Montag, 28. Mai 2012

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Jürgen Schumann

Jürgen Schumann (* 29. April 1940 in Colditz; † 16. Oktober 1977 in Aden, Jemen) war ein deutscher Pilot.

Leben

Schumann begann seine fliegerische Laufbahn auf dem Fliegerhorst Büchel der Luftwaffe, wo er beim JaboG 33 den F-104 Starfighter flog. Nach seinem Ausscheiden bei der Luftwaffe wurde er Pilot bei der Deutschen Lufthansa und war als solcher Kapitän der am 13. Oktober 1977 entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“.

Am 16. Oktober 1977 gelang es ihm, bei einer Zwischenlandung in Dubai, den dortigen Behörden Informationen über die Anzahl der Entführer der „Landshut“ mitzuteilen. Aufgrund eines fahrlässigen Interviews des Verteidigungsministers von Dubai (Muhammad ibn Raschid Al Maktum, seit 4. Januar 2006 Premierminister und Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Dubai) erfuhren auch die Entführer davon, woraufhin der Anführer der Geiselnehmer, Zohair Youssif Akache, den Flugkapitän im Gang niederknien ließ und drohte, ihn bei einem weiteren Vorfall zu erschießen.

Nach der Landung am 16. Oktober 1977 auf dem Flughafen Aden (damals Südjemen) auf einem Sandstreifen neben der Landebahn (da die dortige Regierung alle Landebahnen blockieren ließ und die Maschine wegen Treibstoffmangel keinen alternativen Flugplatz mehr erreichen konnte) verließ Schumann mit Erlaubnis der Entführer das Flugzeug, um das Fahrwerk zu kontrollieren. Er nutzte die Gelegenheit vor allem auch für Verhandlungen über eine mögliche Freilassung der Geiseln in einem Flughafengebäude. Anschließend kehrte er freiwillig wieder in die entführte Maschine zurück, wohlwissend, erschossen zu werden. An Bord wurde er von Akache im Mittelgang des Flugzeuges niedergebrüllt und mit einem gezielten Kopfschuss getötet. Akache gab Schumann keine Möglichkeit, die Gründe seiner Abwesenheit zu erklären.[1]

Schumann hinterließ seine Ehefrau und zwei Söhne.

Ehrungen

Ihm zu Ehren trägt das Gebäude der Lufthansa-Verkehrsfliegerschule in Bremen seinen Namen. Beigesetzt wurde er in seinem letzten Wohnort Babenhausen in Hessen. Dort wurde auch eine Straße nach ihm benannt sowie ein Gedenkstein errichtet. In Arnoldshain (Hochtaunuskreis) wurde eine Grundschule nach dem Piloten benannt.

Auch in der Stadt Landshut[2], deren Namen die Lufthansa-Maschine trug, und am Flughafen Berlin Brandenburg[3] sind Straßen nach Jürgen Schumann benannt.

Postum wurde Jürgen Schumann das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse[4] vom Bundespräsidenten Walter Scheel verliehen. Es wurde auf Schumanns Trauerfeier am 21. Oktober 1977 vom Copiloten der „Landshut“, Jürgen Vietor, vor dem Sarg auf einem Kissen getragen.

Weblinks

Belege

  1. Michael Hanfeld: Der wahre Held der „Landshut“, faz-net, 1. Dezember 2007 (abgerufen am 05. März 2012)
  2. Hans-Peter Bauer: Landshuter Straßennamen - Herkunft, Bedeutung und Geschichte. Landshut 2002
  3. Berliner Morgenpost: Lufthansa droht Berliner Flughäfen mit Schadenersatz
  4. Tagesschau vom 21. Oktober 1977
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