Die Iranische Weltraumagentur (persisch سازمان فضایی ایران Sāzmān Fazāii Irān, englisch: Iranian Space Agency, ISA) ist die nationale Weltraumorganisation des Iran.
Der Präsident der Iranischen Weltraumagentur ist Beamter des Ministeriums für Kommunikation und Informationstechnologie. Die Agentur wurde zum Zwecke der Forschung auf dem Gebiet Weltraum und Raumfahrttechnologie gegründet. Dies schließt Erdbeobachtung und Kommunikationssatelliten ein. Die Agentur erfüllt die Anforderungen des Iranischen Weltraumrates (englisch: Iran Space Council, ISC), der zur friedlichen Erforschung des Weltalls und der Entwicklung der Raumfahrttechnologie sowie für die wissenschaftliche Erforschung der oberen Erdatmosphäre gegründet wurde. Der Vorsitzende des Iranischen Weltraumrates ist der iranische Präsident, aktuell Mahmud Ahmadinedschad.
Sinah-1, der erste iranische Satellit wurde von Russland gebaut und am 28.Oktober 2005 mit einer Kosmos-3-Rakete gestartet, machte Iran zum 43. Land, das einen eigenen Satelliten betreibt. Inzwischen hat Iran den im eigenen Land gebauten Satelliten Omid mit einer eigenen Safir-2-Trägerrakete gestartet.
Iran entwickelt Raketen der Shahab-Familie ähnlich Nordkoreas Taepodong-2.
Am 4. Februar 2008 startete Iran erfolgreich die suborbitale Rakete Kavoshgar-1 (Entdecker-1) von seinem neuen Weltraumbahnhof. Der Start gilt als ein wesentlicher Schritt um einen ersten Satelliten in eine niedrige Umlaufbahn zu befördern.[1][2]
Am 2. Februar 2009 wurde der erfolgreiche Start einer Safir-2-Rakete gemeldet, die den ersten selbstgebauten Satelliten Omid ins All brachte.[3]
Am 3. Februar 2010 gab der Iran den Start der Rakete Kawoschgar-3 bekannt. An Bord war eine Experimentalkapsel mit einer Maus, einer Schildkröte und mehreren Würmern.[4]
Am 15. März 2011 wurde eine Raumkapsel mit einer Rakete vom Typ Kawoschgar-4 vom Startgelände in Semnan gestartet. Auf dem ballistischen Flug erreichte die Rakete eine Höhe von 120 km.[5]
Am 15. Juni 2011 brachte eine Safir den 15 kg schweren Erdbeobachtungssatellit Rasad 1 in eine Umlaufbahn von 260 km Höhe.[6]
Am 12. Oktober 2011 gab der stellvertretende Wissenschaftsminister Mohammad Mehdinejad-Nouri bekannt, dass ein Flug der Rakete Kawoschgar-5 mit einem Affen an Bord misslungen sei. Die Kapsel hatte bei einem suborbitalen Flug von 20 Minuten Dauer eine Höhe von 120 km erreichen sollen. Der Zeitpunkt des Starts wurde nicht genau angegeben, nur der Monat Schahriwar, der vom 23. August bis zum 22. September dauert.[7]
Der dritte Start eines Satelliten erfolgte am 3. Februar 2012. Eine Safir-Rakete brachte den 50 kg schweren Satelliten Navid-e Elm-o Sanat in die Erdumlaufbahn.[8]
Der Hauptstartplatz der Iranischen Weltraumagentur ist Emamshahr, von wo die suborbitale Raketen Shahab 3 gestartet wurden. Qom ist der zweite Startplatz. Ein weiterer Startplatz ist in der Provinz Semnan in Bau.[9]
Der Direktor der Iranische Weltraumagentur erklärte im Jahr 2005, dass die Regierung zu Erreichung ihrer Ziele auf dem Weltraumsektor in den nächsten fünf Jahren eine Summe von 500 Millionen Dollar investieren würde.[3]
Im Mai 2010 gab der iranische Telekommunikationsminister Reza Taqipour bekannt, dass der Iran derzeit an fünf bis sechs Satelliten arbeite, wovon der erste in der ersten Jahreshälfte 2011 starten könnte, gemeint war damit Rasad 1 mit seinem Start am 15. Juni 2011. Der Bau weiterer Startplätze sei in Planung.[10] Bei einer Konferenz über Weltraumtechnik gaben Offizielle der Universität Teheran am 8. Oktober 2011 bekannt, dass in den nächsten drei bis vier Monaten der Satellit Navid gestartet würde, der vollständig im Iran entwickelt wurde. Ein weiterer Satellit im Bau sei Zafar, der im Gegensatz zu Navid Farbbilder in höherer Auflösung liefere. Zafar könnte in etwa sechs Monaten gestartet werden.[11]
Eine bemannte Weltraummission war für 2024 geplant, und soll nach einem Kabinettsbeschluss bereits 2019 erfolgen.[12]
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