| Hawaiʻi | |||||
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| Liste der Bundesstaaten | |||||
| Hauptstadt: | Honolulu | ||||
| Staatsmotto: | Ua Mau ke Ea o ka ʻĀina i ka Pono (Das Leben des Landes wird durch die Rechtschaffenheit bewahrt; siehe auch Siegel Hawaiis) | ||||
| Fläche: | 28.311 (davon nur 16.625 Landfläche) km² | ||||
| Einwohner: | 1.360.301 (Zensus 2010) (48/km²) | ||||
| Mitglied seit: | 21. August 1959 | ||||
| Zeitzone: | Hawaiʻi: UTC-10 | ||||
| Höchster Punkt: | 4205 m (Mauna Kea) | ||||
| Durchsch. Höhe: | 925 m | ||||
| Tiefster Punkt: | 0 m Pazifischer Ozean | ||||
| Gouverneur: | Neil Abercrombie (D) | ||||
| Post / Amt / ISO | HI / HI / US-HI | ||||
| Karte von Hawaii | |||||
| Polynesisches Dreieck (1: Inselgruppe Hawaiʻi) | |||||
| topographische Karte | |||||
| Die Hawaiʻi-Inselkette | |||||
Hawaii (hawaiisch Hawaiʻi) ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean und der 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Die Inselgruppe gehört zum polynesischen Kulturraum und bildet die nördliche Spitze des sogenannten polynesischen Dreiecks. Der Beiname von Hawaiʻi ist „Aloha State“ (Aloha-Staat).
Hawaiʻi liegt 3.682 km vom amerikanischen Festland (Flumeville, Kalifornien) entfernt. Insgesamt gehören 137 Inseln mit einer Gesamtfläche von 16.625 km² zu Hawaiʻi, die meisten davon sind jedoch nicht bewohnt.
Die acht größten Inseln sind (von West nach Ost): Niʻihau, Kauaʻi, Oʻahu, Molokaʻi, Lānaʻi, Kahoʻolawe, Maui und Hawaiʻi (Big Island).
Geografisch wird Hawaiʻi nicht dem amerikanischen Kontinent, sondern als Teil Polynesiens der den Kontinenten gleichgestellten Inselwelt Australiens bzw. Ozeaniens zugeordnet.
Die größten Inseln werden fünf Countys zugeordnet: Hawaiʻi und Oʻahu stellen jeweils einen eigenen County dar; Kauaʻi und Niʻihau bilden gemeinsam einen County; ebenso zusammengefasst werden Maui, Molokaʻi, Lānaʻi und Kahoʻolawe. Eine Besonderheit ist der Kalawao County, der sich auf die Kalaupapa-Halbinsel auf Molokaʻi beschränkt. Gemessen an der Bevölkerung zählt dieser zu den kleinsten Countys der Vereinigten Staaten.
Liste der größten Inseln von West nach Ost:
| Lage | Bild | Insel | Fläche | Einwohner | County | Spitzname |
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| Niʻihau | 180 km² | 160 | The Forbidden Isle Die verbotene Insel | |||
| Kauaʻi | 1.431 km² | 58.303 | The Garden Isle Die Garteninsel | |||
| Oʻahu | 1.545 km² | 876.151 | The Gathering Place Der Versammlungsplatz | |||
| Molokaʻi | 673 km² | 7.404 | The Friendly Isle Die freundliche Insel | |||
| Lānaʻi | 364 km² | 3.193 | The Pineapple Isle Die Ananasinsel | |||
| Kahoʻolawe | 116 km² | 0 | The Target Isle Die Zielinsel | |||
| Maui | 1.883 km² | 117.644 | The Valley Isle Die Talinsel | |||
| Hawaiʻi | 10.433 km² | 148.677 | The Big Island Die große Insel |
Die Inseln sind abgesehen von den Korallenriffen alle vulkanischen Ursprungs. Die Schildvulkane der Hawaiʻi-Inseln sind die größten Vulkane der Erde. Der Mauna Kea liegt dabei mit 4205 Meter Höhe über dem Meer und einer Basis in 5400 Meter Wassertiefe, also insgesamt über 9000 Meter, an der Spitze. Es ist mit dieser absolut gemessenen Höhe der größte Berg der Erde. Der nur wenig niedrigere Mauna Loa ist nach seinem Volumen der massivste Vulkan der Erde. Sein Gewicht ist so groß, dass er die gesamte pazifische Platte messbar deformiert.
