Unter Herostratentum versteht man das Verbrechen, aus Geltungssucht Kulturgüter zu beschädigen oder zu zerstören; auch der (Ruf-) Mord an Prominenten kann dazugerechnet werden. Herostratismus bezeichnet allgemeiner alle negative Geltungssucht, die unter Umständen sogar krankhaft sein kann.
Im Jahr 356 v. Chr. legte ein gewisser Herostrat (angeblich in der Nacht vor der Geburt Alexander des Großen) einen Brand im Tempel der Artemis in Ephesos. Unter Folter sagte er später aus, aus Ruhmsucht gehandelt zu haben. Daraufhin beschlossen die Epheser, die Nennung seines Namens unter Strafe zu stellen (damnatio memoriae).
Ein Herostrat der jüngeren Vergangenheit ist der Amerikaner Mark David Chapman (* 1955), der am 8. Dezember 1980 den Musiker John Lennon erschoss. Als Motiv für seine Tat gab Chapman im späteren Prozess an, er sei ein „Niemand“ gewesen und habe einen der berühmtesten Menschen der Gegenwart ermorden müssen, um ein „Jemand“ zu werden, von dem die Menschheit dann für immer spricht.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Herostratentum aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |