Montag, 28. Mai 2012

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Horst Samson

Horst Samson (* 4. Juni 1954 in Salcâmi, Kreis Ialomița) ist ein deutschsprachiger Schriftsteller und Journalist aus Rumänien.

Leben und Werk

Horst Samson wurde in der Bărăgansteppe geboren, wohin seine Eltern, die aus dem Banater Dorf Albrechtsflor (Teremia Mică) stammten, deportiert worden waren.

Samson schreibt in erster Linie Lyrik, die seit 1976 in Anthologien und Literaturzeitschriften und als Langspielplatten veröffentlicht wurde. Von 1977 bis 1984 war er Redakteur der Neuen Banater Zeitung.[1]

Samson debütierte 1978 mit dem Gedichtband »Der blaue Wasserjunge«. Er war u. a. Redakteur der Zeitschrift Neue Literatur, die in Bukarest vom rumänischen Schriftstellerverband herausgegeben wurde und -Sekretär des "Adam-Müller-Guttenbrun"-Literaturkreises Temeswar von 1981 bis zu dessen Protest-Auflösung im Herbst 1984. Zusammen mit den Schriftstellern Richard Wagner, Herta Müller, William Totok, Johann Lippet, Balthasar Waitz und Helmuth Frauendorfer unterzeichnete er einen Protestbrief an die rumänische Regierung und den damaligen Diktator Nicolae Ceaușescu. 1985 erhielt er Schreibverbot und wurde 1986 vom rumänischen Sicherheitsdienst mit Mord bedroht. Er emigrierte im März 1987 in die Bundesrepublik Deutschland.

Horst Samson zählt zu den bedeutenden Repräsentanten der rumäniendeutschen Literatur. Seine Gedichte wurden ins Englische, Französische, Russische, Rumänische, Serbokroatische und Ungarische übersetzt. Er übersetzte Gedichte aus dem Rumänischen von Petre Stoica, Mircea Dinescu, Marin Sorescu, Nichita Stănescu, Traian T. Cosovei, Nicolae Popa, Mariana Marin und anderen.

Samson ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS), im Internationalen P.E.N. sowie Generalsekretär des Exil-P.E.N., Sektion Deutschsprachige Länder.

Horst Samson lebt in Neuberg (Hessen) und arbeitet als Chefredakteur einer Zeitungsgruppe in Frankfurt am Main/Bad Vilbel.

Einzeltitel

  • Der blaue Wasserjunge (1978)
  • Tiefflug (1981)
  • Reibfläche (1982)
  • Lebraum (1985)
  • Wer springt schon aus der Schiene (1991)
  • Was noch blieb von Edom (1994)
  • La Victoire. Poem (2003)
  • Und wenn du willst, vergiss (2010)

Herausgabe

Anthologien und Literaturzeitschriften (Auswahl)

  • Christoph Buchwald (Hrsg.), Jahrbuch der Lyrik (1984, 1987, 2009).
  • Hans Bender (Hrsg.), Was sind das für Zeiten. Deutschsprachige Gedichte der achtziger Jahre, Hanser, München 1988.
  • Michael Braun und Hans Thill (Hrsg.), Das verlorene Alphabet. Deutschsprachige Lyrik der neunziger Jahre, Wunderhorn, Heidelberg 1998.
  • Axel Kutsch (Hrsg.), Blitzlicht. Deutschsprachige Kurzlyrik aus 1100 Jahren, Landpresse, Weilerswist 2001.
  • Zeitschriften: Akzente, Litfass, die horen, Flugasche, Literaturbote, Neue Literatur, Nachtcafé, KulTour, Eiswasser, Das Plateau, Matrix, Spiegelungen

Übertragung

  • Theodor Vasilache, Gegenschauspiel / Spectacol, Bukarest 1996

Auszeichnungen

  • 1981 Lyrikpreis des Rumänischen Schriftstellerverbandes
  • 1982 Adam Müller-Guttenbrunn-Literaturpreis
  • 1988, 1989 Stipendiat des Deutschen Literaturfonds
  • 1992 Nordhessischer Lyrikpreis 1992
  • 1998 Lyrikpreis Meran (Förderpreis)
  • 2007 Literaturpreis "Das beste deutsche Delfingedicht" der Gesellschaft zum Schutz der Delfine e. V. und der Literaturzeitschrift »Das Gedicht« (München)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. „Die Wahrheit“/“Neue Banater Zeitung“ In: Eckard Grunewald (Red.): Berichte und Forschungen – Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im Östlichen Europa. Band 11 München 2003. S. 154-156
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