| Iller | ||
|
Verlauf und Einzugsbereich der Iller |
||
| Daten | ||
|---|---|---|
| Gewässerkennzahl | DE: 114 | |
| Lage | Deutschland, Bayern, Baden-Württemberg | |
| Flusssystem | Donau | |
| Abfluss über | Donau → Schwarzes Meer | |
| Beginn | Oberstdorf im Allgäu47° 25′ 38″ N, 10° 16′ 26″ O47.42729166666710.273988888889783 | |
| Quellhöhe | 783 m ü. NN | |
| Mündung | Bei Ulm in die Donau48.3813638888899.9730111111111470 Koordinaten: 48° 22′ 53″ N, 9° 58′ 23″ O48° 22′ 53″ N, 9° 58′ 23″ O48.3813638888899.9730111111111470 |
|
| Mündungshöhe | 470 m ü. NN | |
| Höhenunterschied | 313 m | |
| Länge | 147 km | |
| Einzugsgebiet | 2.152 km² | |
| Abfluss am Pegel Wiblingen (Einzugsgebiet: 2115 km², 2,1 km oberhalb der Mündung)[1] | NNQ (1971)MNQMQMHQHHQ (1999) | 10,9 m³/s 21,3 m³/s 70,1 m³/s 465 m³/s 922 m³/s |
| Rechte Nebenflüsse | Ostrach, Rottach, Durach, Leubas, Buxach, Memminger Ach | |
| Linke Nebenflüsse | Gunzesrieder Ach, Konstanzer Ach, Aitrach | |
| Großstädte | Ulm | |
| Mittelstädte | Sonthofen, Kempten, Memmingen, Illertissen, Vöhringen, Senden, Neu-Ulm | |
| Schiffbar | nur auf größeren Stauseen möglich | |
| 13 Kraftwerke und 4 Stauseen | ||
|
Luftbild Oberes Illertal |
||
Die Iller (lat. Hilaria, kelt. ilara = eilig; in einigen Atlanten und auf Straßenschildern der besseren Lesbarkeit wegen Jller geschrieben) ist ein rechter Nebenfluss der Donau. Der 147 Kilometer lange Fluss entsteht im Oberallgäu und mündet bei Ulm in die Donau. Im Verhältnis zu ihrem Einzugsgebiet von 2.152 km² weist der Gebirgsfluss eine große Abflussmenge auf. Mit einer Wasserführung von 70,9 m³/s übertrifft sie die Donau deutlich, die an der Einmündung ein Volumen von 53 m³/s hat und damit hydrologisch als Nebenfluss der Iller gelten könnte. Auf der Liste der Flüsse Bayerns liegt die Iller damit auf dem siebten Platz.
Der Illerursprung befindet sich bei Oberstdorf im oberen Allgäu. Dort entsteht die Iller durch den Zusammenfluss der Trettach, der Stillach sowie der Breitach, die aus dem österreichischen Kleinwalsertal kommt. Auf ihrem Weg nach Norden fließt sie zunächst quer durch das Allgäu und passiert dabei die Städte Sonthofen, Immenstadt und Kempten. Die zweite Hälfte ihres Laufs führt durch Oberschwaben, wo sie etwa die Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern bildet, ehe sie schließlich südwestlich der Ulmer Stadtmitte in die von Westen kommende Donau mündet.
Die Zuflüsse der Iller in ihrer Reihenfolge (Süd nach Nord) aufgeteilt in linke und rechte Zuflüsse:
|
linke
|
rechte
|
Die Weihung war bis zur Verlegung ihres untersten Abschnittes im Jahr 2003 ebenfalls ein linker Nebenfluss der Iller. Nun mündet sie direkt in die Donau.
Der Fluss wird stark zur Energiegewinnung genutzt. Drei der vier großen deutschen Energieversorgungsunternehmen betreiben insgesamt dreizehn Laufwasserkraftwerke an Staustufen und Seitenkanälen der Iller. Am Oberlauf betreibt die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (eine Tochter der Lechwerke AG (LEW), die wiederum zu etwa 90 Prozent der RWE Energy gehört) zwischen Altusried und Lautrach fünf Kraftwerke mit einer Maximalleistung von 31 Megawatt (MW).[2] Flussabwärts folgen die fünf Illerkraftwerke der EnBW Energie Baden-Württemberg AG zwischen Aitrach und Dettingen mit einer Leistung von 47 MW.[3] Schließlich befinden sich am Unterlauf drei Kraftwerke der mehrheitlich zur E.ON Wasserkraft GmbH gehörenden Unteren Iller AG[4] am Illerkanal zwischen Altenstadt und Illertissen.[5] Ein weiteres 0,8 MW Wasserkraftwerk soll bis 2011 errichtet werden.[6]
Vor dem Bau des Illerkanals 1917 hatte der Fluss den Charakter eines ungebändigten und unberechenbaren Gebirgsflusses. So kam es nach schweren Gewittern und zweitägigen starken Regenfällen am 13. und 14. Juni 1910 im oberen Bereich der Iller zu mehreren Überschwemmungen entlang des gesamten Flusses. Schon im Laufe des Tages des 14. Juni rissen die Fluten die Illerbrücke bei Egelsee in der Nähe von Memmingen mit sich. Auch Teile des Dammes zwischen Illertissen und Dietenheim barsten. Am Freitag den 16. Juni 1910 gegen 23 Uhr brachten die Wassermassen die mächtige Holzbrücke zwischen den beiden Ortschaften zum Einsturz. Darauf wurden Soldaten des Königlich Württembergisches Pionier-Bataillons Nr. 13 aus Ulm zu Hilfe gerufen.[7]
Beim Iller-Unglück im Jahr 1957 ertranken bei einer Übung 15 wehrpflichtige Soldaten der Bundeswehr in der Iller, als ein Unteroffizier der 2. Kompanie des Luftlandejägerbataillons 19 aus der Prinz-Franz-Kaserne in Kempten seinen Untergebenen befahl, ungesichert den Fluss zu durchqueren.
Entlang des Flusses führt der Iller-Radweg von Ulm in Richtung Oberstdorf. Wandern an seinem Ufer und Rafting sind sehr beliebt. Einmal im Jahr findet in Immenstadt der Iller-Marathon statt.
An der Fischener Eisenbahnbrücke der Strecke Immenstadt–Oberstdorf über die Obere Iller kam es am Mittelpfeiler bei Hochwasser wiederholt zu Verklausungen, die zu Überschwemmungen führten. Dieses Problem wird durch eine neue pfeilerlose Brücke gelöst, die im Herbst 2011 gebaut wird. [8] Die Iller ist der erste Nebenfluss der Donau, der für die Flößerei von Bedeutung war. Siehe Hauptartikel Flößerei auf der Iller. Ende des 19.Jahrhunderts wurde der breite Bereich der Iller (nördlich ab Memmingen) vertieft und somit schiffbar gemacht.
Nach der Flusslandschaft sind unter anderem das Illertal-Gymnasium in Vöhringen, die Illertal-Hauptschule mit Grundschule in Kirchberg an der Iller, eine Förderschule in Berkheim, die Montessori-Schule in Tannheim sowie die Freie Waldorfschule Am Illerblick in Ulm benannt.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Iller aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |