| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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Koordinaten: 52° 38′ N, 13° 12′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Oberhavel | |
| Höhe: | 33 m ü. NN | |
| Fläche: | 31,29 km² | |
| Einwohner: |
25.909 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 828 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 16761 | |
| Vorwahl: | 03302 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OHV | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 65 136 | |
| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 16761 Hennigsdorf | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andreas Schulz (SPD) | |
| Lage der Stadt Hennigsdorf im Landkreis Oberhavel | ||
Hennigsdorf ['hɛnɪʝsdɔrf] ist eine amtsfreie Stadt[2] nordwestlich von Berlin im Landkreis Oberhavel in Brandenburg.
Hennigsdorf liegt an der nordwestlichen Stadtgrenze von Berlin, die hier zum großen Teil durch die Havel gebildet wird. Die Stadt hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa neun Kilometer und eine Ost-West-Ausdehnung von etwa sechs Kilometer. Die gesamte Stadt wird nach Westen durch einen zwei bis drei Kilometer breiten Waldstreifen begrenzt.
Hennigsdorf grenzt von Norden ausgehend im Uhrzeigersinn an Velten, Hohen Neuendorf, Berlin, Schönwalde-Glien (Landkreis Havelland) und Oberkrämer.
(jeweils zum 31. Dezember)
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1998 | 25.472 |
| 1999 | 26.197 |
| 2000 | 26.306 |
| 2001 | 26.390 |
| 2002 | 26.435 |
| 2003 | 26.282 |
| 2004 | 26.142 |
| 2005 | 26.674 |
| 2006 | 26.226 |
| 2007 | 25.891 |
| 2008 | 25.623 |
Hennigsdorf wurde 1375 erstmals als „Heynekendorp“ urkundlich erwähnt und blieb lange Zeit ein Fischer- und Kossätendorf. Mit der Errichtung der Poststraße zwischen Berlin und Hamburg wurde einer der drei Havelarme zugeschüttet und eine Brücke über die Havel gebaut, woher ein Stadtteil den Namen Neubrück hat. Dadurch verlor Nieder Neuendorf langsam an Bedeutung. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in Neubrück ein Sägewerk und eine Violinenfabrik. Anfang des 20. Jahrhunderts suchte die AEG billiges Bauland und kam nach Hennigsdorf. 1938 erhielt Hennigsdorf das heutige Stadtwappen.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten Zwangsarbeiter in den Mitteldeutschen Stahl- und Walzwerken der Friedrich Flick KG und den AEG-Werken in der Rüstungsproduktion arbeiten. Ab 1941 (nach anderen Angaben 1942) wurde ein Außenlager des KZ Sachsenhausen für 50 (nach anderen Angaben 150) Häftlinge installiert sowie ein Außenlager des KZ Ravensbrück für 850 weibliche Häftlinge. An die Toten dieser Lager erinnert seit 1948 ein Denkmal für die Opfer des Faschismus auf dem Postplatz.
Bekannt wurde Hennigsdorf – abgesehen davon, dass Marinus van der Lubbe die Nacht vor dem Reichstagsbrand wegen Landstreicherei im Hennigsdorfer Obdachlosenasyl verbrachte – auch durch den Marsch von 5000 Arbeitern der Industriebetriebe am 17. Juni 1953 zu den Demonstrationen gegen die Normerhöhungen der DDR-Regierung nach Berlin.
Durch den Bau der Berliner Mauer wurde der Ort von der direkten S-Bahn-Verbindung nach Berlin über Heiligensee abgeschnitten.
Wegen der stark gewachsenen Bevölkerungszahl – Hennigsdorf war vorübergehend die einwohnerstärkste Gemeinde in der DDR ohne Stadtrecht – wurde Hennigsdorf 1962 die Bezeichnung Stadt verliehen. Durch Erlass des brandenburgischen Innenministers erhielt Hennigsdorf mit Wirkung ab 1. Januar 2006 den Status einer Mittleren kreisangehörigen Stadt.
Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.
Nieder Neuendorf wurde 1923 eingegliedert. Am 1. Mai 1998 wurde der Ortsteil Stolpe-Süd[4] eingemeindet.[5][6]
Die evangelische Kirchengemeinde in Hennigsdorf gehört zum Kirchenkreis Berlin Nord-Ost (bis 2008: Berlin-Pankow) im Sprengel Berlin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz:
Die katholische Pfarrgemeinde Hennigsdorf umfasst die Orte Hennigsdorf, Velten, Oberkrämer und Kremmen und gehört zum Dekanat Oranienburg im Erzbistum Berlin:
Die Hennigsdorfer SVV besteht aus 32 Abgeordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister als fraktionslosem Mitglied.
| Wahlgruppe | Sitze |
|---|---|
| SPD | 13 |
| Die Linke | 6 |
| CDU | 5 |
| BB | 4 |
| FDP | 2 |
| Grüne | 1 |
| Einzelbewerber Schönrock | 1 |
(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008[7])
Nach den Kommunalwahlen haben sich die CDU und FDP zu einer gemeinsamen Fraktion zusammengeschlossen. Das Gleiche taten auch das BürgerBündnis und die Grünen.
Bürgermeister der Stadt ist seit 1990 Andreas Schulz (SPD).
Das Wappen wurde am 12. Januar 1994 genehmigt.
Blasonierung: „Unter grünem Wellenschildhaupt, aus dem linken Schildrand wachsend ein silberner Reiherkopf mit einem goldenen Fisch im Schnabel, in Silber schwebend ein blauer Amboss, begleitet von zwei blauen, aufrecht zugewendeten, unten durch goldene Schleifen verbundene Sensenblättern.“[8]
Hennigsdorf hat drei europäische Partnergemeinden: Kralupy nad Vltavou (Tschechien), Choisy-le-Roi (Frankreich) und Alsdorf (Deutschland).
In der Liste der Baudenkmale in Hennigsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale.
Hennigsdorf verfügt derzeit über drei Grundschulen (Grundschule Nord, Grundschule Theodor Fontane und die Bibergrundschule), zwei Oberschulen (Oberschule Adolph Diesterweg und Oberschule Albert Schweitzer), zwei Förderschulen (Schule an den Havelauen, Regenbogenschule=>Behindertengerecht), ein Gymnasium (Gymnasium A. S. Puschkin) sowie das Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum.
Zusätzlich erweitert die Musikschule der Stadt Hennigsdorf das Nachmittagsangebot. Die Stadtbibliothek Hennigsdorf ist im sanierten historischen Gebäude des „Alten Bahnhof“ untergebracht und verleiht jährlich rund 100.000 Medien.
Martin-Luther-Kirche nach Entwurf von Stüler, Dorfkirche Nieder Neuendorf mit Glasmalereien von Charles Crodel, historisches Rathaus mit Stadtmuseum von 1914 (Neogotik), Waldfriedhof nach Entwurf von Ludwig Lesser, Rathenauviertel (von Peter Behrens entworfene und von Jean Krämer vollendete Werkssiedlung der AEG) und Heimstättensiedlung (innerstädtische Siedlung in Form eines Angerdorfes) aus den 1920er Jahren.
Im Ortsteil Nieder Neuendorf steht einer der drei noch erhaltenen Grenzbeobachtungstürme der Berliner Mauer, welcher ein kleines Museum beinhaltet, das man in den Sommermonaten besichtigen kann.
1993 wurde eine Denkmalsanlage zu Ehren der 5000 Arbeiter, die am 17. Juni 1953 demonstrierend über Berlin-Spandau nach Ost-Berlin zogen, auf dem ehemaligen Dorfanger eingeweiht. Das Denkmal, betitelt „Denkmal 17. Juni 1953 – Herbst 1989“, wurde von der Bildhauerin Heidi Wagner-Kerkhof gestaltet.[9]
Auf dem Waldfriedhof in der Parkstraße ruhen 62 Zwangsarbeiter aus verschiedenen Ländern, an die seit 1969 ein Gedenkstein erinnert. 1994 ließ Italien für seine Militärinternierten ein weiteres Denkmal errichten. Auf einem Gedenkstein links vor der Kapelle wird an fünf kommunistische Widerstandskämpfer erinnert. 1976 wurde für sie eine große Gedenkwand errichtet. Im Rathenaupark an der Neuendorfer Straße entstand ebenfalls 1976 ein Denkmal für alle Opfer des Faschismus.
Hennigsdorf ist ein Bahnknoten im Nordwesten Berlins. Nördlich des Stadtzentrums kreuzen sich der Berliner Außenring und die von Berlin über Hennigsdorf verlaufende Kremmener Bahn.
Hennigsdorf ist als Endpunkt der Linie S25 der Berliner S-Bahn mit dem Berliner Stadtzentrum verbunden und Ausgangspunkt einer sich an diese S-Bahn-Linie anschließenden Regionalbahnlinie, die nach Kremmen verkehrt. Darüber hinaus gibt es Zugverbindungen nach Rheinsberg, Wittstock und Wittenberge.
Außerdem ist der Hennigsdorfer Bahnhof an den Verkehr des Berliner Außenrings angeschlossen, so dass auch Zugverbindungen nach Berlin-Spandau (bis zum Fahrplanwechsel 2006 sogar weiter nach Berlin-Charlottenburg), Potsdam und Oranienburg bestehen. Der Anschluss wird dergestalt realisiert, dass die Züge am Hennigsdorfer Kreuz den Außenring verlassen und auf der Kremmener Bahn in den Hennigsdorfer Bahnhof einfahren, dort kopfmachen und nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof wieder auf den Ring gelangen.
Von 1958 bis 1995 gab es an der Kreuzung von Kremmener Bahn und Außenring den Umsteigebahnhof Hennigsdorf Nord, sodass der oben beschriebene Zugbetrieb nur bei wenigen Zügen erfolgte.
Ab dem 4. Juni 1954 wurde der Haltepunkt Hennigsdorf Süd errichtet; er diente zu Beginn nur der reinen Grenzkontrolle, da seit 1952 West-Berlinern die Einreise in die DDR untersagt war. Ab dem 3. November 1958 durfte an diesem Haltepunkt auch ein- und ausgestiegen werden. Dies blieb auch nach dem 4. Oktober 1959 so, als der Haltepunkt in Stolpe Süd umbenannt wurde. Am 13. August 1961 wurde der Haltepunkt im Zuge des Mauerbaus geschlossen und abgebrochen. Eine Wiederinbetriebnahme ist nicht mehr vorgesehen.
Bis zum Mauerbau 1961 gab es auf der Kremmener Bahn einen durchgehenden S-Bahnbetrieb von Berlin über Hennigsdorf bis nach Velten, der anschließend bis 1983 als Gleichstrom-Inselbetrieb zwischen Hennigsdorf und Velten als Zuggruppe V weitergeführt wurde. Zudem verlief durch den heutigen Hennigsdorfer Ortsteil Nieder Neuendorf die Strecke der Osthavelländischen Eisenbahn, ein Kleinbahnnetz nach Berlin-Spandau, Nauen, Velten und Ketzin. Der Zugverkehr wurde 1953 eingestellt und die Gleise wurden abgebaut. Auf Teilen der Bahntrasse verband bis 1945 die straßenbahnähnliche Kleinbahn Spandau–Hennigsdorf direkt Spandau und Hennigsdorf.
Die Stadt liegt westlich der Autobahn A 111. Die nächstgelegenen Anschlussstellen sind Hennigsdorf-Ost/Stolpe und Hennigsdorf/Velten.
Der Radfernweg Berlin-Kopenhagen und der Pilgerweg Berlin-Wilsnack durchqueren die Stadt.
