| Großer Stechlinsee | ||
|---|---|---|
| Der Große Stechlin | ||
| Geographische Lage | Landkreis Oberhavel | |
| Abfluss | Polzowkanal zum Nehmitzsee | |
| Orte in der Nähe | Ortsteil Neuglobsow der Gemeinde Stechlin | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 53° 9′ 6″ N, 13° 1′ 34″ O53.15155277777813.02617222222260 Koordinaten: 53° 9′ 6″ N, 13° 1′ 34″ O |
|
|
|
||
| Höhe über Meeresspiegel | 60 m | |
| Fläche | 4,52 km² | |
| Maximale Tiefe | 69,5 m | |
| Besonderheiten |
ehemaliges Kernkraftwerk Rheinsberg nahe dem Westufer |
|
Der Große Stechlinsee, eigentlich „der Große Stechlin“ oder umgangssprachlich nur „Stechlin“ oder „Stechlinsee“, liegt nahe der Nordgrenze des Landes Brandenburg im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Der Name Stechlin soll sich vom slawischen Wort für Glas steklo herleiten.[1] Der See gehört fast vollständig zur Gemeinde Stechlin im Landkreis Oberhavel, der Bereich um das Westufer zum Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Stadt Rheinsberg). Mit seiner maximalen Tiefe von 69,5 m ist er der tiefste See Brandenburgs. Die Entstehung des Seebeckens wird mit der Verschüttung und dem nachfolgenden Anstau eines Toteisblockes in einer ausgedehnten Sanderfläche gedeutet. Der Stechlin ist für seine exzellente Wasserqualität bekannt. 2012 wurde er durch den Global Nature Fund mit dem Titel Lebendiger See des Jahres ausgezeichnet.[2] Er ist mittlerweile der einzige oligotrophe Großsee in Norddeutschland. Die Sichttiefe beträgt bis zu 11 m (im Durchschnitt 6 m); das Wasser hat Trinkwasserqualität. Da die Seeoberfläche etwa auf 60 m ü. NN liegt, befindet sich der tiefste Punkt des Sees unter dem Meeresspiegel (9 m unter NN).
Der See wird seit über 40 Jahren wissenschaftlich beobachtet, auch während der Zeit, als er als Kühlwasserreservoir des Atomkraftwerkes Rheinsberg diente. Drei wissenschaftliche Institute haben sich auf Dauer an seinen Ufern eingerichtet:
Die flachen Strände und das klare Wasser machen den Stechlin zu einem beliebten Badesee und einem hervorragenden Tauchrevier.
Theodor Fontane gab seinem letzten Roman den Titel Der Stechlin. Beschrieben wird das Schicksal des (fiktiven) Adelsgeschlechtes von Stechlin, das am Stechlinsee ansässig ist. Der Roman erschien 1899 und im Jahr 1975 wurde er vom NDR als Dreiteiler verfilmt. Eine endemisch im Stechlinsee vorkommende Fischart, die Stechlin-Maräne, erhielt aus diesem Anlass den wissenschaftlichen Namen Coregonus fontanae.
Zwischen Nehmitzsee und Stechlinsee entstand zwischen 1960 und 1966 das erste Forschungs- und Versuchskernkraftwerk der DDR. Für den Kühlkreislauf wurden zwei Kanäle genutzt. Das Kühlwasser wurde dem Nehmitzsee entnommen, das erwärmte Kühlwasser floss über einen eigens für diesen Zweck erbauten Kanal in den Stechlinsee und strömte über den Polzowkanal in den Nehmitzsee zurück. Die Erwärmung des Seewassers hatte Folgen für Flora und Fauna der beiden Seen. Das Kernkraftwerk Rheinsberg wurde inzwischen stillgelegt und wird demontiert.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Großer_Stechlinsee aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |