
| Legoland | Carlsbad, Kalifornien |
| Mazda Raceway Laguna Seca | Salinas, Kalifornien |
| Monterey Bay Coastal Bike Path | Monterey, Kalifornien |
| San Diego State University | San Diego, Kalifornien |
| Santa Monica Pier | Santa Monica, Kalifornien |
| SeaWorld San Antonio | San Antonio, Texas |
| SeaWorld San Diego | San Diego, Kalifornien |
| SeaWorld Orlando | Orlando, Florida |
| Thunderhill Raceway Park | Willows, Kalifornien |
Im November 2011 startete Google ein Street View ähnliches Projekt, bei dem das Amazonasbecken im Nordwesten Brasiliens erfasst wurde. Zu diesem Zweck wurden spezielle Kameraboote ebenso wie entsprechend ausgerüstete Geländefahrzeuge für den Regenwald und die Uferbereiche eingesetzt. Am 21. März 2012 wurden die Bilder, die entlang eines 40 km langen Uferstreifens nordwestlich von Manaus geschossen wurden, veröffentlicht. Die Anregung zu den Aufnahmen war von der FAS, einer Organisation zum Schutz des Amazonasgebietes gekommen. Man hofft, auf diese Weise möglichst vielen Menschen die ökologische Bedeutung des Regenwaldes nahebringen zu können.[42]
Mittels der Fotos welche von den Mars Exploration Rover, Spirit und Opportunity aufgenommen wurden können einzelne Gebiete auf dem Planeten Mars in 360-Grad-Panoramabildern aus der Beobachterperspektive dargestellt werden.
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Afrika Asien
Europa
Nordamerika Ozeanien
Südamerika |
Bei Street View sind zwei Datenschutzprobleme (nach deutschem Recht) zu unterscheiden: erstens die Aufnahme von Personen und zweitens die Aufnahme von Privatwohnungen. Das erste Problem ist gelöst, denn seit Mai 2008 wird das Bildmaterial mit Hilfe einer speziellen Software nach Gesichtern von Passanten und nach Kfz-Kennzeichenschildern durchsucht und diese durch Weichzeichnung unkenntlich gemacht. Google hat alle Bilder dieser Prozedur unterzogen. Da es sich um einen automatisierten Vorgang handelt, kann es vorkommen, dass Gesichter oder Nummernschilder nicht vollständig unkenntlich gemacht wurden oder Bereiche behandelt werden, die weder ein Gesicht noch ein Nummernschild zeigen. Unbehandelte Gesichter oder Nummernschilder oder Bereiche, die fälschlicherweise nicht unkenntlich gemacht wurden, können über die Hilfefunktion an den Betreiber weitergeleitet werden.
Das Problem der Erfassung insbesondere von Privathäusern und Wohnungen in Deutschland wird nach wie vor kontrovers diskutiert.[49] In den klassischen juristischen Kommentaren zum Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) wird das Problem ausführlich nur im Praxiskommentar von Bergmann, Möhrle und Herb behandelt. Sie kommen zum Ergebnis, dass die Zulässigkeit anhand von § 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BDSG geprüft werden müsse und "zumindest bei Einfamilien- oder kleineren Mehrfamilienhäusern oder bei Gehöften" das Speichern und zum Abruf bereithalten dieser Häuserfassaden nach § 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BDSG unzulässig sei.[50]
In Deutschland regte sich im September 2008 Widerspruch gegen die Erfassung der Straßen der Gemeinde Molfsee.[51][52] Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, lehnte das Projekt Anfang Oktober 2008 in einer ersten rechtlichen Bewertung als unzulässig ab.[53] Der Düsseldorfer Kreis kam Mitte November 2008 zu dem Ergebnis, dass sich das Projekt nicht verbieten lasse, aber Gesichter, Kraftfahrzeugkennzeichen und Hausnummern zu verschleiern und alle Betroffenen rechtzeitig darauf hinzuweisen seien, dass sie jederzeit Einspruch gegen die Veröffentlichung sie betreffender Daten erheben können.[54] Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat dazu ein herunterladbares Musterschreiben veröffentlicht.[55]
Ende April 2010 einigten sich Google und das BMELV auf eine verbesserte Datenschutzregelung. Demnach soll Street View erst nach Berücksichtigung aller Einsprüche in Deutschland starten. Sammelanträge von Städten und Gemeinden werden von Google akzeptiert, zur Vereinfachung der Widerspruchsverfahren will Google zusammen mit dem Deutschen Städtetag ein Verfahren entwickeln.[56]
