| Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. (Helmholtz-Gemeinschaft) | |
|---|---|
| Zweck: | Großforschung |
| Vorsitz: | Jürgen Mlynek (Präsident) |
| Gründungsdatum: | 2001 |
| Sitz: | Berlin und Bonn |
| Website: | www.helmholtz.de |
Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. (auch Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren) ist die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands.
Es handelt sich um einen Mitgliedsverbund aus 17 unabhängigen naturwissenschaftlich-technisch und biologisch-medizinisch ausgerichteten Forschungszentren mit zusammen ca. 30.000 Beschäftigten und einem jährlichen Budget von etwa 3 Milliarden Euro. Erklärtes Ziel ist es, „große und drängende Fragen von Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft zu beantworten“. Der Name „Helmholtz-Gemeinschaft“ stammt aus dem Jahr 1995; in diesem Jahr wurde die damalige Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen nach dem großen deutschen Physiologen und Physiker Hermann von Helmholtz umbenannt. Grundstein der heute als Verein eingetragenen Wissenschaftsgemeinschaft war 1958 der „Arbeitsausschuss für Verwaltungs- und Betriebsfragen der deutschen Reaktorstationen“, gegründet von den Forschungszentren Karlsruhe (seit Oktober 2009 Karlsruher Institut für Technologie) und Jülich, der damaligen Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt (heute Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung) und von den Kernforschungsinstituten einiger Universitäten.
Das jährliche Budget der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren beträgt mehr als drei Milliarden Euro, von denen etwa 70 % im Rahmen der Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand finanziert werden, während der Rest von den Mitgliedern als Drittmittel eingeworben wird. Die Grundfinanzierung wird zu 90 % vom Bund und zu 10 % von den Ländern getragen. Planungssicherheit durch kontinuierliche Etatsteigerungen ist mit dem Pakt für Forschung und Innovation gegeben.
Zum 1. September 2005 hat Jürgen Mlynek seine Aufgabe als neuer Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft übernommen. Er trat die Nachfolge von Walter Kröll an.
Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren sind:
Das GMD - Forschungszentrum Informationstechnik GmbH ist nicht mehr Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Es wurde 2000 bis 2001 mit der Fraunhofer-Gesellschaft fusioniert.
Am 9. Juni 2009 wurde in Mainz die Gründung des ersten Helmholtz-Instituts in Deutschland, des Helmholtz-Instituts Mainz, besiegelt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen, Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und Horst Stöcker, wissenschaftlicher Geschäftsführer des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung, unterzeichneten hierzu ein Memorandum.[1] Weitere Helmholtz-Institute in Jena und Saarbrücken folgten. In dem am 25. Juni 2009 gegründeten Helmholtz-Institut Jena vereinigen sich die Kompetenzen der Friedrich-Schiller-Universität in Jena auf dem Gebiet der Hochleistungslaserphysik mit der Expertise in Beschleuniger-, Laser- und Röntgentechnologie des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in der Helmholtz-Gemeinschaft und dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung.[2] Das Helmholtz-Institut Saarbrücken wurde am 24. August 2009 unter Beteiligung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig (HZI) und der Universität des Saarlandes gegründet.[3] Am Helmholtz-Institut Saarbrücken sollen neue Wirkstoffe zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten identifiziert und für die pharmazeutische Anwendung weiterentwickelt werden. 2011 wurde das Helmholtz-Institut für Elektrochemische Energieforschung in Ulm gegründet. Es ist eine Außenstelle des Karlsruher Instituts für Technologie und befindet sich auf dem Campus der Universität Ulm.
Die Arbeiten der Zentren werden in Programmen kategorisiert, die in sechs Forschungsbereiche eingeteilt sind. Pro Forschungsbereich ist angegeben, welche Mitgliedszentren der Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt sind:
Seit 1999 vergibt die Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft den Erwin-Schrödinger-Preis für herausragende interdisziplinäre Forschung.
Nobelpreis für Medizin 2008
Harald zur Hausen wurde im Jahr 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Zur Hausen hat am Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft untersucht, wie Gebärmutterhalskrebs durch Virusinfektionen ausgelöst wird. Seine Forschung hat es ermöglicht, einen Impfstoff gegen die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen zu entwickeln. Zur Hausen erhielt die Hälfte des Nobelpreises, die andere Hälfte ging an Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier für die Entdeckung des HI-Virus, der die AIDS-Erkrankung auslöst.
Nobelpreis für Physik 2007
Der Nobelpreis für Physik ging im Jahr 2007 an den Festkörperphysiker Peter Grünberg vom Helmholtz-Forschungszentrum in Jülich. Grünberg erhielt die Auszeichnung zusammen mit seinem französischen Kollegen Albert Fert (Universität Paris-Süd) für die Entdeckung des Riesen-Magnetwiderstands. Beide Wissenschaftler hatten diesen Effekt unabhängig voneinander im Jahr 1988 entdeckt.
Friedensnobelpreis 2007
Das Nobelpreiskomitee hat im Jahr 2007 das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und Albert A. Gore mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Forscher erhielten den Preis für ihre Anstrengungen, die Öffentlichkeit über die Ursachen des globalen Klimawandels zu informieren. Unter den über 2000 Wissenschaftlern, die am IPCC-Report mitgearbeitet haben, sind zahlreiche Wissenschaftler aus der Helmholtz-Gemeinschaft. Als koordinierender Hauptautor verantwortete Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremernhaven das Kapitel Beobachtete Änderungen in Schnee, Eis und Permafrost.
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