| Nährstoff | Frauen | Männer |
| Energie | 2000 kcal (=8373 kJ) | 2500 kcal (=10467 kJ) |
| Eiweiß | 50 g | 60 g |
| Kohlenhydrate | 270 g | 340 g |
| Fett | 70 g | 80 g |
| Gesättigte Fettsäuren | 20 g | 30 g |
| Ballaststoffe | 25 g | 25 g |
| Natrium (Salz) | 2,4 g (6 g) | 2,4 g (6 g) |
| Gesamtzucker | 90 g | 110 g |
| Mehrfach ungesättigte Fettsäuren | 16 g | 21 g |
| - Omega-6-Fettsäuren | 14 g | 18 g |
| - Omega-3-Fettsäuren | 2,2 g | 2,7 g |
| -- Omega-3 EPA/DHA | 0,2 g | 0,2 g |
| -- Omega-3 ALA | 2,0 g | 2,5 g |
| Einfach ungesättigte Fettsäuren | 34 g | 29 g |
Der Guideline Daily Amount (GDA) ist ein Richtwert für die Tageszufuhr von Energie sowie bestimmten Stoffen mit der Nahrung. Er wird als Bezugsgröße in der freiwilligen Kennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln verwendet, um dem Verbraucher eine Information über die Zufuhr von Nahrungskomponenten mit einer Portion des Lebensmittels geben zu können. Dabei hat man insbesondere solche Komponenten im Blick, deren übermäßiger Verzehr sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken kann, wie Energie, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz.
Das GDA-Kennzeichnungssystem wurde vom Verband der Europäischen Lebensmittelindustrie (FDE Food and Drink Europe FDE, bis 2011 Confédération des industries agroalimentaires de l’UE, CIAA) erarbeitet, die auch die Richtgrößen fest gesetzt hat. Dazu wurden soweit wie möglich die Empfehlungen von Studien aus EURODIET verwendet[1], einem durch die Europäische Kommission finanziertem Projekt mit dem Ziel, wissenschaftlich begründete europaweite Ernährungsempfehlungen als Basis für die europäische Ernährungs- und Gesundheitspolitik zu entwickeln. Da es seitens EURODIET keine Richtwerte für die Energiezufuhr gibt, hat die Arbeitsgruppe der CIAA hierfür selbst Richtwerte definiert.
Die vereinfachte Kennzeichnung erfolgt zusätzlich zu der Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln gemäß der Richtlinie 90/496/EEC (in Deutschland national umgesetzt durch die Nährwert-Kennzeichnungsverordnung, NKV), welche allgemein die nährwertbezogenen Angaben im Verkehr mit Lebensmitteln regelt. In Deutschland werden die Angaben der GDA-Kennzeichnung in kleinen tonnenförmigen Feldern auf der Lebensmittelverpackung dargestellt.
Die CIAA Richtwerte[2] sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.
Beispiel für eine vereinfachte Nährwertkennzeichnung: eine Portion Tortelloni (200 g) enthält 3,3 g gesättigte Fettsäuren. Dies entspricht mit Bezug auf den GDA von 20 g (zugrunde gelegt wird immer der Wert für Frauen) einem prozentualen Anteil von 17 % dessen, was man idealerweise an einem Tag zu sich nehmen sollte. Zur Vereinfachung werden die Prozentwerte immer gerundet.
Die GDA-Kennzeichnung ist nicht unumstritten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kritisiert die Art der Vereinfachung.[3] Sie werde dem Bedarf spezieller Personengruppen (ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende) nicht gerecht. Die Angabe einer Prozentzahl lasse nicht erkennen, ob ein hoher Wert oder niedriger Wert erstrebenswert sei. Die Herleitung der Richtwerte sei zudem wissenschaftlich nicht ausreichend fundiert. Problematisch ist auch die Festlegung der Größe einer Portion.[4] Die Organisation Foodwatch lehnt die GDA-Kennzeichnung mit großem Nachdruck als unverständlich ab. Es wird stattdessen vehement die Einführung einer Ampelkennzeichnung vertreten.[5] Auch die angegebene Menge des Gesamtzuckers mit 90 - 110 Gramm erscheint als wesentlich zu hoch - eine Menge von 50 - 60 Gramm täglich ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) als realistischer anzusehen[6]
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