Die Erhebung von WLAN-Parametern und deren Position zur Verwendung in Googles Diensten zur WLAN-basierten Ortung hat ebenfalls zu Kritik geführt.[57] Auf Nachfrage des Bundesbeauftragten für den Datenschutz gestand Google im Mai 2010 ein, mehr als die bislang veröffentlichten WLAN-Daten gesammelt zu haben. So seien zusätzlich zu den im April veröffentlichten WLAN-Parametern auch Inhalte mitgeschnitten worden. Dies wurde von Datenschützern als rechtswidrig bezeichnet und stark kritisiert.[58]
Ab Mai 2010 meldeten sich zunehmend auch Befürworter von Street View zu Wort, die in einer geplanten Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes, wonach Eigentümer und Mieter von systematisch erhobenen und georeferenzierten Internetangeboten die Unkenntlichmachung der Haus-Abbildungen verlangen dürften, eine Aushöhlung der Panoramafreiheit sahen.[59][60] Der Deutsche Journalistenverband betonte, die Rechte der Bildjournalisten müssten gewahrt bleiben.[61]Konrad Lischka kritisierte im Spiegel, dass deutsche Politiker verbindliche schärfere Kontroll- und Sanktionsregeln wie im Safe-Harbor-Abkommen vernachlässigten, stattdessen überböten sie sich mit Forderungen nach härterer Regulierung der Geodatendienste.[62] Der Verband Haus & Grund befürchtet eine Klagewelle, da es zu Wettbewerbsnachteilen im Immobilienmarkt kommen könne und eine Verpixelung jeder Mieter ohne Eigentumsnachweise beantragen kann.[63]
Im Vorfeld der deutschen Aufschaltung hat sich der Netzblogger Sascha Lobo mit einem nach eigenem Bekunden juristisch nicht gefestigten Formular für den Widerspruch zum Widerspruch zu Wort gemeldet.[64] Es steht im Kontext mit Hauseigentümern und Bewohnern, aber auch Gewerbetreibenden, die ausdrücklich wünschen, dass ihre Fassade, z.B. wegen eines angenommenen Werbezwecks, im Google-Dienst sichtbar bleibt. Dies ist vor allem für Fälle gedacht, in denen dieser Wunsch gegen die Wünsche anderer, unsichtbarer Dritter steht. In der öffentlichen Diskussion[65] wird angeführt, dass der Widerspruch einzelner Anspruchsinhaber gegen eine Darstellung in Street View und damit entgegen dem in Deutschland geltenden Recht auf Panoramafreiheit für die Allgemeinheit letztlich eine eher negative Signalwirkung für das jeweils unterdrückte Objekt haben dürfte.
Forderungen von Datenschützern, dass Widersprüche gegen Veröffentlichungen von Fotos der Häuser auch für die in Google Maps eingebundenen Community-Fotos von Panoramio, Flickr und ähnlichen Webdiensten gelten müssen, erteilte Google eine Absage. Der Street-View-Produktmanager Andreas Türk sagte: „Wir werden keine Zensur an User Generated Content betreiben.“ Die Bilder aus den Foto-Communitys seien frei im Netz verfügbar, Google zeige sie in Street View lediglich an, so wie die Google-Suche im Internet verfügbare Webseiten Dritter anzeige.[66]
Nach dem Start des Dienstes riefen Internetaktivisten dazu auf, Häuser zu fotografieren, deren Fassaden unkenntlich gemacht worden waren, und diese Bilder dann beispielsweise über den Dienst Panoramio im Netz zugänglich zu machen.[67] Im November 2010 kam es im Essener Stadtteil Bergerhausen zu Eierwürfen auf Häuser, deren Fassaden bei Google Street View verpixelt waren.[68]
Bereits einen Tag nach der Veröffentlichung in der Schweiz gab es erste Probleme mit dem Datenschutz.[15] Am 21. August 2009 forderte der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Hanspeter Thür Google auf, den Online-Dienst Street View für die Schweiz zu deaktivieren, da mehrere Gesichter und Kontrollschilder nicht unkenntlich gemacht und somit die vereinbarten Abmachungen zum Schutz der Privatsphäre von Seiten Google nicht eingehalten wurden.[69] Im November 2009 reichte Thür Klage beim Bundesverwaltungsgericht ein, um seine Forderungen durchzusetzen.[15] Im Dezember 2009 einigten sich Thür und Google darauf, dass Google die Aufnahmen fortsetzen, aber nicht veröffentlichen darf, bis das Gerichtsurteil vorliegt.[15] Das Bundesverwaltungsgericht entschied am 30. März 2011, dass Google Street View gegen die Privatsphäre der Menschen und damit gegen schweizerisches Recht verstösst. Das Gericht hat fünf von sechs Empfehlungen des Datenschützers abgesegnet:[70][71]
