Montag, 28. Mai 2012

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Hausach

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hausach
Hausach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hausach hervorgehoben
48.2852777777788.1797222222222238
Koordinaten:
48° 17′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 238 m ü. NN
Fläche: 36,07 km²
Einwohner:

5.870 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77756
Vorwahl: 07831
Kfz-Kennzeichen: OG
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 041
Adresse der Stadtverwaltung: Hauptstraße 40 77756 Hausach
Webpräsenz: www.hausach.de
Bürgermeister: Manfred Wöhrle
Lage der Stadt Hausach im Ortenaukreis
Karte
Über dieses Bild

Hausach ist eine Stadt im Kinzigtal im Schwarzwald im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Südlicher Oberrhein, wo sie dem Oberzentrum Offenburg zugeordnet ist. Hausach bildet zusammen mit den Nachbarstädten Wolfach und Haslach i.K. ein gemeinsames Mittelzentrum.

Geographie

Geographische Lage

Hausach liegt im mittleren Schwarzwald auf einer Höhe von 232 m bis 952 m ü. NN westlich der Mündung der Gutach in die Kinzig.

Stadtgliederung

Zur Stadt Hausach mit der bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinde Einbach gehören 32 Dörfer, Zinken, Höfe und Wohnplätze. Zur ehemaligen Gemeinde Einbach gehören das Dorf Einbach (Vorder- und Hintertal), die Zinken Breitenbach, Frohnau, Gechbach, Hauserbach und Osterbach, die Höfe Adlersbach (Mittlerer Hof), Adlersbach (Vorderer Hof), Grieshaberhof (Sulzbach), Hohlengrundbauernhof, Limbacherhof, Martinshöfe, Oberer Hof (Sulzbach), Oberer Neuenbach, Reutengrund, Schmiderbauernhof, Steinbrunnen (Steinmatt), Unterer Neuenbach und Vordersberghof und die Wohnplätze Auf der Au, Auf der Gumm, Erlets, Hechtsberg (zum Teil zum Stadtteil Hausach), Kluse, Kurzbach, Rautsch, Scheuren und Uhlhof. Zur Stadt Hausach in den Grenzen von 1970 gehören die Stadt Hausach, der Ort Hausach-Dorf, der Zinken Hagenbuch, das Gehöft Vorder Breitenbach und der Wohnplatz Hechtsberg (zum Teil zum Stadtteil Einbach).[2]

Geschichte

Hausach vom Schlossberg aus gesehen

Wie in vielen Kinzigtalstädten ist die bäuerliche Umlandbesiedlung älter als die Stadt selbst. So bestand die umgebende Streusiedlung Einbach früher als Hausach. Auf der Gemarkung der früheren Gemeinde Einbach, die erstmals 1092 erwähnt wurde, liegt links der Kinzig die ebenfalls ehemals eigenständige Gemeinde Sulzbach.

Um 1100 wurde in der Mitte der Gemarkung die Dorfkirche erbaut. Sie ist eine der ältesten Kirchen des Kinzigtales. Um 1220 wurde die Burg Husen errichtet, an deren Fuß später die Stadt Hausach entstand. Die erste urkundliche Erwähnung war 1259. Hausach, das über 500 Jahre lang zum Fürstentum Fürstenberg gehörte, hatte es wegen der unmittelbaren Nachbarschaft der fürstenbergischen Amts- und Marktstädte Wolfach und Haslach immer etwas schwer, sich zu entwickeln.

Unter Truppendurchzügen, Belagerungen, Plünderungen und Brandschatzungen hatte die Stadt über Jahrhunderte zu leiden. Das Kinzigtal war durch den Abzweig ins Gutachtal bei Hausach immer ein Durchzugsgebiet von Truppen. Die einzige Geldeinnahme bildete die Zollstätte. Zwischen Hausach und Gutach war der Übergang ins Württembergische.

1806 endete die fürstenbergische Herrschaft im Kinzigtal, Hausach wurde badisch. 1866 kam mit der Eisenbahn der Fortschritt nach Hausach. Mit der Schwarzwaldbahn, die bis nach Singen weiterführt und ihrem Abzweig, der Kinzigtalbahn Richtung Freudenstadt, wurde Hausach Bahnknotenpunkt und Eisenbahnerstadt, da ein Großteil der Bevölkerung bei der Eisenbahn beschäftigt war. Auch eine Bundesbahnschule gab es in Hausach.

1973 wurde der Landkreis Wolfach aufgelöst, Hausach kam zum Ortenaukreis.

Durch den Bergbau und das ehemalige fürstenbergische Hammerwerk entwickelte sich Hausach zur Industriestadt. Es entstanden zentrale Schulen für das mittlere Kinzigtal am Ort.

Religionen

Als Teil des Fürstentums Fürstenbergs war Hausach schon immer katholisch geprägt. Lediglich unter Graf Wilhelm von Fürstenberg wurde es für kurze Zeit protestantisch. Nachdem er beim Kaiser in Ungnade gefallen war, gab er die Regierungsgeschäfte an seinen katholischen Bruder Friedrich ab. Dieser leitete die Gegenreformation ein und unter seinem Nachfolger Graf Albrecht wurde streng gegen die neue Lehre vorgegangen, so ist die Stadt auch heute römisch-katholisch geprägt. Neben der Stadtkirche St. Mauritius gibt es zwei weitere katholische Gotteshäuser in der Stadt. Eine evangelische Kirche mit Pfarramt und die Zeugen Jehovas sind inzwischen in Hausach vorhanden.

