| Koordinaten | 53° 33′ 55″ N, 9° 52′ 39″ O53.565369.87759 Koordinaten: 53° 33′ 55″ N, 9° 52′ 39″ O |
| Fläche | 2,4 km² |
| Einwohner | 10.890 (31. Dez. 2010) |
| Bevölkerungsdichte | 4538 Einwohner/km² |
| Postleitzahlen | 22605, 22607, 22609 |
| Vorwahl | 040 |
| Bezirk | Bezirk Altona |
| Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein | |
Groß Flottbek ist ein Stadtteil Hamburgs. Er liegt im Bezirk Altona.
Der Ort hat seinen Namen der Flottbek, einem südwärts zur Elbe fließenden Bach, gegeben, als 1867 unter der preußischen Verwaltung nicht nur Flüsse, sondern auch Bäche unbedingt einen Namen bekommen sollten.[1]
Groß Flottbek liegt zentral im Bezirk Altona. In Bezug auf seine Fläche ist es als ein eher kleiner Stadtteil Hamburgs einzustufen. Er ist wesentlich von Wohngebieten geprägt und hat sich aus einer ursprünglich dörflichen Struktur heraus entwickelt. Wegen seiner stadtnahen Lage, seiner günstigen Verkehrsverbindungen, der kurzen Wege zu Schulen und Einkaufsmöglichkeiten, unter anderem in der Waitzstraße sowie im Elbe-Einkaufszentrum (EEZ), seiner vielen verkehrsberuhigten Zonen und der Nähe zur Elbe ist Groß Flottbek ein bevorzugtes Wohngebiet.
Westlich schließt sich an Groß Flottbek Osdorf an, nördlich und östlich Bahrenfeld sowie südlich, z. T. abgegrenzt durch die S-Bahnverbindung, Othmarschen.
Die erste urkundliche Erwähnung von Klein und Groß Flottbek (plattdeutsch: Lütten un Groten Flöbbeek) ist auf das Jahr 1305 datiert. Damit begründete sich die 700-Jahr-Feier im Stadtteil im Sommer 2005. Großflottbeck (wie es sich noch Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb) gehörte zunächst zur Grafschaft Stormarn, ab 1304 bzw. 1307 zur Grafschaft Holstein-Pinneberg, die ab 1640 in Personalunion von den dänischen Königen regiert wurde, und fiel 1866 an Preußen. 1927 wurde die selbständige pinnebergische Landgemeinde durch das Groß-Altona-Gesetz zum Vorort der Großstadt Altona/Elbe und ging 1938 zusammen mit Altona in Hamburg auf.
Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Groß Flottbek zum Wahlkreis Altona.
Die Bürgerschaftswahlen seit 1966 führten in Groß Flottbek zu folgenden Ergebnissen:
| SPD | CDU | FDP | Grüne-GAL | Die Linke1) | Übrige | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bürgerschaftswahl 2011 | 42,4 % | 25,0 % | 13,6 % | 11,8 % | 3,3 % | 3,9 % |
| Bürgerschaftswahl 2008 | 25,4 | 51,3 % | 7,7 % | 11,1 % | 3,0 % | 1,4 % |
| Bürgerschaftswahl 2004 | 21,7 % | 55,8 % | 4,1 % | 14,9 % | – | 3,5 % |
| Bürgerschaftswahl 2001 | 28,0 % | 33,5 % | 11,9 % | 12,3 % | 0,2 % | 14,1 %2) |
| Bürgerschaftswahl 1997 | 23,7 % | 40,1 % | 7,4 % | 16,2 % | 0,3 % | 12,3 %3) |
| Bürgerschaftswahl 1993 | 26,1 % | 34,7 % | 8,5 % | 15,7 % | – | 15,0 %4) |
| Bürgerschaftswahl 1991 | 30,4 % | 46,9 % | 11,8 % | 8,3 % | 0,2 % | 2,4 % |
| Bürgerschaftswahl 1987 | 30,9 % | 48,1 % | 13,8 % | 6,7 % | – | 0,5 % |
| Bürgerschaftswahl 1986 | 25,0 % | 52,4 % | 12,1 % | 10,0 % | – | 0,5 % |
| Bürgerschaftswahl Dez. 1982 | 30,1 % | 55,1 % | 7,1 % | 7,3 % | – | 0,4 % |
| Bürgerschaftswahl Juni 1982 | 24,3 % | 58,3 % | 7,8 % | 8,1 % | – | 1,5 % |
| Bürgerschaftswahl 1978 | 27,4 % | 56,7 % | 8,5 % | 4,7 %5) | – | 2,7 % |
| Bürgerschaftswahl 1974 | 22,0 % | 60,6 % | 14,3 % | – | – | 3,1 % |
| Bürgerschaftswahl 1970 | 32,3 % | 50,1 % | 13,6 % | – | – | 4,0 % |
| Bürgerschaftswahl 1966 | 34,7 % | 47,9 % | 11,9 % | – | – | 5,5 %6) |
1) 1991 und 1997 als PDS/Linke Liste, 2001 als PDS.2) Darunter 11,0 % für die Schill-Partei.3) Darunter 6,2 % für die Statt Partei.4) Darunter 10,0 % für die Statt Partei.5) Als Bunte Liste - Wehrt Euch.6) Darunter 5,4 % für die NPD.
