Ilan Pappe (in hebräischer Schrift: אילן פפה, gelegentlich Ilan Pappé oder Ilan Papeh, * 1954 in Haifa) ist ein israelischer Historiker, Autor und Professor an der Universität Exeter.
Er ist ein prominenter Befürworter der Einstaatenlösung.
Pappés Eltern stammen aus Deutschland und flohen in den 1930ern vor dem Nazi-Terror aus dem Deutschen Reich. Er diente in der israelischen Armee während des Yom Kippur Krieges 1973 auf den Golanhöhen. 1978 schloss er sein Studium an der Hebräischen Universität Jerusalem ab. Seine Doktorarbeit beendete er 1984 an der University of Oxford unter Albert Hourani und Roger Owen. Ab 1984 war er Professor für politische Wissenschaften an der Universität Haifa. Politisch engagierte sich Pappé in der kommunistisch geprägten Chadasch-Partei, für die er 1999 bei den Wahlen zur 15. Knesset kandidierte. 2005 wurde ihm von der Universität ein Rücktritt nahegelegt, da er sich aktiv für einen internationalen Warenboykott gegen Israel einsetzte.[1] Er wechselte daher an die Universität Exeter in England, wo er seit 2007 lehrt. Pappé wird zur Gruppe der Neuen israelischen Historiker gezählt.
In seinem Buch Die ethnische Säuberung Palästinas (en 2006, dt 2007) stellt Pappé, gestützt auf erst seit kurzem zugängliche Armeedokumente, die These auf, die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina habe die "planmäßige Vertreibung"[2] der einheimischen Bevölkerung mit eingeschlossen und dass die zionistischen Führer, allen voran David Ben Gurion, dieses Ziel nach dem Teilungsbeschluss der UNO 1947 mit politischen und militärischen Mitteln weiter verfolgten.
Der international renommierte Journalist John Pilger bezeichnete Ilan Pappé als den mutigsten, unbestechlichsten und am schärfsten urteilenden Historiker Israels.[3] Kritiker – darunter der israelische Historiker-Kollege Benny Morris – werfen Pappés Werk Einseitigkeit und methodische Mängel vor, weil er teilweise einen schwarz-weißen Erzählstil pflege und die Quellenangaben unvollständig seien, anders als in seinen früheren Werken.[4][5]
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