Google zog im Mai 2011 das Urteil an das Bundesgericht weiter.[72] Google gab bekannt: falls das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Bundesgericht bestätigt würde, müsste Google den Dienst in der Schweiz einstellen, da die Forderungen aufgrund praktischer und technologischer Hürden unrealistisch seien und somit nicht erfüllt werden können.[73]
Google Japan musste auf Druck der Regierung wegen unzureichender Zensur handeln. Somit mussten die Street-View-Kameras um 40 Zentimeter gesenkt werden. Google Japan unternahm im Mai 2009 erneut Fahrten mit den tiefer gelegten Kameras. Es lagen Beschwerden vor, da es Einblicke in Wohnungen gab. Google hat zwar von Anfang an den Personen die Möglichkeit gegeben, Beschwerden und Aufforderung zur Löschung von Inhalten direkt abzulegen. Dies genügte dem japanischen Ministerium für Inneres und Kommunikation aber nicht. Im August hat es Google Japan aufgefordert seine Bemühungen um den Schutz der Privatsphäre auszuweiten. So hat das Kommunikationsministerium verlangt, dass Google künftig öffentlich bekanntgeben muss, wo und wann der Aufnahmewagen für die Panoramabilder durchfahren wird. Über eine Informationsbroschüre müssen die lokalen Behörden und die betroffenen Einwohner vor einer Street-View-Aufnahme benachrichtigt werden. In solch einer Broschüre muss klar angegeben sein, wie sich die Bilder löschen lassen. Zudem müssen sie den Menschen, die keinen Internetanschluss haben, die Möglichkeit geben, ihre Beschwerden gegen eine unerlaubte Street-View-Aufnahme möglichst einfach deponieren zu können. Hierfür hat Google Japan bereits ein Callcenter eingerichtet.[15]
Darüber hinaus gibt es Klagen über Zweitverwendungen von Street-View-Bildern auf Webseiten von Drittpersonen. Google musste auch hier Abhilfe versprechen, indem sich künftig die entsprechenden Opfer direkt bei Google melden. Falls der Tatbestand der Ehrverletzung oder Belästigung gegeben ist, muss Google den Administrator der betroffenen Webseite auffordern, die Bilder sofort vom Netz zu nehmen. Weigert sich der Administrator, so wird die Webseite in der Google-Suche blockiert. Japan ist das erste von neun Street-View-Ländern, das sich der Problematik der Zweitverwendung angenommen hat.[15]
Das Bildmaterial von Google Maps unterliegt Googles Urheberrecht und darf weder von Privatpersonen noch von Firmen verwendet werden, wenn die Lizenzbestimmungen von Google nicht exakt eingehalten werden.[74] Zum Beispiel muss eine Privatperson, die ein Bild oder einen Ausschnitt aus Google Maps oder Google Earth benutzt, das Google-Logo in diesem Bild belassen, um die Lizenzbestimmungen nicht zu verletzen. Zudem ist in den meisten Fällen eine Genehmigung erforderlich.[75]
Die Street-View Bilder, aber auch das Kartenmaterial von Google Maps können auch auf Mobiltelefonen oder PDAs angesehen werden. Um den Kartendienst mobil nutzen zu können, muss man die entsprechende Software auf dem Gerät installieren, auf dem Apple iPhone ist Google Maps inkl. Street View schon installiert. Auch auf vielen Android-Handys ist Google Maps meistens vorinstalliert, kann aber auch aus dem Android Market bezogen werden. Neben den beiden speziellen Versionen für iPhone und Android gibt es auch eine auf Java-Basis, die mit Pocket PCs, Symbian und Palm-OS-Geräten kompatibel ist. Die Software kann entweder manuell durch einen Download oder automatisch, durch Erkennung des Handys installiert werden.
Google bietet eine Programmierschnittstelle (API), mit der man Google Street View und Google Maps in seine eigenen Seiten einbinden kann. Zur Einbindung ist ein Schlüssel nötig, der die eigenen Seiten berechtigt, Anfragen an den Google-Maps-Server zu stellen. Dieser kann von Google gratis bezogen werden. Das API bietet viele Möglichkeiten, die 360°-Panoramabildern auf der eigenen Seite zu konfigurieren, beispielsweise kann eine Zoomleiste eingeblendet werden, oder die Pixel-Abmessungen der Karten können im Code definiert werden.[76]
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