Der Ig-Nobelpreis (englisch-/französischsprachiges Wortspiel: ignoble – unwürdig, schmachvoll, schändlich), gelegentlich als Anti-Nobelpreis bezeichnet, ist eine satirische Auszeichnung, die von der Harvard-Universität in Cambridge (USA) für unnütze, unwichtige oder skurrile wissenschaftliche Arbeiten verliehen wird. Die Verleihung fand erstmals 1991 statt.
Neben den wissenschaftlichen Auszeichnungen wird auch der Ig-Friedensnobelpreis verliehen.
Eine Bedingung für eine Nominierung ist, dass die Entdeckung nicht wiederholt werden kann oder nicht wiederholt werden soll. Weiterhin muss das Forschungsthema neuartig sein – niemand darf vorher eine ähnliche wissenschaftliche Arbeit abgeliefert haben. Nach der Wissenschaftszeitschrift Nature werden die Preise für Arbeiten verliehen, die einen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen.[1]
Die Jury des Ig-Nobelpreises bilden die Redaktion des Magazins Annals of Improbable Research und Mitglieder der Harvard-Universität. Verliehen werden die Preise jeweils im Oktober – gleichzeitig mit der Verkündung der Empfänger des herkömmlichen Nobelpreises – im Sanders-Theater der Harvard-Universität in einer den Oscar-Verleihungen ähnlichen Veranstaltung, die jedes Jahr regen Zulauf erhält. Der Preis ist längst keine Schande mehr und wird mittlerweile von den meisten Preisträgern gern in Empfang genommen – seit einigen Jahren aus der Hand echter Nobelpreisträger.
Wegen seiner Bestrebungen, die Wasserstoffbombentechnik weiterzuentwickeln, war der Physiker Edward Teller 1991 einer der ersten, die diesen Preis erhielten („für seinen lebenslangen Einsatz, die Bedeutung von ‚Frieden‘ nachhaltig zu verändern“). Der Physiker Robert Matthews erhielt ihn für seine Studien zu Murphys Gesetz, insbesondere für den Nachweis, dass Toastbrotscheiben immer auf die gebutterte Seite fallen.
Jacques Benveniste ist der bislang einzige Laureat, der den Preis zweimal erhielt, 1991 und 1998. Mit Andre Geim gibt es einen Wissenschaftler, der sowohl Ig-Nobel- (2000) als auch Nobelpreisträger (2010) ist.
Seit Jahren fungiert Roy Glauber als Besenmeister, der während der Zeremonie die Bühne von unzähligen Papierfliegern befreit, mit denen die Preisträger beworfen werden. 2005 hat Glauber dieses ehrenvolle Amt nicht ausgeübt, weil er mit dem (gewöhnlichen) Physik-Nobelpreis ausgezeichnet worden ist.
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