Auf der größten Insel, Hawaiʻi, sind der Mauna Loa und der Kīlauea noch tätig, Letzterer ist seit 1983 ununterbrochen aktiv. Die in historischer Zeit ausgebrochenen Vulkane Hualālai (Hawaiʻi) und Haleakalā (Maui) werden als noch nicht erloschen angesehen.
28 Kilometer südöstlich des Kīlauea befindet sich der unterseeische Vulkan Lōʻihi. Er ist der jüngste Vulkan, der mit der hawaiischen Kette verbunden ist.
Das Trinkwasser auf den Inseln wird unter anderem über artesische Brunnen gewonnen. Der längste Fluss ist der Kaukonahua auf der Insel Oʻahu. Der größte natürliche See ist der Halulu-See auf Niʻihau mit einer Fläche von 3,48 km².[1]
Hawaiʻi liegt in den äußeren Tropen. Sein Klima ist durch den vorherrschenden NO-Passat mild und ausgeglichen. Im Gegensatz zu den feuchten Luvseiten mit ihrer tropischen Vegetation bleiben die Leeseiten der Inseln relativ trocken.
| Honolulu | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Honolulu
Quelle: [2]
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Da Hawaiʻi die abgelegenste Inselgruppe der Welt ist, gab es dort, abgesehen von der auch in Amerika verbreiteten Weißgrauen Fledermaus (Lasiurus cinereus),[3] vor Ankunft der Menschen keine weiteren Landsäugetiere. Ebenso fehlten Landreptilien und Amphibien. Viele Arten haben sich in diverse neue Arten aufgespalten (Adaptive Radiation), weil die Inseln so schwer zu erreichen sind und dadurch viele freie ökologische Nischen existierten. Das führte dazu, dass Hawaiʻi einen hohen Anteil an endemischen Arten hatte.
Dagegen gab es Pflanzen mit ursprünglich kleinen Samen, die durch Wind, Vögel oder Fluginsekten dorthin verschleppt wurden. Interessant ist beispielsweise, dass es dort wegen des Nichtvorhandenseins pflanzenfressender Säugetiere nichtbrennende Brennnesseln und Minze ohne Pfefferminzgeschmack gab.
Weitere Pflanzen:
Es gibt mehr als 70 Arten Vögel. Interessant sind die Kleidervögel (Drepanididae), bei denen eine Gattung sich in mehr als sieben Arten aufgespalten hat. Moa Nalos und Hawaiʻigänse waren große flugunfähige Vögel, die sich von Gras und Kräutern ernährt haben. Die flugfähige Verwandte der flugunfähigen Hawaiʻigänse, die Hawaiʻigans (Nēnē), hat bis heute überlebt.
Weitere Vogelarten:
Es gab Fluginsekten und Insekten, die durch den Wind verschleppt wurden. Auf der Inselgruppe Hawaiʻi sind aus einer Fruchtfliegenart (gemeint sind Taufliegen (Drosophilidae)) rund 1000 Arten entstanden, die sich äußerlich erheblich unterscheiden. Einige sind heute ausgestorben, so etwa Drosophila lanaiensis und Drosophila ochrobasis.
Weitere Insekten:
Durch den Einfluss der ursprünglichen polynesischen Siedler starben mehr als die Hälfte der ursprünglich hier lebenden Vogelarten aus (vgl. Liste der neuzeitlich ausgestorbenen Vögel). Dazu gehören die Moa-Nalos (Chelychelynechen quassus, Thambetochen spp., Ptaiochen pau), die die größten Pflanzenfresser Hawaiʻis waren, und eine ähnliche ökologische Nische wie die Riesenschildkröten von den Maskarenen, den Seychellen, Aldabra und den Galápagosinseln einnahmen.
Außerdem brachten sie Nutzpflanzen und -tiere (sowie deren Schädlinge) mit, die sie auf See und nach ihrer Ankunft benötigten. Diese nicht einheimischen Arten trugen erheblich zum Aussterben weiterer einheimischer Arten bei. Besonders viel Schaden richteten verwilderte Hunde und Ratten an, die einheimische Tiere jagen. Die einheimischen Vögel wurden durch die eingeschleppte Vogelmalaria dezimiert, die durch ebenfalls eingeschleppte Mücken übertragen wird.
Als Neozoen und Neophyten sind zu nennen:
Während für Landtiere und -pflanzen das Meer eine schwer überwindbare Hürde ist, können Meereslebewesen viel leichter zu abgelegenen Inseln gelangen. Um die Hawaiʻi-Inseln herum leben viele für Korallenriffe typische Tiere.
| Historische Einwohnerzahlen | |||
|---|---|---|---|
| Census | Einwohner | ± in % | |
| 1900 | 154.001 | — | |
| 1910 | 191.874 | 20 % | |
| 1920 | 255.881 | 30 % | |
| 1930 | 368.300 | 40 % | |
| 1940 | 422.770 | 10 % | |
| 1950 | 499.794 | 20 % | |
| 1960 | 632.772 | 30 % | |
| 1970 | 769.913 | 20 % | |
| 1980 | 964.691 | 30 % | |
| 1990 | 1.108.229 | 10 % | |
| 2000 | 1.211.537 | 9 % | |
| 2010 | 1.360.301 | 10 % | |
| Vor 1900[5] | |||
Neben den polynesischen Ureinwohnern siedelten sich nach der Entdeckung weiße Missionare, Händler und Walfänger in Hawaiʻi an. Für den Zuckerrohranbau und später Ananasanbau wurden chinesische und japanische Arbeitskräfte angeworben, die sich dort ansiedelten und teilweise ihre Kultur mitbrachten. Die berühmten „goldenen Menschen“ von Hawaiʻi entstanden aus der Durchmischung der polynesischen Ureinwohner mit den asiatischen (vor allem japanischen) Einwanderern.
Die Hawaiʻi-Inseln zählen etwa 1,2 Millionen Einwohner. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Archipels ist Honolulu mit etwa 390.000 Einwohnern. Die größten Bevölkerungsgruppen bildeten im Jahre 2000 Asiaten mit 41,6 % (einschließlich 16,7 % japanischer, 14,7 % philippinischer und 4,7 % chinesischer Herkunft), 24,3 % Menschen europäischer Herkunft, 7,9 % Polynesier (6,6 % „ursprüngliche“ Hawaiier) und 1,8 % Schwarze (Afroamerikaner).
Bereits 1941, am Vorabend des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor, machten die hawaiischen Ureinwohner kaum noch 6 % (22.000) der damals insgesamt 370.000 Einwohner aller Inseln aus, gegenüber 42.000 US-Militärangehörigen und etwa 150.000 japanischen Einwanderern allein auf der Insel Oahu (40,5 %).[8]
Neben Englisch sind auf Hawaiʻi auch Hawaii Creole English und die indigene Hawaiische Sprache verbreitete Sprachen.
Im Jahre 1840 errichtete König Kamehameha III. das erste staatliche Schulsystem. Mehr als 60 Jahre später folgten nach und nach die Gründungen mehrerer Universitäten: 1907 wurde die University of Hawaiʻi gegründet, 1955 die Chaminade University of Honolulu und 1965 die Hawaiʻi Pacific University.[9]
Die bedeutendste staatliche Hochschule auf Hawaiʻi ist mit rund 14.000 Studenten die University of Hawaiʻi at Mānoa. Außer dem Standort in Mānoa gehören zu dem University of Hawaiʻi System noch zwei andere Hochschulen, sowie zahlreiche Community Colleges und Forschungsinstitute.
Die Lebenshaltungskosten in Hawaiʻi sind sehr hoch. Studenten können sich bei den üblichen Stipendiengebern um eine finanzielle Förderung bemühen.
Es waren vermutlich Polynesier von den Marquesas-Inseln, die zwischen dem zweiten und sechsten Jahrhundert (nach anderer Ansicht etwa seit 800 n. Chr.) nach Hawaiʻi gelangten. Eine zweite Siedlerwelle von Polynesiern folgte etwa im 11. Jahrhundert von Tahiti aus. Die Seefahrer waren in der Lage, die ungeheure Entfernung von etwa 5500 Kilometern von den Marquesas mit großen Auslegerkanus dank einer ausgefeilten Navigationstechnik zu überwinden. Sie navigierten nach den Sternen, nach der Dünung, nach Wolkenbildung und -zug und nach Vogelschwärmen. All diese Informationsquellen zusammengenommen ermöglichten es ihnen, über tausende von Kilometern zielgenau eine bestimmte Insel anzusteuern. Ihre Doppelrumpfboote bestanden aus ausgehöhlten und mit Harzen abgedichteten Baumstämmen als Schwimmkörpern. Diese wurden durch Balken zusammengehalten, die sich in der Mitte zwischen ihnen kreuzten . Auf dem den Schwimmkörpern entgegengesetzten Ende der Balken saß eine teilweise überdachte, leichtgebaute Plattform mit einer Tragfähigkeit bis zu 100 Personen. Zusammengehalten wurde die ganze Konstruktion mit Seilen, die aus den Fasern der dicken Außenschale der Kokosnuss geflochten waren und über eine Haltbarkeit von bis zu fünf Jahren im Salzwasser verfügten. Auch das Segel des polynesischen Doppelrumpfbootes war eine Besonderheit. Mast und Segelfläche bildeten eine Einheit, ähnlich einem überdimensionalen Palmblattfächer mit zwei nach oben zeigenden Spitzen, zwischen denen eine halbkreisförmige Aussparung war, deren tiefsten Punkt die (eingebaute) Mastspitze bildete. Am jeweiligen Ende der beiden Schwimmkörper war zwischen ihnen eine Holzkonstruktion befestigt, in die sich, je nach Bedarf, das Segel stecken ließ. Daher besaß das polynesische Reiseboot im „westlichen Sinne“ weder Bug noch Heck, sondern Bug konnte auch Heck sein und umgekehrt, je nach Fahrtrichtung. Die Segelfläche selbst bestand aus einem seitlich aneinander genähten, aus Palmblattspitzen geflochtenen Band und war zwar an den Enden elastisch und, durch den in der Mitte eingebundenen Mast, steif.
An der Spitze der neu-hawaiischen Gesellschaft standen die Adligen (Aliʻi),[10] die ihre mystische Abstammung auf Götter zurückführten und ihre Macht auf das Prinzip des Kapu[11] stützten. Das Kapu erlaubt und verbietet bestimmte Handlungen beziehungsweise den Zutritt zu bestimmten Orten (Tabu). Den Adligen folgten gesellschaftlich die Priester und nach diesen kam das gemeine Volk. Zeitweise kam es zu Kriegen zwischen verschiedenen Stämmen; ein Clan wurde jeweils vom Alii angeführt, einem von den Göttern abstammenden Häuptling, oft eine Frau.
Es wird vermutet, dass der Spanier Juan Gaetano 1527 auf Hawaiʻi landete.
Am 20. Januar 1778 landete James Cook auf seiner dritten Pazifikreise auf der Insel Kauaʻi, die bereits am 18. Januar gesichtet worden war. Der eigentliche Zweck seines Unternehmens bestand darin, eine Passage in den Atlantik zwischen Alaska und Sibirien zu finden. Er nannte die Inseln, auf denen noch immer mehrere Königreiche bestanden, zu Ehren von Lord Sandwich „Sandwich Islands“ (Sandwichinseln). Cook betrieb Tauschgeschäfte mit den Einheimischen und ließ neben Schweinen und Ziegen diverses Saatgut zurück. Allerdings schleppte Cooks Besatzung auch Geschlechtskrankheiten auf der Insel ein, die die Bevölkerung innerhalb der folgenden 80 Jahre von 300.000 auf 60.000 schrumpfen ließen.
Am 17. Januar 1779 ging Cook mit seinen Schiffen in der Kealakekua-Bucht auf der Insel Hawaiʻi vor Anker, wo zu dieser Jahreszeit die einheimische Bevölkerung ein Fest zu Ehren des Gottes Lono feierte. Cook wurde sehr gut aufgenommen und wohl sogar als jene Gottheit verehrt. Im Februar 1779 verließ Cook die Inseln, kehrte aber für Reparaturarbeiten an einem seiner durch einen Sturm beschädigten Schiffe wenige Tage später in die Kealakekua-Bucht zurück. Diesmal war der Empfang nicht mehr so freundlich und nach einigen Missverständnissen mit den Einheimischen wurden er und ein Teil seiner Mannschaft am 14. Februar 1779 getötet.
Kamehameha I. einigte gewaltsam die Inseln Hawaiʻis. Ab 1810 war er alleiniger Herrscher und damit der erste König von Hawaiʻi.[12] Seine Kamehameha-Dynastie regierte bis 1872, danach folgten noch drei gewählte Könige.
Die Unabhängigkeit Hawaiʻis war immer wieder bedroht. Nachdem 1815–1817 der in russischen Diensten stehende Deutsche Georg Anton Schäffer vergeblich versucht hatte, die Kontrolle über die nördlichen Inseln Kauaʻi und Niʻihau zu bekommen, scheiterten auch die fünfmonatige Annexion Hawaiʻis durch den Briten Lord George Paulet 1843 und die Besetzung Honolulus durch den Franzosen Legoarant de Tromelin 1849.
Die Beziehungen Hawaiʻis zu den Vereinigten Staaten waren anfangs sehr gut. So ließen sich ab 1820 amerikanische Missionare (Kongregationalisten) in Honolulu nieder. 1842 erkannten die Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit Hawaiʻis an. Der Einfluss wurde dennoch etwa seit 1850 immer größer, vor allem durch den Vertrag über zollfreien Zuckerexport in die USA von 1875 und seine Ergänzung 1887 mit der Übernahme des Marinestützpunkts Pearl Harbor. Nach dem Sturz der Königin Liliʻuokalani durch einen Putsch 1893 wurde 1894 die Republik Hawaiʻi errichtet.
Unter dem äußeren Druck und zur Absicherung der Herrschaft gab es eine Reihe von wichtigen Reformen, wozu nach dem symbolischen Bruch des Kapu-Systems 1819 und der Landverteilung von 1848 vor allem der Erlass von Verfassungen durch die Könige gehörten.
Die wirtschaftlichen Beziehungen Hawaiʻis mit der Außenwelt begannen als Zwischenstation für Handelsschiffe zur Versorgung mit Proviant und Ersatzteilen. Der Export von Sandelholz von Hawaiʻi nach China wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem Handelsschwerpunkt, bevor in den 1820er bis 1860er Jahren Lāhainā und Honolulu zu wichtigen Häfen für die Walfänger im Nordpazifik wurden. Für den Zuckerrohranbau wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Einwanderung von Vertragsarbeitern unter anderem aus China, verschiedenen Südseeinseln, Japan und Portugal gefördert, die im 20. Jahrhundert dann auch für den Ananasanbau stattfand.
Am 15. Februar 1894 wurde ein Komitee gebildet, das im März offiziell den Auftrag zur Ausarbeitung einer Verfassung für die zu gründende Republik Hawaiʻi erhielt,[13] da die Bemühungen um eine schnelle Annexion durch die USA keinen Erfolg hatten. Diese Verfassung[14] wurde am 3. Juli 1894 durch einen Verfassungskonvent bestätigt und trat am folgenden Tag in Kraft. Die so begründete Republik wurde zwar kurz darauf durch die USA anerkannt, sollte aber vor allem dem Ziel der Annexion dienen.[13]
Die Republik war nur von kurzer Dauer. Wegen der großen strategischen Bedeutung wurde Hawaiʻi während des Spanisch-Amerikanischen Krieges durch eine gemeinsame Entschließung (joint resolution)[15] des Senates und des Repräsentantenhauses vom 7. Juli 1898 durch die Vereinigten Staaten annektiert. Der formelle Akt fand am 12. August 1898[16] statt. Das US-Territorium Hawaiʻi erhielt mit dem Hawaiian Organic Act[16] vom 30. April 1900 (in Kraft ab 14. Juni 1900) eine entsprechende Verwaltung. Die Machtübernahme stieß bei vielen Einheimischen auf Widerstand, da die hawaiische Sprache, Hula und andere Bereiche hawaiischer Kultur unter dem starken kulturellen Einfluss der USA zurückgedrängt wurden.[17][18] Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Pearl Harbor zum wichtigsten Flottenstützpunkt der USA im Pazifik ausgebaut. In Folge des Angriffs der Japaner auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 traten die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg ein. Sie setzten die zivile Regierung ab und verhängten acht Jahre lang das Kriegsrecht über Hawaiʻi, was eine Außerkraftsetzung von Grundrechten bedeutete. Rund 500.000 US-Soldaten waren in dieser Zeit stationiert.[18] Diese Zahl entsprach annähernd der damaligen Einwohnerzahl.[19]
Die Einwanderung von Asiaten und US-Amerikanern hatte die Hawaiier zur Minderheit im eigenen Land gemacht. Der sprachliche und kulturelle Identitätsverlust begünstigte die Verbreitung des westlichen Lebensstils. Dies zeigte das Ergebnis eines Volksentscheids, in dem die Mehrheit für einen Beitritt zu den USA stimmte. Am 21. August 1959 wurde Hawaiʻi zum 50. Bundesstaat und William F. Quinn zum ersten hawaiischen Gouverneur erklärt.
Die USA verabschiedeten 1993 die Apology Resolution (formell United States Public Law 103–150), mit der sie den Putsch gegen die Monarchie von 1893 für unrechtmäßig erklärten und dafür um Entschuldigung baten. Das Gesetz, das am 23. November 1993 von beiden Häusern des Kongresses verabschiedet und am gleichen Tag von Präsident Bill Clinton unterzeichnet wurde, beendete jedoch nicht die Annexion. Daher fordert die polynesische Urbevölkerung heute wieder mehr Unabhängigkeit, Rechte und Land für die Hawaiier sowie eine Sezession von den Vereinigten Staaten. Derzeit leben lediglich noch 120.000 Nachkommen (meist Mischlinge) der zu Zeiten Cooks 300.000 Ureinwohner auf den Inseln.
Die Unabhängigkeitsbewegung und Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen abzubauen, sind ein Schwerpunkt des Matsunaga Institute for Peace, das auf einen gewaltfreien Ausgleich der Konflikte hinarbeitet. Nach Ansicht von David Keanu Sai, Professor für Politikwissenschaft an der University of Hawaiʻi at Mānoa, ist Hawaiʻi nie Teil der USA geworden, sondern lediglich militärisch besetzt worden.[19] Die Anerkennung dieses Umstands müsse jeder Unabhängigkeitsbestrebung vorausgehen.[18]
Hawaiʻi gehört zum polynesischen Kulturraum. Die hawaiische Sprache (ʻōlelo) ist neben dem Englischen offizielle Sprache des US-Bundesstaates.