Eingemeindungen

Ehemaliges Wappen von Einbach

1921 wurde Sulzbach nach Einbach eingemeindet. Am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Einbach in die Stadt Hausach eingemeindet.

Politik

Gemeinderat

Kommunalwahl in Hausach 2009
 %
40
30
20
10
0
37,5 %
32,9 %
18,6 %
11,0 %
GL Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+4,0 %p
-5,9 %p
+0,1 %p
+1,8 %p
GL Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel

Die Gemeinderatswahl vom 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  1. Freie Wähler 37,5 %, 7 Sitze (+1)
  2. CDU 32,9 %, 6 Sitze (-2)
  3. SPD 18,6 %, 3 Sitze (=)
  4. Grüne Liste 11,0 %, 2 Sitze (+1)

Bürgermeister

Seit 1946 waren folgende Personen Bürgermeister der Stadt:

Eugen Heizmann,
Manfred Kienzle,
Gerhard Scharf,
Manfred Wöhrle (amtierend).

Wappen

Blasonierung: „In Silber das rote Fachwerkgebälk eines Hausgiebels.“

Städtepartnerschaften

Seit 1974 sind Hausach und Arbois, eine Kleinstadt am Rande des französischen Jura, 40 Kilometer südlich von Besançon, partnerschaftlich verbunden. Arbois ist eine Wein- und Touristenstadt und war die Heimat Louis Pasteurs. Berühmt und bekannt ist der Wein. Als festlicher Höhepunkt gilt das Weinfest im Juli und das Fest Biou, das im September zu Beginn der Weinlese gefeiert wird. Schüleraustausche sind nach wie vor eine der Säulen der Partnerschaft.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Bundesstraßen 33 (WillstättRavensburg) und 294 (BrettenFreiburg im Breisgau) werden durch den 1085 m langen Sommerbergtunnel um die Stadt Hausach herumgeführt. Durch die Schwarzwaldbahn (OffenburgSingen (Hohentwiel)) ist Hausach an das überregionale Bahnnetz angebunden. In der Stadt zweigt die Kinzigtalbahn nach Freudenstadt von der Schwarzwaldbahn ab. Der Bahnhof Hausach wird von einzelnen Intercity-Zügen, der Regional-Express- und Interregio-Express-Linie Karlsruhe –- Konstanz (– Kreuzlingen) sowie von den Zügen der Ortenau-S-Bahn (Bad Griesbach –) Offenburg – Freudenstadt Hbf bedient. Für die Koordinierung des ÖPNV ist der Tarifverbund Ortenau zuständig.

Ansässige Unternehmen

Für den mittleren Schwarzwald hat Hausach große Bedeutung als Industriestandort. Wichtige Firmen sind Neumayer Tekfor Group Hausach, Richard Neumayer, UCON AG Containersysteme KG, Hyco Hengstler, Kienzler Stadtmobiliar, das Kieswerk Uhl, Gass International Logistics, das Sägewerk Streit und der Bürofachhandel Streit.

Bildungseinrichtungen

Das Robert-Gerwig-Gymnasium mit ca. 970 Schülern und die kaufmännischen Schulen mit Berufskolleg und Wirtschaftsgymnasium mit ca. 500 Schülern haben für viele Gemeinden des Umkreises eine wichtige Zentralfunktion. Die Graf-Heinrich-Schule ist eine Grundschule mit Werkrealschule (gemeinsam mit Wolfach). Zusätzlich befindet sich in Hausach eine Berufsfachschule für Sozial- und Pflegeberufe, welche vom Paritätischen Wohlfahrtsverband getragen wird.

Für die jüngsten Bewohner gibt es zwei römisch-katholische Kindergärten und einen Kindergarten in Trägerschaft des DRK.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Spättlemadlee mit Strohhut (im Hintergrund ganz links) und zwei rot-gelb gewandete Hansele (Mitte) bei einem Narrentreffen 1974

Hausach liegt am Großen Hansjakobweg und am Westweg, zwei Wanderwegen, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Die Stadt ist mit ihren beiden Hauptfiguren Spättle und Hansele ein lebendiger Teil der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

Der im Jahre 1998 von dem Hausacher Lyriker José F. A. Oliver mit Unterstützung der Stadt Hausach gestartete jährliche Hausacher Leselenz[3] ist mit seinen zahlreichen öffentlichen Lesungen und Schreib- und Textwerkstätten und Lesungen in Hausacher Schulen und Kindergärten ein fester Bestandteil des regionalen Kulturlebens und ein Literaturfestival von mittlerweile überregionaler Bedeutung. Namhafte Autorinnen und Autoren, aber auch weniger etablierte Schriftsteller aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien und Belgien, sind in den vergangenen Jahren der Einladung nach Hausach gefolgt.

Museen

Das Bergbaumuseum Erzpoche stellt den Bergbau im Kinzigtal dar. Im Herrenhaus ist das städtische Museum untergebracht. Im Molerhiisli ist das Werk des Malers und Dichters Eugen Falk-Breitenbach ausgestellt. Die Schwarzwald-Modell-Bahn ist eine naturgetreue Nachbildung der Schwarzwaldbahn.

Bauwerke

Naturdenkmäler

Der Brandenkopf liegt teilweise auf Hausacher Gebiet.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Manfred Kienzle
  • Kurt Klein[4]

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 336–339
  3. Hausacher Leselenz
  4. Amtliches Nachrichtenblatt 48/2010: Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Kurt Klein (Seite 14), abgerufen am 19. Januar 2011

Weblinks

 Commons: Hausach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Diese Seite wurde zuletzt am 13. Oktober 2011 um 10:59 Uhr geändert.

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