In Hennigsdorf erscheint als Tageszeitung der Hennigsdorfer Generalanzeiger und die Märkische Allgemeine. Über das Kabelnetz informiert der lokale Fernsehsender OHV-TV aus der Region. Kostenlos erscheinen wöchentlich die Anzeigenblätter Märker und Wochenspiegel.
Der zu DDR-Zeiten mit über 8.500 Beschäftigten wichtigste Industriebetrieb der Stadt war das Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf, das 1917 als Teil des AEG- Werkes gegründet wurde. Ab 1931 gehörte der Betrieb zum Flick-Konzern. Heute ist davon nur noch ein mittelständisches Unternehmen übrig, das seit 1992 die Bezeichnung Hennigsdorfer Elektrostahlwerke GmbH trägt und zum Riva-Konzern gehört.
Seit 1913 werden in Hennigsdorf auch Lokomotiven gebaut. Die Produktionsstätten gehörten vor dem Zweiten Weltkrieg zur AEG, zu DDR-Zeiten dem VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hans Beimler Hennigsdorf (LEW). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden sie 1991 zunächst wieder von der AEG übernommen und kam 1996 zusammen mit dem gesamten Transportsektor der AEG zu Adtranz. Seit 1. Mai 2001 betreibt Bombardier Transportation das Werk in Hennigsdorf.
Von 1913 bis heute wurden in Hennigsdorf etwa 21.700 Lokomotiven und Triebwagen gebaut, die weltweit zum Einsatz kamen bzw. noch kommen, zum Beispiel in der Volksrepublik China, Japan, Südafrika, Griechenland, Brasilien, den USA und der ehemaligen Sowjetunion.
Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.
Mit der Gründung des Biotechnologie-Zentrums im Jahre 2000 wurde in Hennigsdorf einer der Biotechnologie-Cluster in Berlin/Brandenburg etabliert. Zahlreiche neu gegründete Biotechunternehmen siedelten sich an diesem Standort an, unter anderem die B.R.A.H.M.S Aktiengesellschaft als inzwischen größtes Biotechunternehmen der Region.
Hennigsdorf ist Sitz der deutschen Niederlassung des US-amerikanischen Gesundheitsdienstleisters Healthways.
Am 5. September 2009 ging ein Biomassekraftwerk, gelegen zwischen dem Bombardier-Gelände und der Havel, mit einer Wärmeleistung 9,8 MW und einer elektrischen Leistung von 2,2 MW in den Probebetrieb. Die dort erzeugte Wärme wird in das Fernwärmenetz der Hennigsdorfer Stadtwerke eingespeist. Die KPG (Kraftwerks- und Projektentwicklungsgesellschaft), die ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Hennigsdorf GmbH ist, hat in das Projekt rund 22 Millionen Euro investiert. Die verbaute Turbine wurde von italienischen Hersteller Turboden geliefert.[10]
Der SV Stahl Hennigsdorf 1948 ist mit 27 Titeln zwischen 1952 und 1990 DDR-Rekordmeister im Rugby. Nach 1990 spielte die Mannschaft zweimal in der 1. Rugby Bundesliga Nord-Ost.
Der FC 98 Hennigsdorf fusionierte aus den Fußballabteilungen des SV Stahl Hennigsdorf und Motor Hennigsdorf.
Manfred Krug verbrachte einen Großteil seiner Jugend bei seiner Mutter in Hennigsdorf.[11] Der deutsche Journalist Gerhard Dengler starb hier 2007.
In den letzten Jahren war Hennigsdorf Drehort für Videos von Rosenstolz („Sternraketen“), Fettes Brot („An Tagen wie diesen“) und den Ärzten („Junge“), ebenso für Aufnahmen zu Folgen von Tatort-Folge und Praxis Bülowbogen.[12] Seit 2012 wird in Hennigsdorf die Kinderfernsehserie Löwenzahn gedreht.
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