Da eine Schriftsprache erst im 19. Jahrhundert eingeführt wurde, kommt der Überlieferung in Erzählungen, Gesängen und im Hula eine besondere Bedeutung zu. Auch die Namen von Personen und Orten spielen eine wichtige Rolle für die Bewahrung von Traditionen.
Fischfang und Landwirtschaft waren in der hawaiischen Kultur hoch entwickelt. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen war durch die Aufteilung der Inseln in einzelne Bereiche (ahupuaʻa)[20] geregelt. Dabei ist die Verbindung zum Land (ʻāina) und der Respekt gegenüber der gesamten Natur besonders wichtig.
Die Grundlage des Zusammenlebens und der verschiedenen kulturellen Aktivitäten war die erweiterte Familie (ʻOhana). Hierzu gehört auch die Ehrung der älteren Generation und der Vorfahren (kupuna, Mehrzahl: kūpuna) sowie der als ʻaumākua (Einzahl: ʻaumakua) verehrten Familiengottheiten.[21]
Hoʻoponopono ist ein psycho-spirituelles Verfahren der alten Hawaiier zur Aussöhnung und gegenseitigen Vergebung, ein sanfter Weg zur Konfliktlösung einschließlich Lossprechung. Aber auch eine Philosophie und ein Lebensstil. Traditionelles hoʻoponopono hielt ein oder eine kahuna lapaʻau[22] (Heilpriester) zur Heilung körperlicher und geistiger Krankheiten ab, vorwiegend mit Familiengruppen. Moderne Versionen sind meistens so angelegt, dass sie der Einzelne allein vornehmen kann.
Hula ist ein erzählender polynesischer Tanz.
Trotz ihres Namens sind Pizza Hawaii und Toast Hawaii keine hawaiischen Gerichte sondern deutsche Erfindungen. Lediglich die Verfügbarkeit von Ananaskonserven zur Zeit des Wirtschaftswunders und die Verbindung dieser exotischen Frucht mit der Inselgruppe im Pazifik führten zu diesen Bezeichnungen.[23]
| Nationalpark | Lage | Ansicht |
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Haleakalā-Nationalpark
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Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark
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Auf Hawaii gibt es auch zwei National Monuments:
Das reale Bruttoinlandprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 38.083 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten USD 37.714; nationaler Rangplatz: 16). [24]
Der Tourismus ist der Hauptwirtschaftszweig des Bundesstaates (2009 ca. 6,5 Millionen Besucher),[25] gefolgt von den wirtschaftlichen Aktivitäten und Einflussfaktoren der militärischen Anlagen und Truppen.
Der Anbau und Export von Zuckerrohr und Ananas auf Plantagen war früher der bedeutendste Wirtschaftszweig und leistet noch heute einen wichtigen Beitrag zum Einkommen. Der Walfang wurde bereits von Kamehameha V. (1863–1873) verboten, so dass der Anbau dieser Pflanzen immer wichtiger wurde. Außerdem werden Blumen, Macadamia-Nüsse, Kaffee, Bananen, Tabak, Reis, Baumwolle, Papayas, Guave, Kokosnüsse and andere tropische Früchte geerntet. Außerdem werden Orchideen gezüchtet, Rinderweidewirtschaft und Fischfang (Thunfisch) betrieben. 1901 gründete James Dole in Hawaiʻi die Hawaiian Pineapple Company.
Bekannt ist auch der Anbau von Cannabis. 1990 führte die US Regierung die Operation Wipeout aus. Es wurden über 90 % der hawaiischen Cannabispflanzen vernichtet, das entsprach etwa einem Wert von 6 Milliarden US-Dollar.
