Montag, 28. Mai 2012

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Hausantenne

Hausantenne

Als Hausantenne oder Dachantenne wird eine Antenne zum Empfang terrestrisch ausgestrahlter Radio- und Fernsehprogrammen bezeichnet, die auf dem Hausdach oder an ähnlich exponierter Stelle angebracht ist und häufig gemeinschaftlich genutzt wird. Gemeinhin ist mit der Hausantenne auch die Verteilung des Signals bis zur Anschlussdose in der Wohnung gemeint, also die gesamte Gemeinschaftsantennenanlage (GA). Eine Anlage kann in einem Hotel oder einem Wohnblock ein paar hundert Anschlüsse versorgen.

Eine Hausantenne besteht in der Regel aus mindestens zwei übereinander an einem Metallmast angebrachten Antennen. Für die Frequenzbereiche (VHF und UHF) werden eigene Antennen benötigt. Zum Empfang von Fernsehsignalen kommen Yagi-Antennen zum Einsatz, die auf den jeweiligen Senderstandort ausgerichtet sind. Die für den Hörfunk im UKW-Bereich verwendeten Antennentypen können variieren. Mit einer Dipolantenne beschränkt sich der Empfang auf die leistungsstärksten Hörfunkfrequenzen im Umkreis, während sich mit einer Yagi-Antenne ein bestimmter, unter Umständen weit entfernter Senderstandort anpeilen lässt. Nur in seltenen Fällen reichte in Zeiten der analogen Abstrahlung von TV-Programmen eine einzige Antenne aus, wenn alle empfangbaren Programme im UHF-Bereich abgestrahlt wurden und der Sender im Rahmen der Mitbenutzung sowohl das Programm der ARD als auch das ZDF und das entsprechende Dritte Programm ausstrahlte. Dieses war z.B. in Cuxhaven der Fall, da hier vom NDR-Sender in Altenwalde auch ZDF und N3 sowie später Sat 1 ausgestrahlt wurden. Allerdings wurde das RTL-Programm auf dem VHF-Kanal 11 gesendet, so dass hier eine zweite Antenne erforderlich wurde. An einigen Standorten, an denen ARD- und Telekom-Sender in einer Richtung lagen, kam man auch mit einer Antenne aus, wenn alle Programme im UHF-Bereich abgestrahlt wurden.

Für DVB-T, den digitalen terrestrischen Empfang, können die bisherigen Antennen in der Regel weiterverwendet werden. Unter Umständen ist eine Neuausrichtung erforderlich, da die Ausstrahlung über eine im Vergleich zum analogen Fernsehen deutlich reduzierte Anzahl von Fernsehumsetzern und Füllsendern erfolgt. Je nach Polarisation muss die Antenne ggf. um 90 Grad in der Längsachse gedreht werden. Die beiden auf dem Foto abgebildeten Antennen sind horizontal polarisiert. DVB-T ist beispielsweise im Sendegebiet des SWR horizontal polarisiert, jedoch im Rhein-Main-Gebiet und im Saarland vertikal polarisiert.

Man sieht die Dachantenne immer seltener auf Hausdächern, da sie zunehmend der „Satellitenschüssel“ oder dem Kabelfernsehen weicht. Eine Satellitenrundfunk-Empfangsanlage kann nach einer Kanalaufbereitung eine bestehende Gemeinschaftsanlage nutzen, das Programmgebot ist dabei eingeschränkt und für jeden Kanal ist ein eigener Umsetzer nötig. Wenn die Kabel tauglich für die hochfrequenten Satellitensignale sind, können diese in einem Einkabelsystem weiterverwendet werden und nur die Komponenten müssen ausgetauscht werden.

Die vor allem bis in die 1980er Jahre entstandenen Großgemeinschaftsantennenanlagen (GGA) werden heute als Kabelfernsehen bezeichnet.

Literatur

  • Jürgen Tech: Antennen zum Selbstbauen. 2. Auflage, frech-Verlag GmbH + Co Druck KG, Stuttgart, 1980, ISBN 3-7724-0301-8
  • Herbert Zwaraber: Praktischer Aufbau und Prüfung von Antennenanlagen. 9. Auflage, Dr. Alfred Hüthig Verlag, Heidelberg, 1989, ISBN 3-7785-1807-0
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