Montag, 28. Mai 2012

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Guillermo Cabrera Infante

Guillermo Cabrera Infante (* 22. April 1929 in Gibara, Kuba; † 21. Februar 2005 in London) war ein bedeutender spanischsprachiger Schriftsteller und Filmkritiker. Er galt als Symbolfigur im Widerstand gegen das Regime des kubanischen Machthabers Fidel Castro.

Leben

Cabrera Infante gründete im Jahr 1951 als begeisterter Cineast die Cinemathek in Kuba. Nachdem er 1952 anzügliche Erzählungen veröffentlichte, musste er eine Zeit lang ins Gefängnis.

Cabrera Infante war zunächst Anhänger des Revolutionsgedankens Fidel Castros. So war er 1957 an der Gründung der Untergrundzeitung Revolución beteiligt. Auch seine Eltern beteiligten sich maßgeblich an der Revolution, indem sie die Kommunistische Partei Kubas mitgründeten. Er wandte sich jedoch bald gegen ein Verbot von Literatur. Daraufhin schob Castro ihn auf den Posten des Kulturattachés nach Brüssel ab.

1965 wurden die Spannung größer und Cabrera Infante ging zunächst kurze Zeit nach Madrid, dann ins Londoner Exil. In seinen späteren Werken setzte er sich immer wieder mit der Entfremdung von der Heimat, aber auch mit dem Regime in Kuba auseinander. So beschrieb er Kuba später als „riesigen Kerker“.

Sein erster und wohl wichtigster Roman Drei traurige Tiger (Tres tristes tigres) (1967, deutsch 1987), beruht auf der Sammlung Vista del Amanecer en el trópico (Ansicht der Tropen im Morgengrauen), für die er in Spanien 1964 mit dem Literaturpreis „Biblioteca Breve“ ausgezeichnet wurde. Cabrera Infante beschreibt darin das Nachtleben in Havanna kurz vor der Revolution (1959) und integrierte dabei zahlreiche Stilparodien.

In den folgenden Jahren war er, teilweise unter seinem Pseudonym Guillermo Cain, als Drehbuchautor an den US-amerikanischen Filmen Fluchtpunkt San Francisco (Vanishing Point) und Welt voller Wunder (Wonderwall) beteiligt.

Er nahm schließlich im Jahr 1979 die britische Staatsangehörigkeit an.

Seine große Abrechnung mit dem Regime in Kuba erfolgte 1992 im Werk Mea Cuba.

Im Jahr 1997 erhielt er den in der spanischsprachigen Literatur wichtigsten Cervantespreis (Premio Cervantes).

Im August 2004 musste Cabrera Infante sich einer Bypassoperation unterziehen. Eine Woche vor seinem Tod hatte er sich bei einem Sturz an der Hüfte verletzt. Zudem litt er an Diabetes und einer Lungenentzündung. Er erlag 2005 einer Blutvergiftung.

Cabrera Infante hinterließ zwei Kinder.

Werke

Literatur

  • Así en la paz como en la guerra, Erzählungen, 1960 (dt. Wie im Kriege also auch im Frieden) ISBN 3-518-39174-7
  • Vista del amanecer en el trópico, Erzählungen, 1964 (dt. Ansicht der Tropen im Morgengrauen) ISBN 3-518-38949-1
  • Tres tristes tigres, 1967 (dt. Drei traurige Tiger) ISBN 3-518-39970-5
  • O, Essays und Filmkritiken, 1975
  • Exorcismos de esti(l) o, 1976
  • La Habana para un infante difunto, 1979
  • Holy Smoke, 1985 (dt. Rauchzeichen) ISBN 3-518-38250-0
  • Mea Cuba, Artikel zur Politik, 1991
  • Delito por bailar el chachachá, 1995 (dt. Schandtat Chachachá von Claudia Hammerschmidt, 2010 Septime Verlag) ISBN 978-3-902711-02-1
  • Ella cantaba boleros, 1996
  • Vidas para leerlas, 1998
  • El libro de las ciudades, 1999
  • Todo está hecho con espejos, 1999
  • La ninfa inconstante, 2008
  • Cuerpos divinos, Autobiografie, 2010

Werke zum Kino

  • Un oficio del siglo XX, 1963 (Kinokritiken erschienen in Carteles zwischen 1954 und 1960)
  • Arcadia todas las noches, 1978
  • Cine o sardina, 1997 (dt. Nichts als Kino von Claudia Hammerschmidt und Gerhard Poppenberg) ISBN 3-518-41271-X

Drehbücher

Weblinks

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