Die Indochinakonferenz vom 8. Mai - 21. Juli 1954 in Genf (auch Genfer Konferenz) war ein Treffen zur Verhandlung eines Waffenstillstandes im Indochinakrieg. Neben den Kriegsparteien Frankreich und den Việt Minh nahmen an ihr die ehemaligen französischen Kolonien Vietnam, Laos und Kambodscha sowie die Volksrepublik China, Großbritannien und die USA teil.
Frankreich hoffte auf ein Ende des Krieges am Verhandlungstisch, denn nach seiner Niederlage in Dien Bien Phu am 7. Mai 1954 war der Indochinakrieg faktisch verloren und Nordvietnam in der Hand der Việt Minh. Es drohte der Fall des Südens und die Ausbreitung des Kommunismus auf das gesamte Land.
Das Genfer Abkommen vom 21. Juli 1954 beendete den Indochinakrieg und teilte das Land an einer Demarkationslinie entlang des 17. Breitengrades, bis freie Wahlen im Juli 1956 eine gemeinsame Regierung ganz Vietnams legitimieren sollten. Bis dahin sollten sich die Viet Minh in den Norden und französische Truppen in den Süden zurückziehen. Beiden Seiten wurde es untersagt, ihr Militär zu vergrößern oder einem Militärpakt beizutreten. Frankreich sagte den drei teilnehmenden Kolonien die völlige Unabhängigkeit und den sofortigen Rückzug aus den Kampfgebieten zu. Überwacht werden sollte das Abkommen von Polen (als Vertreter des Ostblocks), Kanada (als Vertreter des Westens) und Indien (als neutrales Land).
Die Vereinigten Staaten von Amerika unterzeichneten dieses Abkommen nicht, sondern gaben nur eine offizielle Erklärung ab, „es zu respektieren“.
Das Abkommen besiegelte das Ende der französischen Kolonialherrschaft im ehemaligen Indochina. Es kam zur Teilung Vietnams mit der Gründung in die nördliche, kommunistische Demokratische Republik Vietnam und die südliche, kapitalistische Republik Vietnam. Ngô Đình Diệm, zuvor Premierminister unter Bảo Đại, übernahm ab 1955 die Macht in Südvietnam und verweigerte die Durchführung gesamtvietnamesischer Wahlen. Die Spannungen zwischen beiden Ländern mündeten schließlich im Vietnamkrieg (Zweiter Indochinakrieg).
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