| Jōgan-Erdbeben 869 | ||
|---|---|---|
|
|
||
| Datum | 9. Juli 869 | |
| Magnitude | 8,1–8,4 MW | |
| Epizentrum | 38° 0′ 0″ N, 143° 45′ 0″ O38143.75 Koordinaten: 38° 0′ 0″ N, 143° 45′ 0″ O |
|
| Land | Japan | |
| Tsunami | ja | |
| Tote | ≈ 1000 | |
Das Jōgan-Erdbeben 869 (jap. 貞観地震, Jōgan jishin), auch Jōgan-Sanriku-Erdbeben (貞観三陸地震, Jōgan Sanriku jishin) genannt, war eines der stärksten Erdbeben mit Tsunamis in der Geschichte Japans und ereignete sich am 9. Juli[1] 869 (traditionelles Datum: Jōgan 11/5/26) vor der Sanriku-Küste.
Das Ereignis wird in der im Jahr 901 zusammengestellten Reichschronik Nihon Sandai Jitsuroku (Band 16) wie folgt beschrieben:
Die in dem Bericht beschriebene Burgstadt wird häufig mit derjenigen um die Burg Taga (heute in der Gemeinde Tagajō) identifiziert,[3] die damals Provinzhauptstadt (kokufu) war. Zudem wurden archäologische Hinweise auf ihre Zerstörung für das 8./9. Jahrhundert gefunden.[3]
Basierend auf den beschriebenen Schäden für diesen Ort, die auf eine seismische Intensität von mindestens der Stufe 5 schließen lassen, wird vermutet, dass das Erdbeben eine Magnitude von 8,3 hatte. Eine Simulation durch Minoura et al. von 2001 lokalisierte das Erdbeben zwischen 37° und 39° N, 143° und 144,5° O, wobei die Verwerfung etwa 200 km lang, 85 km breit war und in 1 km Tiefe stattfand. Der Tsunami besaß demnach dann eine Höhe von etwa 8 m.[3] Satake et al. bestimmten 2008 die Verwerfung mit einer Länge von 100–200 km und einer Breite von 100 km bei einer Momenten-Magnitude MW 8,1 bis 8,4.[4] Die Erdbeben-Datenbank des National Geophysical Data Center der US-amerikanischen NOAA gibt eine Oberflächenwellen-Magnitude von MS 8,6 an.[5]
Geologische Untersuchungen fanden marine Sedimentablagerungen, die auf diesen Tsunami zurückzuführen sind, in der Ebene zwischen dem heutigen Sendai und Sōma mehr als 4–4,5 km landeinwärts. Allerdings lag die Ebene damals etwa einen halben Meter niedriger als heute. Dies bestätigt die beschriebenen großflächigen Überflutungen und die hohe Zahl der Todesopfer (in Anbetracht der Tatsache, dass die Gegend damals weit weniger und nur sehr verstreut besiedelt war).[3][6] So wird für das 8. Jahrhundert für diese zweitbevölkerungsreichste Provinz eine Bevölkerung von 186.000 angenommen.[7]
Zudem wurden Hinweise auf zwei ähnlich verheerende, vorangegangene Tsunamis mit ähnlichen Auswirkungen gefunden: einen zwischen 910 und 670 v. Chr. und einen zwischen 140 v. Chr. und 150 n.Chr. Basierend darauf wird angenommen, dass derartige Tsunamis diese Küstengegend etwa alle 800 bis 1100 Jahre,[3] bzw. unter Hinzunahme des Keichō-Sanriku-Erdbebens 1611 alle 450–800 Jahre[8] treffen. Minoura et al. meinten 2001, dass ein ähnlich starker Tsunami, der etwa 2,5–3 km ins Land eindringe, zu erwarten sei.[3] Diese Vorhersage wurde häufig mit dem Tōhoku-Erdbeben und -Tsunami vom 11. März 2011 identifiziert und dieses wiederum dem Jōgan-Erdbeben 869 gleichgestellt.[6][8][9][4]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jōgan-Sanriku-Erdbeben_869 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |