| هلمندHelmand | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat | Afghanistan |
| Hauptstadt | Lashkar Gah |
| Fläche | 58.584 km² |
| Einwohner | 860.000 (2007/2008) |
| Dichte | 14,7 Einwohner pro km² |
| ISO 3166-2 | AF-HEL |
| Politik | |
| Gouverneur | Gulab Mangal |
31.58311111111164.369194444444
Koordinaten: 31° 35′ N, 64° 22′ O
Helmand (persisch هلمند), auch Hilmand oder Helmund, ist eine der 34 Provinzen Afghanistans. Sie liegt im Süden und gilt zurzeit als unruhig. Hauptstadt ist Lashkar Gah. Der derzeitige Gouverneur ist Mohammad Gulab Mangal.[1] Die Provinz hat 860.000 Einwohner.[2]
Helmand war früher Teil der persischen Provinz Sistan, war bis 1940 Teil der afghanischen Provinz Kandahar und ist seit 1958 eine eigenständige Provinz (anfangs noch unter dem Namen Girishk nach der gleichnamigen Stadt). Am 30. April 1964 wurde sie in „Helmand“ umbenannt – nach dem Hilmend Rud, dem längsten Fluss Afghanistans.
Helmand ist nach dem Sturz der Taliban 2001 eine der Hochburgen des Widerstands gegen die Regierung Karzai und die NATO-Truppen vor Ort geworden. Ebenso hat die Schlafmohn-Produktion durch Drogenbarone stark zugenommen.
Von März 2007 an unternahmen NATO- und afghanische Truppen die Operation Achilles, um die in Helmand starken Taliban zu vertreiben. Am 2. Juli 2009 starteten mehr als 4000 US-Soldaten und 650 afghanischen Soldaten und Polizisten, die Operation Khanjar, die bis dato größte Militäraktion seit dem Einmarsch 2002. Nach Presseberichten ist es die größte Offensive von US-Marines seit dem Vietnamkrieg.[3]
Seit Februar 2010 unternehmen NATO- und afghanische Truppen die Operation Muschtarak, die größte Offensive des Afghanistankrieges gegen die Taliban überhaupt.
Am 6. Oktober 2010 wurde das Dorf Tarok Kolache völlig vernichtet. Zerstörungen dieses Ausmaßes durch Flächenbombardements hatte es zuletzt im Vietnamkrieg gegeben.
Helmand besteht vor allem aus Wüsten und fruchtbaren Flusstälern. Die Wirtschaft basiert auf etwa 75 % Ackerbau (Wassermelonen,…), 20 % Viehzucht und 5 % Dienstleistungen. Sie wurde in den letzten 15 Jahren vom illegalen Schlafmohnanbau überschattet.[4]
Die seit 1999 über 5 Jahre andauernde Dürre ließ viele traditionelle Brunnen (Karez) austrocknen.[4] Etwa 45 % der Bevölkerung benötigen dringend Trinkwasser. Außerdem werden elektrischer Strom, Schulen und Kliniken benötigt. Neben der Sicherung dieses Grundbedarfs ist die Reparatur der Kajakai-Talsperre und der Bewässerungssysteme vorrangig. [5]
Helmand hat einen Flugplatz südlich von Lashkar Gah (31° 33′ 33″ N, 64° 21′ 51″ O31.55902777777864.364111111111).[6]
Der Anbau von Schlafmohn wuchs von 1979 bis 1999 um das Fünfzehnfache. 1999 wurde in der Provinz Helmand auf etwa 44.500 Hektar Schlafmohn angebaut. Weil die Talibanregierung im Juli 2000 den Anbau verbot, gab es 2001 keinen Anbau. Nach dem Sturz der Talibanregierung Ende 2001 wurde 2002 wieder auf 29.950 ha angebaut. [7] Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen und Verbrechen (UNODC) nennt für 2006 eine Anbaufläche von 69.324 ha, die sich 2007 um fast 50 % auf 102.770 ha erhöhte. Das sind mehr als die Hälfte der gesamten Anbaufläche von 193.000 ha in Afghanistan. Pro Hektar wurden 42,5 kg Schlafmohn geerntet. Mit dem Schlafmohnanbau (5.200 US $ pro ha) wird etwa das Zehnfache im Vergleich zum Weizenanbau (546 US $ pro ha) verdient. [8][9]
Die Taliban haben inzwischen die Verordnung ihres Anführers Mohammed Omar aufgehoben, der im Juli 2000 den Anbau von Schlafmohn als Sünde verbot. Eine UNODC-Erhebung bei fast 3000 Bauern in 1500 Dörfern kommt zu dem Ergebnis, dass weiterhin 38 % Schlafmohn deswegen nicht anbauen, weil sie damit gegen den Islam verstoßen würden, 28 %, weil es illegal sei, und 18 %, weil sie die Schura respektieren würden. [8]
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