Die HSL 4 auch Hogesnelheidslijn 4 bezeichnet, ist der belgische Teil der Eisenbahn-Schnellfahrstrecke Schiphol–Antwerpen die Amsterdam (Niederlande) und Antwerpen (Belgien) verbindet. Der niederländische Teil wird als HSL Zuid bezeichnet. Die Strecke wurde am 29. Mai 2009 offiziell eröffnet, der Reisezugverkehr begann im Juni 2009.[1]
Der französische Teil der Verbindung Paris–Amsterdam heißt LGV Nord und verläuft von Paris Gare du Nord über Lille nach Belgien. Dort heißt die Neubaustrecke HSL 1, die zum Bahnhof Brüssel Süd führt. Nördlich von Brüssel wird die bestehende Eisenbahnstrecke bis Antwerpen genutzt; dort wird ein neu gebauter Tunnelbahnhof unter dem Antwerpener Hauptbahnhof angefahren, damit die Züge nicht mehr im oberirdischen Kopfbahnhof wenden müssen, sondern die Stadt direkt unterqueren können (siehe Artikel zum Antwerpener Hauptbahnhof).
Nördlich von Antwerpen beginnt die Neubaustrecke HSL 4 und folgt der Autobahn E 19. An der niederländischen Grenze bei Hazeldonk geht sie in die HSL-Zuid über und führt weiter nach Rotterdam. Eine Besonderheit ist der neu errichtete Regionalverkehrsbahnhof Noorderkempen.[2]
1986 wurde bei einer Ministerkonferenz ein Kernbeschluss zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke gefasst. 1996 wurde die HSL-Zuid als Großprojekt vom Parlament beschlossen und ein Abkommen mit Belgien über die Verlängerung erreicht.
Im Frühjahr 1999 stimmte die niederländische Regierung der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Rahmen einer Public Private Partnership zu. Während die Regierung den Bau der Strecke in voller Höhe (acht Milliarden Gulden) finanzieren wollte, sollten private Partner für die Streckenausrüstung und die Instandhaltung aufkommen. Von dem Gewinner der Ausschreibung wurde eine Anschubfinanzierung in Höhe von rund 1,5 Milliarden Gulden erwartet.[3]
Im März 2000 begannen die Bauarbeiten.
Ende 2000 wurden die vier Bewerber für die Konzession beworben[4]:
sowie Stagecoach Holdings
Am 11. Mai 2001 wurde in Den Haag eine Absichtserklärung zwischen dem niederländischen Ministerium für Verkehr und Infrastruktur sowie dem Infraspeed-Konsortium unterzeichnet. Für die Bereitstellung der Infrastruktur über einen Zeitraum von 30 Jahren (fünf Jahre Bau und 25 Jahre Instandhaltung) waren demnach leistungsabhängige Zahlungen von mehr als 2,5 Milliarden Euro vorgesehen. Es war der größte PPP-Auftrag, der bis dahin von der niederländischen Regierung vergeben wurde. Die Eröffnung des Abschnitts Rotterdam – Antwerpen war dabei für Mitte 2005 vorgesehen.[5] Die Unterzeichnung eines Betriebsführungsvertrages für die Periode zwischen 2006 und 2020 war für 12. Oktober 2001 erwartet worden. Die Strecke sollte im Herbst 2006 in Betrieb gehen; ein stündliches Zugpaar sollte von Amsterdam bis Brüssel verkehren, die Hälfte dieser Züge weiter bis Paris. Weitere Schnellverkehrsrelationen sollten zwischen Den Haag und Brüssel eingerichtet sowie zwischen Breda und Brüssel.[6]
Im Frühjahr 2004 kündigten die SNCB an, aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit keinen Verkehr zwischen Antwerpen und Breda nach Fertigstellung der HSL Zuid anbieten zu wollen.[7]
Zahlreiche Schwierigkeiten, insbesondere mit dem ETCS-Zugsicherungssystem, führten zu mehrfachen Verzögerungen.[8]
Im Rahmen von Testfahrten stellte die Thalys-PBKA-Einheit 4305 mit 331 km/h am 26. Februar 2006 einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge in den Niederlanden auf. Die Testfahrten mit dem Thalys hatten am 14. Februar begonnen.[9]
Am 29. Mai 2009 wurde der Regionalverkehrsbahnhof Noorderkempen in Betrieb genommen, am 15. Juni der reguläre Betrieb von dort nach Antwerpen aufgenommen.[2]
Der Regionalverkehr zwischen Noorderkempen und Antwerpen wird im Stundentakt gefahren. Eine Lokomotive der Baureihe 13 und vier Doppelstockwagen der Gattung M6 bilden den Zug. Drei im Januar 2007 bestellte der Lokomotiven der Baureihe 186 stehen bislang (Stand: Mitte 2009) aufgrund von ETCS-bedingten Lieferschwierigkeiten nicht zur Verfügung.[2] Die Frequenz zwischen dem Hauptbahnhof Antwerpen und der Park-and-ride-Station in Noorderkempen soll von vier auf sechs Zugpaare pro Stunde erhöht werden.[8]
Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys, der Amsterdam mit Brüssel und Paris verbindet, befährt die Strecke seit Dezember 2009 in voller Länge, die maximale Geschwindigkeit beträgt 300 km/h.
Im Übergang zur niederländischen HSL Zuid sollen "fliegende" ETCS-Systemwechsel bei bis zu 300 km/h stattfinden.[8]
Die Elektrizierung der Strecke wurde von den SNCF im Rahmen eines befristeten Technologietransfers unterstützt.[10]
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