Montag, 28. Mai 2012

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Haguenau

Haguenau
Wappen von Haguenau
Haguenau (Frankreich)
Haguenau
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau (Unterpräfektur)
Kanton Haguenau
Gemeindeverband Région de Haguenau.
Koordinaten 48° 49′ N, 7° 47′ O48.8166666666677.7877777777778142
Koordinaten:
48° 49′ N, 7° 47′ O
Höhe 142 m (115–203 m)
Fläche 182,59 km²
Einwohner 34.648 (1. Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte 190 Einw./km²
Postleitzahl 67500
INSEE-Code
Website www.ville-haguenau.fr

Haguenau [agˈno] (deutsch: Hagenau, elsässisch: Hàwenàu) ist eine Stadt im Elsass (Frankreich). Sie liegt rund 25 Kilometer nördlich der elsässischen Hauptstadt Straßburg, etwa 50 Kilometer südwestlich von Karlsruhe, etwa 75 Kilometer südöstlich der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken und 40 km westlich von Baden-Baden am kleinen Fluss Moder. Die Stadt ist Sitz des Verwaltungsbezirks (Arrondissement) Haguenau und Hauptort des Kantons Haguenau.

Mit 34.648 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) ist Haguenau nach Straßburg die zweitgrößte Stadt im Département Bas-Rhin (Niederrhein). Die Haguenauer Bevölkerung wächst rapide: 1968 zählte die Stadt 22.644 Einwohner, 2006 bereits 34.891.[1] Der Großraum Haguenau (aire urbaine) wuchs im gleichen Zeitraum ebenso rasch, von 43.904 Einwohnern (1968) auf 64.562 Einwohner (2006).[2]

Geschichte

Der die Stadt umgebende Heilige Forst (Forêt de Haguenau) ist das größte geschlossene Waldgebiet in der elsässischen Ebene. Dieses war Jagdgebiet der Herzöge von Schwaben. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts ließ Herzog Friedrich der Einäugige im Flüsschen Moder eine Wasserburg errichten, die sein Sohn, Kaiser Friedrich I. Barbarossa, zu einer Pfalz ausbaute. Bereits 1164 erhob Kaiser Friedrich Barbarossa den Ort als seinen Lieblingssitz zur Stadt. Die Pfalz war jahrzehntelang staufische Residenz und eine Stätte glänzender Reichstage, die Pfalzkapelle Aufbewahrungsort der Reichsinsignien. Friedrich der Einäugige (1090 - 1147) stiftete gegen 1140 im Hagenauer Forst auch das Zisterzienserinnenkloster Koenigsbruck (Königsbrück), das bis zur Französischen Revolution bestand und dessen nicht mehr vorhandene Kirche im Jahr 1728 von Peter Thumb errichtet wurde. In der Stadt existiert noch das Hôtel de Koenigsbruck (Grande-Rue 142).

Um 1260 wurde Hagenau Freie Reichsstadt, dann durch Rudolf von Habsburg Sitz der Oberlandvogtei; seit 1354 war es Haupt des elsässischen Zehnstädtebundes, bis der Dreißigjährige Krieg Macht und Wohlstand der Stadt brach. Durch den Westfälischen Frieden fiel sie 1648 an Frankreich. Beim Hagenauer Religionsgespräch trafen sich 1540 in dem Ort Fürsten und Theologen, um über die Bedingungen eines Religionsgesprächs zwischen Protestanten und Katholiken zu verhandeln.

Im Jahr 1677 wurde Hagenau auf Befehl Ludwigs XIV. durch die Truppen des französischen Generals Joseph de Montclar niedergebrannt, die Kaiserpfalz dem Erdboden gleichgemacht (die Trümmer wurden in der Vaubanschen Grenzfestung Fort-Louis verbaut).

In den Jahren des Friedens zwischen Holländischem Krieg und Pfälzischem Erbfolgekrieg entwickelte Montclar eine Baumschule für Obstbäume auf dem Land des Marquis von Uxelles, Nicolas Chalon du Blé, in Kintzheim und Haguenau.

Von 1871 bis 1919 gehörte die Stadt zum deutschen Reichsland Elsaß-Lothringen (dieses kam nach dem Deutsch-französischen Krieg 1870/71 im Frieden von Frankfurt an das Deutsche Reich. 1918 wurde es nach dem Waffenstillstand von Compiègne (1918) von französischen Truppen kampflos besetzt und kam durch den Friedensvertrag von Versailles wieder an Frankreich).

Bevölkerung

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
20.457 22.944 25.147 26.629 27.675 32.206 34.891

Sehenswürdigkeiten

  • Musée historique, größtes Museum des Bas-Rhin außerhalb Straßburgs
  • Musée alsacien, untergebracht im Renaissancegebäude der ehemaligen Kanzlei
  • Romanische und gotische Kirche Saint-Georges
  • Gotische Kirche Saint-Nicolas mit barocker Ausstattung
  • Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung: Porte de Wissembourg, Tour des Pêcheurs, Tour des Chevaliers
  • Brunnen: Georgenbrunnen (Mittelalter), Bienenbrunnen (18. Jahrhundert), Delphinbrunnen (1825)
  • Klassizistische Synagoge (1820, 1940 durch die Nazis zerstört, 1959 wiederaufgebaut)
  • Klassizistisches Theater (1842-46)
  • Historistische Hopfenhalle (1867, erweitert 1881 und 1908)
  • Alte Wassermühle
  • Spätmittelalterliche Ancienne douane
  • Barocke Bürgerhäuser (18. Jahrhundert)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Haguenau liegt an der Bahnstrecke Vendenheim–Wissembourg sowie an der Bahnstrecke Sarreguemines–Haguenau.

Bildung

In Haguenau befindet sich seit 2006 eine Außenstelle der Universität Straßburg, das Institut universitaire de technologie de Haguenau.

Städtepartnerschaft

Mit Landau in der Pfalz (Rheinland-Pfalz) wird seit 1963 eine Städtepartnerschaft gepflegt.

Söhne und Töchter der Stadt

Mit der Stadt verbundene Personen

Einzelnachweise

  1. Commune : Haguenau (67180), recensement.insee.fr
  2. Aire urbaine 1999 : Haguenau (121), recensement insee.fr

Weblinks

 Commons: Haguenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Haguenau – Quellen und Volltexte
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Diese Seite wurde zuletzt am 23. April 2012 um 08:53 Uhr geändert.

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