| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 49° 30′ N, 11° 26′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Nürnberger Land | |
| Höhe: | 336 m ü. NN | |
| Fläche: | 22,91 km² | |
| Einwohner: |
12.333 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 538 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91217 | |
| Vorwahl: | 09151 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LAU (bis 1972: HEB) | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 74 132 | |
| Stadtgliederung: | 8 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Unterer Markt 1 91217 Hersbruck | |
| Webpräsenz: | ||
| Erster Bürgermeister: | Robert Ilg (FRB) | |
| Lage der Stadt Hersbruck im Landkreis Nürnberger Land | ||
Die mittelfränkische Kleinstadt Hersbruck (fränk.: Herrschbrugg) ist Teil der Metropolregion Nürnberg und nach Lauf an der Pegnitz und Altdorf die drittgrößte Stadt des Landkreises Nürnberger Land.
Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Kirchensittenbach, Vorra, Pommelsbrunn, Happurg, Engelthal, Henfenfeld, Reichenschwand
Die politische Gemeinde Hersbruck hat acht amtlich benannte Ortsteile[2]:
Hersbruck wurde 976 erstmals urkundlich erwähnt, als an der Stelle einer Brücke eine Burg errichtet wurde. Der Name der Stadt leitet sich vermutlich von Haderihesprucga, die Brücke des Haderich, ab.
Die Burg Hersbruck befand sich seit 994 im Besitz des Heinrich von Schweinfurt, des Markgrafen auf dem bayerischen Nordgau.
Im Mittelalter lag die Stadt an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag, was ihr wirtschaftlichen Aufschwung bescherte. 1297 wurden Hersbruck die Stadtrechte verliehen. Im Spätmittelalter gehörte Hersbruck zum Herrschaftsgebiet der Herzöge von Bayern-Landshut, fiel 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg an das Gebiet der Reichsstadt Nürnberg und kam 1806 wiederum an Bayern, als der größte Teil Frankens an das Königreich Bayern fiel.
Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Nürnberg – Hersbruck – Schwandorf durch die Königlich privilegirte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen im Jahr 1859 wurde Hersbruck an das weltweite Eisenbahnnetz angeschlossen und erlebte dadurch einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Rund um den Bahnhof, der damals etwa einen Kilometer südlich, zwischen Feldern und Wiesen außerhalb der Stadt lag, entstand ein neues Wohnviertel mit zahlreichen Industriebetrieben. Heute ist dieser südliche Stadtteil, die Ostbahn oder Alte Bahn, längst mit der Altstadt zusammengewachsen, verbunden durch die längste Straße im Hersbrucker Stadtgebiet, die Ostbahnstraße.
Während des Nationalsozialismus befand sich von 1944 bis 1945 das KZ-Außenlager Hersbruck des Konzentrationslagers Flossenbürg in der Stadt. Es lag zwischen der heutigen Amberger Straße und der Pegnitz, direkt neben dem Freibad; heute befindet sich dort ein Tennisplatz. Die etwa 10.000 KZ-Häftlinge, meist politisch Verfolgte oder Juden, arbeiteten an den Doggerstollen im nahe gelegenen Ort Happurg für einen Rüstungsbetrieb in der Houbirg, der nicht mehr fertig gestellt wurde. Als im April 1945 die US-Armee näher rückte, wurden die Häftlinge in mehreren Todesmärschen nach Dachau getrieben. Im Hersbrucker KZ starben etwa 4000 Personen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Hersbruck zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers ein DP-Lager für lettische Displaced Persons angelegt. Das Lager wurde von der UNRRA (ab 1947 IRO) betreut.
Hersbruck war bis zur Gebietsreform 1972 Landkreissitz des Landkreises Hersbruck und beherbergt daher heute noch Amtsgericht, Finanzamt, Forstamt sowie Vermessungsamt. Außerdem ist Hersbruck Standort einer Polizeiinspektion.
Hersbruck ist die erste von inzwischen zehn deutschen Cittàslow-Städten. Die Cittàslow-Bewegung ist eine aus der Slowfood-Bewegung hervorgegangene Vereinigung lebenswerter Städte. Diese Vereinigung von in der Mehrzahl italienischen Kleinstädten bemüht sich um die Umsetzung der Prinzipien von Slowfood über den kulinarischen Aspekt hinaus in der Stadtplanung, der Umweltpolitik und der Förderung regionaler Traditionen und Spezialitäten. Das SlowCittà steht nicht für langsame Stadt, sondern soll den Kontrast zum FastFood herausheben, und somit das Ziel der Slowfood-Bewegung – die Menschen wieder zu einem bewussteren und geschmackvolleren Essen zu führen – verdeutlichen.
2004 wurde die Fackelmann Therme eröffnet. Sie bietet neben einem Thermal- und einem Spaßbadebereich mit einer 82 Meter langen Rutsche und einem Beachvolleyball-Feld einen großen Saunabereich mit mehreren Außensaunen. Bis September 2010 hieß sie Frankenalbtherme.
Für die Jugendlichen gibt es neben der Realschule ein Jugendzentrum, in dem Veranstaltungen wie HipHop-Partys stattfinden. Dort werden Billard, Kicker, Tischtennis, Darts, Airhockey, Wii und PlayStation 3 gespielt. Neben dem Jugendzentrum befinden sich zwei weitere Tischtennisplatten, eine Wand, an der man legal sprayen darf und ein Fußballkäfig. Hinter der Haupt- und Realschule gibt es einen Skaterpark mit Basketballplätzen.
Die Faschingsgesellschaft Närrschbruckia e. V. gründete sich am 5. Februar 2004. Der damalige Erste Bürgermeister der Stadt Hersbruck, Wolfgang Plattmeier, stand Pate und leitete die Gründungsversammlung. Dreizehn begeisterte Jecken unterzeichneten die Vereinssatzung und organisierten im Jahr 2005 das erste Mal in eigener Regie den Närrschbrucker Rummzug, der im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung des damaligen Citymanagers der Stadt Hersbruck ins Leben gerufen worden war. Mitglieder dieser Arbeitsgruppe schlossen sich zu der Vereinsgründung mit zwei privaten Investorinnen zusammen, die im Herbst 2003 eine Funkengarde gegründet hatten. Die beiden Leiterinnen dieser Garde, die sich seitdem Tanzgarde Annemon nennt, waren die Präsidentin und die Kassiererin der Faschingsgesellschaft.
Der Verein machte es sich in erster Linie zur Aufgabe, den Närrschbrucker Rummzug zu erhalten und weiter zu pflegen. Die Förderung des fastnachtlichen Brauchtums an sich und der weitere Aufbau der Garde sind das Ziel der F.G.N. Die Wiederbelebung eines Rosenmontagsballs ist als erster Erfolg zu verzeichnen.
Bereits in den 50er-Jahren bestand in Hersbruck eine Vereinigung von Karnevalisten, die den Hersbrucker Skifasching organisierte.
Hersbruck hat mehrere Sportvereine. Der höchstklassige ist der 1. FC Hersbruck. Dieser spielt seit der Saison 07/08 in der Bezirksoberliga Mittelfranken Nord. Neben der Fußballabteilung hat der Verein je eine Tennis-, Handball- und Kegelabteilung. Der SV 1928 Altensittenbach bietet Fußball, Tennis, Tischtennis, Gymnastik und Schach. Die SV Eintracht Hersbruck 1949 ist ein weiterer Fußballverein. Die LG Hersbrucker Alb ist der Verein der Leichtathleten. Einer der größten Vereine ist der TV 1861 Hersbruck mit vielen Abteilungen von Aerobic bis Volleyball. Außerdem gibt es Kegelklubs, Schützenvereine in Ellenbach und Altensittenbach, Marathonteams und Karatevereine.
An einem Baggersee in der Gemarkung der Gemeinde Happurg verbringen Angler und Taucher des Tauchclub Koralle Hersbruck ihre Freizeit. Auf einer nahe gelegenen Wiese ist der Landeort der Luftsportgemeinschaft Hersbruck. Diese flog seit 2006 in der 1. Segelflugbundesliga unter den 30 besten Segelflugvereinen in Deutschland. 2010 stieg er in die 2. Bundesliga ab.
Die Stadt hat vier eigenständige Feuerwehren in Hersbruck, Ellenbach, Großviehberg und Altensittenbach. Die Freiwillige Feuerwehr Hersbruck als Stützpunktfeuerwehr rückt bei Bränden und zur Technischen Hilfeleistung in den benachbarten Gemeinden aus. Sie zählt knapp 100 Mitglieder und besitzt insgesamt neun Fahrzeuge und drei Anhänger.
Für die Hersbrucker Christen gibt es mehrere evangelisch-lutherische Kirchen, eine evangelisch-methodistische Kirche, eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Brüdergemeinde) und eine römisch-katholische Kirche; die Zeugen Jehovas haben eine Versammlungsstätte. Den Moslems stehen zwei Moscheen zur Verfügung.
Hersbruck ist eines von sechs Gebieten in Deutschland, in denen Hopfen angebaut wird. Es war unter der Marke Hersbrucker Gebirge eines der größten Hopfengebiete Deutschlands, bevor der Wert des Hopfens sank. In Hersbruck wird das Hersbrucker Bier der Marke Bürgerbräu Hersbruck hergestellt. Die Brauerei stellt in Zusammenarbeit mit fränkischen Bauern Säfte her. Die Brauerei Porterhouse aus Dublin verwendet den Hopfen aus der Region Hersbruck für ein Pils mit der Bezeichnung Hersbrucker. Weitere industrielle Produktionsstätten fertigen Haushaltsgeräte, Herrenanzüge, Messwerkzeuge und Folienverpackungen. Der Textilhersteller Carl Gross hat seinen Sitz in Hersbruck. Der Gitarrenbauer Martin Wieland stellt in seiner Firma Deerbridge Guitars Westerngitarren her. Die hauptsächlich verbreitete Tageszeitung ist die Hersbrucker Zeitung mit dem überregionalen Mantel der Nürnberger Nachrichten.