Bei der Bundestagswahl 2009 ergaben sich folgende Zweitstimmenanteile der Parteien in Prozent, in Klammern die Ergebnisse von Hamburg insgesamt: Wahlbeteiligung 86,8 (71,3); CDU 33,5 (27,8); SPD 20,9 (27,4); FDP 19,9 (13,2); Grüne/GAL 18,4 (15,6); Die Linke 5,1 (11,2); Übrige 2,2 (4,7). Die Ergebnisse Groß Flottbeks verstehen sich ohne Briefwähler, die von Hamburg mit Briefwählern.
In Groß Flottbek finden sich − entsprechend der Bevölkerungsstruktur − in erster Linie größere Einzelhäuser, vielfach Villen, und einzelne Reihenhaussiedlungen. Nennenswerte Gebäude sind
Neben der genannten Flottbeker Kirche gibt es an der Straße Bei der Flottbeker Mühle noch die 1964/65 erbaute Bugenhagenkirche. Sie haben sich 2002 zur Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bugenhagen-Groß Flottbek[2] zusammengeschlossen. An der Ebertallee liegen die evangelische Melanchthonkirche und die katholische St.-Paulus-Augustinus-Kirche, deren Gemeinde seit dem Jahr 2006 zur Pfarrei Maria Grün in Blankenese gehört.
Der größte Park in Groß Flottbek ist der Lise-Meitner-Park. Südlich davon schließt sich der Friedhof Groß Flottbek an. Dieser ist auf der größten Fläche wie viele andere Friedhöfe der Stadt in geometrisch angeordneten Wegen und Gräbern angelegt, aber es gibt auch einen kleinen Bereich, der dem älteren Teil des Ohlsdorfer Friedhofs ähnlich ist: scheinbar unstrukturiert angeordnete Gräber, die unter Bäumen liegen und durch Rhododendren abgegrenzt sind.
Bekannt ist der Norddeutsche und Flottbeker Reiterverein, der Mitveranstalter des international bedeutsamen Deutschen Spring- und Dressurderbys ist, das alljährlich im Mai auf dem Reitturnierplatz südlich des Klein Flottbeker S-Bahnhofs stattfindet. Zudem sind mit dem Großflottbeker THGC (Tennis, Hockey, Golf), der Großflottbeker Spielvereinigung (GFSV v. 1912 e. V.), dem Turnverein von 1901 Groß-Flottbek e.V. und den Tennisvereinen Vier Jahreszeiten und Flottmarscher Sportclub e.V. fünf weitere Sportvereine im Stadtteil ansässig bzw. tragen dessen Namen.
Markante Verkehrswege, welche sich durch Groß Flottbek ziehen, sind in West-Ost-Richtung die B 431 (Osdorfer Landstraße / Osdorfer Weg) und in Nord-Süd-Richtung die Autobahn A 7, die sich am Ostrand des Stadtteils zum Elbtunnel hinzieht. Nach Süden wird der Stadtteil von der S-Bahnstrecke zwischen Altona und Blankenese-Wedel begrenzt. Dort, auf der Grenze zu Othmarschen, befindet sich auch der gleichnamige S-Bahnhof. Über einen 10-Minuten-Takt-Fahrplan der Linie S1 ist die Hamburger Innenstadt (Rathausmarkt-Jungfernstieg) in 17 Minuten erreichbar. Zudem gibt es die Schnellbuslinie 37 über Altona, die Hamburger Innenstadt und Barmbek nach Bramfeld sowie 6 weitere Buslinien im Hamburger Verkehrsverbund.
Groß Flottbek beherbergt viele Restaurants und Cafés sowie 80 Handwerksbetriebe (Stand: 2007); gegenüber 2003 hat die Zahl der Handwerksbetriebe um 29 zugenommen.[3]Einige Bankfilialen, eine Postfiliale, mehrere Reisebüros, viele Einzelhandelsgeschäfte und einige Supermärkte sind weitere Bestandteile des Groß Flottbeker Wirtschaftsgeschehens. Die Waitzstraße am S-Bahnhof Othmarschen ist eine beliebte Einkaufsstraße, auch mit vielen Fachgeschäften. Mittwochs und sonnabends findet an der Osdorfer Landstraße der Wochenmarkt statt, der 2009 umgestaltet und vergrößert wurde.
Die Freiwillige Feuerwehr hat ihre Feuerwache in der Baron-Voght-Straße.
In dem recht kleinen Stadtteil Groß Flottbek befindet sich nur noch eine Grundschule (im Windmühlenweg) mit 408 Schülern (Stand: 2007)[3], außerdem eine berufsbildende Schule in den Gebäuden des ehemaligen Ernst-Schlee-Gymnasiums am Ohlenkamp. Weiterführende Schulen hat der Stadtteil nicht mehr; dies wird ausgeglichen durch den Umstand, dass in den Nachbarstadtteilen in teilweise geringer Entfernung diverse Schulen vorhanden sind (z. B. acht in Osdorf, sieben in Othmarschen, beispielsweise das Christianeum, ein traditionsreiches humanistisches Gymnasium, sowie drei weitere Gymnasien). Weit über die Stadtteilgrenzen hinaus Bedeutung haben die Volkshochschule in der Waitzstraße und das Johannes-Brahms-Konservatorium in der Ebertallee jeweils mit breitgefächerten Bildungsangeboten. Wegen der Stadtnähe und zugleich der Lage im Grünen beliebt sind die drei Studentenwohnheime am Kalckreuthweg bzw. in der Kaulbachstraße sowie das Europa-Kolleg am Windmühlenweg.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hamburg-Groß_Flottbek aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |