Hinter dem Namen Islamische Dschihad-Union (Islamic Jihad Union (IJU), auch Islamic Jihad Group (IJG)) wird eine militante Untergrundorganisation aus Usbekistan vermutet, deren Umfang allerdings umstritten ist.
In Deutschland wird die IJU von den Sicherheitsbehörden unterschiedlich eingeschätzt. Benno Köpfer vom Verfassungsschutz Baden-Württemberg bezweifelt die Existenz der IJU.[1] Andererseits soll die IJU eine Splittergruppe der Islamic Movement of Uzbekistan (IMU) sein, verbunden mit dem Terrornetzwerk Al Kaida.[2]
Das US-Außenministerium setzte im Jahre 2007 die IJU auf seine Liste ausländischer Terrorgruppen.[3]
Nach Einschätzung des ehemaligen britischen Botschafters in Usbekistan Craig Murray existiert die Gruppe entweder gar nicht oder es handele sich um eine vom usbekischen Geheimdienst gesteuerte Gruppe "nützlicher Idioten",[4] wobei Murray als Quelle nicht unumstritten ist. Nachdem die britische Regierung ihn wegen nicht regierungskonformen Handelns von seinem Botschafterposten abgezogen hatte, verfasste Murray ein Buch mit dem Titel Murder in Samarkand: A British Ambassador’s Controversial Defiance of Tyranny in the War on Terror.
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hat sich die IJU in einem nicht weiter bezeichneten Internetauftritt zu geplanten Anschlägen in Deutschland bekannt, die so eine Schließung des Luftwaffenstützpunkts Termez in Usbekistan erreichen wollte.[5] Allerdings gibt es zu wenig IJU-Material, um die Echtheit des Bekennerschreibens eindeutig zu bestätigen.
Drei mutmaßliche Terroristen, die am 4. September 2007 in Oberschledorn festgenommen wurden („Sauerland-Gruppe“), sollten diese Anschläge mit ausführen. Sie waren angeblich 2006 in einem Terrorcamp in Pakistan und Besucher des Islamischen Informationszentrums (IIZ) in Ulm.[6] Zwei der drei mutmaßlichen Terroristen sind deutsche Konvertiten zum Islam, womit es sich in diesem Fall nicht um „importierten“, sondern „hausgemachten“ Terrorismus handelt.[7][8]
Der usbekische Überläufer Ikrom Yakubov erklärt im ARD-Magazin Monitor vom 25. September 2008, die Islamische Jihad Union sei vom usbekischen Geheimdienst gegründet worden. Die Regierung Karimov habe Terroranschläge im eigenen Land selbst organisiert, um sich dem Westen gegenüber als wichtiger Partner in der Anti-Terror-Koalition zu empfehlen.[9]
Außerdem berichtete der Spiegel am 6. September 2008 zu einem möglichen Geheimdiensthintergrund der Gruppierung:
Nach Informationen des Stern vom 4. Februar 2009 ermittelt das BKA gegen einen Kontaktmann des türkischen Geheimdienstes MIT und der amerikanischen CIA, der maßgeblich an der Beschaffung der Zünder beteiligt gewesen sein soll.[11]
In einer Medienkritik zitiert Walter van Rossum Ex-Botschafter Craig Murray so:
Auch die usbekische Journalistin Galima Bukharbaeva bestätigt die Gründung der Islamische Dschihad-Union durch den usbekischen Geheimdienst:
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