| gulli | |
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| www.gulli.com | |
| Motto | "Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!" |
| Beschreibung | Portal, Community, Forum |
| Sprachen | Deutsch |
| Eigentümer | Inqnet GmbH |
| Erschienen | 1998 |
gulli.com ist ein Webportal, das sich seit 1998 mit Themen der Internetnutzung beschäftigt, unter anderem mit Computersicherheit, Netzpolitik, File Sharing, Anonymität, Datenschutz und Urheberrecht.
Das Angebot richtet sich an Computernutzer und Einsteiger. Neben dem Forum und einem Nachrichtenticker bietet das Portal verschiedene Dienste an, darunter eine Topliste (Webkatalog mit Abstimmsystem), einen Subdomain-Dienst, eine Whois-Abfrage und spezialisierte Suchmaschinen.
Seit dem 28. Dezember 2007 bietet gulli.com einen Mail-Dienst an, der auf Google Apps aufsetzt.
gulli.com wurde am 6. November 1998 gegründet. Neben Cracks und Seriennummern fanden sich auf der Seite auch politische Artikel. Um die Anonymität der User zu gewährleisten, wurden keine IPs gespeichert. Dies wurde bis heute beibehalten.[1]
Im Januar 2000 kam das Webforum gulli:board hinzu, das mittlerweile über 1.125.000 registrierte Nutzer aufweist (Stand Anfang März 2012). Seit April 2000 betreibt gulli.com zwei Server im IRC-Netzwerk german-elite.net und ist dort auch mit eigenem Chat-Kanal (#gulli) vertreten.
2002 folgte ein kompletter Relaunch der Seite, die seitdem bis Februar 2008 von der fliks-it solutions GmbH in Bochum betrieben wurde. Eine Untergrund-Suchmaschine kam hinzu.
Der Newsticker der Seite wird seit Januar 2005 redaktionell gepflegt. Nach einem zweiten Relaunch der Seite im Oktober 2005 entstand im Dezember ein mittlerweile eingestellter Wikipedia-Mirror mit eigener Einstiegsseite[2] sowie ab 2009 ein IT-Glossar, der auch szenerelevante Begriffe beinhaltete.[3] Am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie der Technischen Universität Dortmund entstand 2005 in Kooperation mit gulli.com die Rubrik „Warez“ im Portal jugendszenen.com.
Seit August 2006 bietet gulli.com einen NFO-Service, welcher von German NFO Source (GNS) betrieben wird. Der Filehoster gulli:share wurde am 28. September 2007 auf der Auktionsplattform eBay angeboten und erzielte einen Preis von 6.850 Euro. Der Käufer trat jedoch vom Angebot zurück, der Dienst verblieb bei gulli.com.
In Folge weiter andauernder rechtlicher Probleme wurde am 25. Februar 2008 der Verkauf der Seite angekündigt. Seither wurde gulli.com vom österreichischen „Gulli Community Verein“ betrieben und verwaltet. Dies sollte zunächst für die Nutzer von gulli.com keine größeren Veränderungen mit sich bringen.[4] Am 8. August 2008 wurde jedoch bekanntgegeben,[5] dass aus rechtlichen Gründen der Großteil der Börse sowie die One-Click-Hosting-Plattform gulli:share zum 11. August 2008 geschlossen werde.
Innerhalb weniger Tage nach Schließung der Börse entstanden zahlreiche gulli.com-Klone, von denen jedoch einige bereits nach wenigen Tagen wieder verschwanden. Im gulli-Forum kündigten die Betreiber an, gegen Projekte mit dem Namen „gulli“ rechtliche Schritte einzuleiten. Seit 2003 ist gulli eine beim deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Wortmarke.[6][7]
Die früheren Betreiber von gulli.com, Richard „Korrupt“ Joos, Randolf „gulli“ Jorberg und Axel „LexaT“ Gönnemann, brachten im August 2008 mit gulli wars™ ein Buch zur Geschichte von gulli.com heraus, das unter einer Creative-Commons-Lizenz freigegeben ist. Darin werden Geschichten rund um die Gründung der Seite, die juristischen Konflikte und weitere Details wiedergegeben.[8]
Seit Oktober 2008 betreibt die Inqnet GmbH mit Sitz in Wien das Portal.[7] Am 21. Oktober 2009 wurde es einem erneuten Relaunch unterzogen. Die Topliste für Warezseiten wurde abgeschafft.[9] Zeitgleich verlegte man den Standort der Server nach Wien.
Die Seite gulli.com war zu ihren Anfangszeiten aufgrund illegaler Inhalte öfter im Konflikt mit Softwareherstellern und Verwertungsgesellschaften und nur unter ständig wechselnden Adressen erreichbar.
Den Betreibern wurde außerdem vorgeworfen, Dialer an ihre Nutzer zu verbreiten.[10][11]
Ab 2005 drehten sich Rechtsstreitigkeiten vermehrt um kritische oder verunglimpfende Forenbeiträge. Beispielsweise wurde im Forum von gulli.com die Preispolitik der Euroweb Internet GmbH kritisiert; nach Angaben von Gulli.com zwang Euroweb daraufhin den Plattformbetreiber mit einer Einstweiligen Verfügung bei einem Streitwert von 70.000 Euro und Verfahrenskosten von 2.800 Euro dazu, entsprechende Forenbeiträge zu entfernen.[12] Dies erzeugte Kritik unter Bloggern[13][14] und auf anderen Internetseiten.[15][16]
Weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhielt ein späterer Konflikt mit dem Strukturvertrieb Herbalife, der im Februar 2006 um die Löschung eines Forenthreads aus dem Jahr 2000 bat, um nicht mit Scientology in Verbindung gebracht zu werden.[17]
Im Jahr 2008 schloss die Administration aus rechtlichen Gründen wiederholt den Bereich Audio Börse des gulli:boards. Nachdem der Gulli Community Verein das Board übernommen hatte, wurde sie vorübergehend wieder geöffnet. Am 11. August 2008 wurden mehrere Teile der Börse nach einer dreitägigen Read-Only-Phase aufgrund von Konflikten mit Rechteinhabern erneut geschlossen.[5] Auch die File-Hosting-Plattform gulli:share wurde geschlossen.
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