Hersbruck liegt an der Bundesstraße 14. Die Anschlussstelle Lauf/Hersbruck der Autobahn 9 München–Berlin liegt etwa 10 km westlich der Stadt. Über Alfeld ist die gleichnamige Anschlussstelle der Autobahn 6 nach etwa 18 km erreichbar.
Den ersten Bahnhof, Hersbruck (links Pegnitz), damals noch ohne die Bezeichnung (links Pegnitz), erhielt Hersbruck 1859 bei der Eröffnung der Bahnstrecke von Nürnberg über Schwandorf nach Regensburg durch die bayerische Ostbahn AG. 1877 entstand auf der rechten Seite des Pegnitztales die Bahnstrecke von Nürnberg über Schnabelwaid nach Bayreuth und Marktredwitz/Cheb. Entsprechend seiner Lage wurde der zweite Bahnhof Hersbruck (rechts Pegnitz) genannt. Zwischen diesem Bahnhof und Pommelsbrunn verläuft die Verbindungsstrecke Hersbruck (rechts Pegnitz)–Pommelsbrunn. Die Züge zwischen Nürnberg Haupt- oder Rangierbahnhof und Schwandorf können die linke und die rechte Pegnitzstrecke benutzen.
Mit der Eingliederung in den VGN 1987 und der Inbetriebnahme der S-Bahn bis Lauf (links Pegnitz) verlor Hersbruck (links Pegnitz) die meisten direkten Verbindungen von Nürnberg nach Amberg und Schwandorf. Stattdessen verkehrten Regionalbahnen als Anschlussverbindungen von Lauf (links Pegnitz) in Richtung Hartmannshof und Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg Seit Dezember 2010 ist Hersbruck (links Pegnitz) Halt der S1 Bamberg–Nürnberg–Hartmannshof. Beim Bahnhof befindet sich ein P+R-Parkplatz, deswegen bezeichnet der VGN die Station als „P+R Hersbruck Bahnhof (li Pegn)“.[8]
Die Regionalexpress R4 nach Amberg in Richtung Schwandorf/Regensburg und R41 über Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg in Richtung Neustadt an der Waldnaab halten ebenso wie die R3 nach Bayreuth und die RE in Richtung Marktredwitz in Hersbruck (rechts Pegnitz). Dort befindet sich ein P+R-Parkplatz; der VGN bezeichnet den Bahnhof als P+R Hersbruck Bahnhof (re Pegn).[8]
Von dort starten die vier Stadtbuslinien, die alle Ortsteile mit der Innenstadt und dem Bahnhof links der Pegnitz verbinden. Ebenso wird vom Bahnhof rechts der Pegnitz aus das Umland durch mehrere Regionalbuslinien angebunden.
In Hersbruck gibt es ein Gymnasium, eine Realschule und eine Volksschule (Grund- und Hauptschule). Das Hersbrucker Gymnasium ist nach dem Kartografen Paul Pfinzing benannt. Die Realschule der Stadt wurde nach dem gebürtigen Hersbrucker und späteren Nürnberger Bürgermeister und Direktor der Ludwigseisenbahn Johannes Scharrer benannt. Die ehemalige Hersbrucker Volksschule (Grund- und Hauptschule) trägt seit 2005 den Namen der Unternehmerin Grete Schickedanz. Außerdem hat die Stadt eine Förderschule und eine weitere Grundschule im Stadtteil Altensittenbach und das Bildungszentrum der AOK Bayern, in dem der Unterricht für alle Auszubildenden zum Sozialversicherungsfachangestellten in der Fachrichtung Allgemeine Krankenversicherung der AOK Bayern und der AOK Plus, Lehrgänge für das AOK-Betriebswirtstudium und regelmäßig die Hersbrucker Gespräche mit verschiedenen deutschen Spitzenpolitikern stattfinden.
Partnerstädte:
Nach Lossiemouth ist eine Brücke in Hersbruck benannt.
Städtefreundschaften:
Seit 1840 findet jährlich am Ostersonntag am Michelsberg das Ostersingen statt. Morgens um sechs Uhr treffen sich die Sänger, die ohne Vereinsbindung sind, vor der dortigen Gaststätte. Dort werden die Notenblätter der drei Lieder verteilt, nach dem Singen werden die Anwesenden in eine Chronik eingetragen.[10]
In Hersbruck wurde 1974 der Spielfilm Das Brot des Bäckers gedreht.
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