Der Begriff Haute cuisine [ot kɥiˈzin] („Hohe Küche“) ist heute ein international geläufiger Begriff für die sogenannte „gehobene“ Küche, angeboten vor allem in Restaurants. Geprägt wurde er im 19. Jahrhundert in Frankreich.
Über Jahrhunderte hinweg galt die französische Kochkunst in der westlichen Welt als unübertroffen. Noch heute hat sie in der gehobenen Gastronomie einen ausgezeichneten Ruf. Viele gastronomische Fachausdrücke stammen aus dem Französischen.
Die Prachtentfaltung und der kulinarische Aufwand, der an französischen Höfen betrieben wurde und der im Großbürgertum seine Fortsetzung fand (Grande cuisine), förderte die Entstehung einer verfeinerten Esskultur, die mit großem finanziellen Aufwand betrieben wurde. Im Jahr 1780 eröffnete der Autor des epochalen Werkes L’Art du cuisinier („Die Kunst des Kochens“), Antoine Beauvilliers, in Paris das erste Restaurant im modernen Sinn, La grande taverne de Londres („Die große Taverne von London“), in dem die Gäste an separaten Tischen statt an Gemeinschaftstafeln speisten und verschiedene Gerichte von einer Speisekarte auswählen konnten.
Nach der Französischen Revolution eröffneten viele Köche, die im Ancien Régime in adligen Diensten gestanden hatten, eigene Restaurants auf höchstem Niveau. Wort und Werk französischer Spitzenköche wie Marie-Antoine Carême, Guillaume Tirel, Auguste Escoffier, Philéas Gilbert, Urbain Dubois und Henri-Paul Pellaprat, in neuerer Zeit auch Paul Bocuse und Alain Ducasse, galten Generationen von Gastronomen und Köchen in aller Welt als verbindlich. Früh schon wurden Fachzeitschriften und kulinarische Zirkel gegründet und gastrosophische Abhandlungen verfasst, wie etwa von Alexandre Grimot de la Reynière und Anthelme Brillat-Savarin.
Auf der Basis des französischen Reichtums an hervorragenden Nahrungsmitteln und an erstklassigen Weinen entstand eine Esskultur, die in der ganzen westlichen Welt als vorbildlich aufgefasst wird. Die historische Bedeutungsnuance des Begriffs Haute cuisine umgreift diese große Tradition der französischen Küche.
Aus dieser Tradition entspringt die klassische Vierteilung der französischen Küche in
Auch wenn die kulinarische Wirklichkeit im heutigen Frankreich sich durchaus nicht immer in diese Klassifikation fügt, ist der Anspruch von erstklassigen Köchen modern geblieben, im Rahmen der Spitzengastronomie Bestes zu leisten. Folgende Ingredienzen der Haute cuisine sind zeitlos:
« En cuisine, comme dans tous les arts, la simplicité est le signe de la perfection. »
„In der Küche ist, wie in allen Künsten, die Einfachheit der Ausweis der Perfektion.“
– Brillat-Savarin
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