Die Hühnereiweißallergie ist eine Nahrungsmittelallergie, als deren hauptsächliche Auslöser Ovomukoid (als wichtigstes Allergen), Ovalbumin, Ovotransferrin und Lysozyme verantwortlich zu machen sind. Dies sind die im Eiklar enthaltenen Hühnereiallergene.[1]
Die Prävalenz einer Hühnereiweißallergie wird sehr unterschiedlich angegeben.[2] In Südkorea dürfte sie die häufigste Form einer Allergie gegen Nahrungsmittel sein.[3]
Bei 35 % der Kinder mit Nahrungsmittelallergien sowie der Kinder mit einer atopischen Dermatitis könnte sie ein entscheidender Auslöser sein (Crespo et al. 1995, Resano et al. 1998). Die Häufigkeit bei nahrungsmittelallergischen Erwachsenen wird mit zwölf Prozent angegeben. In einer französischen Arbeit aus dem Jahre 1995 wurden Eier in 11,6 % als Ursache für durch Nahrungsaufnahme ausgelöste anaphylaktische Schocks ausgemacht.[1]
Von klinischer Bedeutung ist nur die manifeste Hühnereiweißallergie bei verschiedenen Impfungen, die mit Impfstoffen auf Basis von Hühnerembryonen erfolgen.[4] Generell muss aber gesagt werden, dass mit Ausnahme des Gelbfieber-Impfstoffes und den in Hühnerembryonen produzierten Grippeimpfstoffen aufgrund der darin enthaltenen geringen, nicht allergisierenden Mengen an Hühnereiweiß derzeit auch schwerwiegende urtikarielle Hautausschläge nach dem Genuss von Hühnereiern oder Hühnerfleich in der Vorgeschichte keinen generellen Ausschlussgrund für die heute üblichen Impfungen darstellen. Allenfalls bei Kindern mit klinisch sehr schwerer Hühnereiweißallergie (z.B. anaphylaktischer Schock nach Genuss von geringsten Mengen von Hühnereiweiß) wird empfohlen, die Impfung unter besonderen Schutzmaßnahmen und anschließender Beobachtung (ggf. im Krankenhaus) durchzuführen. [5]
Da Hühnerembryonen bei der Herstellung von Impfstoffen verwendet werden und diese embryonalen Eiweißstoffe sich von den jenen „erwachsener“ Hühner unterscheiden, ist das allergene Potential von in Impfstoffen enthaltenem Hühnereiweiß als gering einzustufen, da zudem auch Kreuzallergien selten sind.[6]
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