Die Hollywood-Filmindustrie auf Hawaiʻi ist ebenfalls ein wichtiger Zweig der Wirtschaft.
Der Hafen Honolulus hat ausgedehnte Verladeanlagen und liegt im Mittelpunkt der transpazifischen Passagier- und Frachtschifffahrtslinien. Der Internationale Flughafen Honolulu ist Flugverkehrsknotenpunkt im Pazifik. Industriezweige sind Lebensmittelverarbeitung meist für den amerikanischen Markt (Dosenananas), Zuckerraffinade, Maschinenbau, Metallwaren, Baustoffe und Bekleidungsindustrie. Militäranlagen wie der Flottenstützpunkt Pearl Harbor, die Hickam Air Force Base und das Tripler Army Medical Center sind für die örtliche Wirtschaft von Bedeutung.
Oʻahu ist die drittgrößte Insel Hawaiʻis, auf der 75 % der 1,2 Millionen Einwohner der Inselkette leben. Die meisten japanischen Einwanderer leben hier. Honolulu, Hawaiʻis weltoffene Hauptstadt, erstreckt sich auf einer Länge von über 42 km. Neben dem multikulturellen Stadtzentrum liegen auf Oʻahu der lebendige und weltberühmte Badeort Waikiki sowie der erloschene Vulkan „Diamond Head“, das Wahrzeichen von Honolulu und Waikiki. Waikiki Beach ist ein 4 km langer Strand. Der North Shore Beach ist berühmt für seine bis zu 15 Meter hohen Wellen und gilt als ein Surferparadies.
Auf der Militär-Basis Pearl Harbor kann die Gedenkstätte des Schlachtschiffes U.S.S. Arizona besichtigt werden. Beim Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 kamen 2346 US-Soldaten ums Leben und 8 Schiffe wurden versenkt. Heute ist dieser große geschützte Hafen an der Südküste fast gänzlich militärisches Sperrgebiet. Er dient den USA als strategische Flottenbasis und U-Boot-Stützpunkt für den Pazifikraum.
Hawaiʻis älteste und grünste Insel Kauaʻi wird auch Garteninsel genannt. Die gezackten und üppig bewachsenen Klippen im Norden dieses Tropenparadieses stehen im starken Kontrast zu der trockeneren Westseite, die durch Waimea Canyon geprägt ist. Der Großteil der Küste wird von ursprünglichen, feinen Sandstränden mit Korallenriffen umsäumt. Am eindrucksvollsten ist die entlegene „Nā Pali“ Küste und der dort verlaufende „Nā Pali Trail“ Wanderweg. Der Gipfel des Waiʻaleʻale (1569 m) ist als regenreichster Ort der Erde bekannt. Jurassic Park wurde auf dieser Insel verfilmt.
Ein öffentliches Bussystem gibt es nur auf den Inseln Oʻahu unter der Bezeichnung TheBus und Maui unter der Bezeichnung Maui Bus. TheBus bedient 93 Linien mit einer Flotte von 525 Bussen und wurde in den Jahren 1995 und 2001 von der American Public Transportation Association als bestes öffentliches Personennahverkehrssystem Amerikas ausgezeichnet. Maui Bus bedient zur Zeit 12 Linien.
Auf der Insel Maui gibt es im Westen die Lahaina Kaanapali and Pacific Railroad, auch bekannt als Sugar Cane Train (Zuckerrohrbahn). Hierbei handelt es sich um eine ca. zehn Kilometer lange, dampfbetriebene Touristenbahn.
Literarisch wurde die Geschichte Hawaiʻis in dem bekannten Roman von James A. Michener Hawaii verarbeitet. Mehrere Episoden aus der Geschichte Hawaiʻis thematisierte Jack London in seinen Südseegeschichten. Im Werk Mark Twains und Robert Louis Stevensons finden sich ebenfalls Spuren ihrer Aufenthalte auf den Inseln.
21.311388888889-157.79638888889
Koordinaten: 21° N, 158° W
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