Als Hahnenkampf bezeichnet man einen Wettbewerb, bei dem zwei Hähne in einer Arena oder auf einem Kampfplatz aufeinander losgelassen werden. Gewöhnlich wird bei einem Hahnenkampf auf dessen Ausgang gewettet. Eines der beiden Tiere unterliegt, wenn es nicht mehr kämpft, schwer verletzt ist oder stirbt. In vielen Staaten sind die Kämpfe aus Gründen des Tierschutzes oder wegen Wettverboten untersagt, in anderen Ländern ist der Hahnenkampf eine traditionelle und populäre Sportart.
Aus Asien wurde vor etwa 3000 Jahren der ursprünglich zu religiösen Ritualen abgehaltene Hahnenkampf nach Europa gebracht. Jedoch ist auch schon in Julius' Caesars de bello gallico von Hähnen die Rede, die den römischen überlegen sind. Vor allem in England gibt es eine 2000jährige Hahnenkampfkultur, die erst 1848 per Gesetz verboten wurde. Englische Kolonisten machten „Cockfights“ in Europa zu einem beliebten Wettsport.[1] Während die Kämpfe inzwischen in vielen Ländern verboten sind, gibt es zum Beispiel in Belgien, Frankreich, Mexiko, der Dominikanischen Republik, Italien, den Philippinen, Puerto Rico, Peru und Guam in boxkampfähnlichen Arenen regelmäßige Wettkämpfe mit hohen Wetteinsätzen.
Der Hahnenkampf selbst beginnt mit dem Einsetzen der Hähne in die Arena. Durch das natürliche Revierverhalten – die Angriffsdistanz wird durch die Enge der Arena und Gegeneinanderdrängen der Tiere absichtlich unterschritten – beginnen die Hähne gewöhnlich selbständig mit dem Kampf. Zur zusätzlichen Aufstachelung und Provokation der Hähne werden sie manchmal vorher in Käfigen eng zusammengehalten. Vorher verabreichte schmerzlindernde Mittel können den Kampf auf bis zu zehn Minuten verlängern.[1] In manchen Gegenden ist es auch üblich, die Hähne mit künstlichen, messerscharfen Sporen zu bewaffnen. Wenn eines der beiden Tiere unterliegt, das heißt wenn es nicht mehr kämpft, schwer verletzt ist oder stirbt, wird der Kampf beendet. Nach dem Kampf werden in der Regel etwaige Wettgewinne gefeiert, weshalb sich an den eigentlichen Kampf meist ein soziales Zusammensein anschließt.
Das Publikum der Hahnenkämpfe hat oft eine Vorliebe für ästhetische Züchtungen. So wird neben der Züchtung auf Kampfkraft auch auf ästhetische Merkmale hin gezüchtet. Die Kampfstätten sind daher oft nicht nur ein Schauplatz für blutige Kämpfe, sondern auch Ausstellort für besonders schöne Züchtungen. Dabei wird auf Form des Körpers, Farbe des Gefieders und andere Merkmale geachtet. Erwähnenswert sind hier vor allem die Rassen Modern Game [2] (eine Rasse mit sehr langen Beinen), Old English Bantam [3] (eine der kleinsten Rassen) und der Cornish.[4]
Hahnenkämpfe werden oft von der Kunst aufgegriffen. Frühes Zeugnis dafür ist die 1759 veröffentlichte Satire von William Hogarth „The Cockpit“, das Bild „Der Hahnenkampf“ von Jean-Léon Gérôme oder die Statue „Gewinner des Hahnenkampfes“ von Alexandre Falguière. Vor allem in der Poesie hat der Hahnenkampf eine metaphorische Bedeutung für eine in der Öffentlichkeit ausgetragene Auseinandersetzung um Einfluss, Status und Macht zwischen zwei geltungsbewußten (eher männlichen) Personen aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft bekommen.
Wie auch beim spanischen Stierkampf wehren sich die dortigen Befürworter gegen die Kritik von Tierschützern, indem sie beispielsweise auf die Grausamkeit der Massentierhaltung in den industrialisierten Staaten hinweisen.
Das Kampfverhalten der Hähne kann und muss kaum trainiert werden, sondern ist hauptsächlich genetisch bedingt. Die teilnehmenden Tiere werden daher mit Hinblick auf ihre Ausdauer, Aggressivität und Kraft gezüchtet und nur manchmal zusätzlich trainiert.
Während seine Befürworter den Hahnenkampf als sportlichen Wettbewerb und festen Bestandteil regionaler Kultur verteidigen, gilt er vor allem in weiten Teilen Europas und Nordamerikas als Tierquälerei und ist deshalb gesetzlich verboten. Auch das mit dem Kampf verbundene Glücksspiel durch Wetten ist in vielen Staaten illegal. Hahnenkämpfe verschwanden jedoch durch die Verbote in den meisten Staaten nicht ganz von den Bildfläche sondern finden vereinzelt illegal statt. In Südostasien, Mittelamerika und in Südamerika ist der blutige Wettkampf dagegen vielerorts legal, seit Jahrhunderten kulturell verwurzelt und auch verbreitet.
Wenn man von Menschen spricht, die einen Hahnenkampf führen, sind damit zumeist junge Männer gemeint, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen.
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