| JPMorgan Chase & Co. | |
|---|---|
| Rechtsform | Corporation[1] |
| ISIN | US46625H1005 |
| Gründung | 1799 |
| Sitz | New York City, NY |
| Leitung | James Dimon (CEO) |
| Mitarbeiter | 260.157 (2011)[2] |
| Umsatz | 97,234 Mrd. USD (2011)[3] |
| Bilanzsumme | 2,265 Bio. USD (2011)[4] |
| Branche | Banken |
| Website | www.jpmorganchase.com |
Die JPMorgan Chase & Co. ist eine amerikanische Bank mit Sitz in New York City, New York. Sie war im Jahr 2007 gemessen an den Erträgen die größte[5] Bank der USA und ist laut der Forbes Global 2000-Liste 2010[6] die größte Bank weltweit.
Die Bank ist eine der 29 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als systemisch bedeutsames Finanzinstitut („systemically important financial institution“) eingestuft wurden.[7] Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital.[8]
Die New York Chemical Manufacturing Company wurde 1823 als Herstellerin verschiedener Chemikalien gegründet. 1824 änderte die Gesellschaft ihre Satzung, um die Geschäftstätigkeit als Bank zuzulassen, und schuf damit die Chemical Bank of New York. Nach 1851 wurde die Bank von ihrer Muttergesellschaft getrennt und wuchs sowohl organisch als auch durch eine Serie von Übernahmen. Zu den bekanntesten Übernahmen gehören die Corn Exchange Bank, Texas Commerce Bank und Manufacturer's Hanover Trust Company. Zu verschiedenen Zeitpunkten im Verlauf ihrer Geschichte war Chemical Bank die größte Bank der USA (entweder nach Vermögen oder Marktanteil in Bankeinlagen).
1996 kaufte die Chemical Bank die Chase Manhattan Corporation und nahm den Namen des übernommenen Unternehmens an. Im Jahr 2000 erwarb sie auch die J.P. Morgan & Co. und änderte ihre Firma in J.P. Morgan Chase & Co. Im Verlauf dieser Fusionen behielt JPMorgan Chase den Firmensitz und den Großteil des Managements der Chemical Bank.
Die Chase Manhattan Bank war das Ergebnis einer Übernahme der Chase National Bank (gegründet 1877) durch die Bank of the Manhattan Company (gegründet 1799) im Jahre 1955. Angeführt durch David Rockefeller in den 1970er und 1980er Jahren, war Chase Manhattan einer der größten und namhaftesten Bankkonzerne der USA mit einer führenden Stellung in den Bereichen „Syndicated Lending” und „Treasury” sowie bei den Wertpapierdienstleistungen, Kreditkarten, Hypotheken und Finanzdienstleistungen. Durch den Zusammenbruch des Immobilienmarkts Anfang der 1990er Jahre geschwächt, wurde sie 1996 von der Chemical Bank aufgekauft.
1895 benannte sich die Drexel, Morgan & Co. in J.P. Morgan & Co. um (siehe auch: John Pierpont Morgan). Diese finanzierte dann die Gründung der United States Steel Corporation, welche die Geschäftstätigkeit von Andrew Carnegie und anderen übernahm und die erste Aktiengesellschaft der Welt mit einem Marktwert von über einer Milliarde Dollar wurde. 1895 lieh J.P. Morgan & Co. der US-Regierung 62 Millionen US-Dollar in Gold, um die Herausgabe von Anleihen zu finanzieren und den Staatsüberschuss wieder auf 100 Millionen US-Dollar zu bringen.
In den 1930er Jahren wurde J.P. Morgan durch den Glass-Steagall Act gezwungen, das Investment-Banking vom übrigen Bankbetrieb organisatorisch zu trennen. Daraufhin gründeten - zusammen mit einigen Partnern von Drexel - Henry Sturgis Morgan, ein Sohn von J.P. Morgan, und Harold Stanley, die beide zuvor für J.P. Morgan & Co tätig waren, die nach ihnen benannte Investmentbank. 1940 änderte die bisherige Partnerschaft J.P. Morgan die Rechtsform und wurde Aktiengesellschaft[9]. 1959 fusionierte diese mit der Guaranty Trust Company of New York, um die Morgan Guaranty Trust Company zu bilden. Zehn Jahre später bildete Morgan Guaranty Trust Company eine Holding, die J.P. Morgan & Co., die als Muttergesellschaft für Morgan Guaranty Trust diente.
Später änderte J.P. Morgan ihre Geschäftstätigkeit und wurde Investmentbank, bevor sie in den späten 1990er Jahren von der Chase Manhattan Bank akquiriert wurde. Nebenbei bot JP Morgan auch Private Banking- und Private Equity-Dienstleistungen an.
Bear Stearns war durch den Zusammenbruch zweier Hedgefonds in die Krise geraten[10], der Zusammenbruch der beiden Fonds war eine Folge der weltweiten Finanzkrise. Im März 2008 übernahm J. P. Morgan die in Zahlungsschwierigkeiten geratene Investmentbank und rettete sie damit vor der Insolvenz[11]. J. P. Morgan garantiert für alle finanzielle Verpflichtungen von Bear Stearns und wird dabei von der Fed unterstützt, die wiederum eine Garantie über 30 Milliarden US-Dollar an J. P. Morgan gegeben hat. Das erste Übernahmeangebot lag bei 2 Dollar je Aktie und galt als Ramschpreis, nach Protesten von den Bear-Stearns-Aktionären wurde das Angebot auf 10 Dollar je Aktie erhöht.[12].
Im Zuge der weltweiten Finanzkrise wurde die damals größte US-Sparkasse Washington Mutual, am 25. September 2008 von JPMorgan übernommen. Der Untergang von Washington Mutual, kurz WaMu, war die größte Bankenpleite in der Geschichte der USA[13]. JPMorgan erhielt daraufhin von der FDIC für 1.9 Mrd. US-Dollar etwa 188 Mrd. an Einlagen, etwa 5.400 Filialen sowie 307 Mrd. Dollar an Aktiva. Laut FDIC kam es ab Mitte des Monats zu großen Mittelabflüssen in Höhe von 16,7 Mrd $ und angeblichen Liquiditätsproblemen. Diese werden von Washington Mutual angezweifelt und beklagen eine unrechtmäßige Beschlagnahme und anschließenden Verkauf.[14]
Wie im November 2009 bekannt wurde, möchte JPMorgan weitere 50 % an der Londoner Investmentbank Cazenove übernehmen. JPMorgan bietet den Eigentümern für die Aktien, die sie noch nicht besitzt, 5,35 Pfund je Anteilsschein. Die Transaktion hat damit ein Volumen von rund einer Milliarde Pfund.[15]
JPMorgan Chase veranstaltet an zahlreichen Firmenstandorten (u.a. in New York City, London, Frankfurt am Main und Sydney) jährlich die JPMorgan Chase Corporate Challenge (JPMCCC), eine Laufveranstaltung über die Distanz von 5,6 km (3,5 Meilen) speziell für Firmen und deren Mitarbeiter des jeweiligen Standorts. Eine Besonderheit dabei ist, dass es keine zentrale offizielle Zeitabnahme gibt, sondern die jeweiligen Läufer ihre Zeit selbst messen.
Im Juni 2010 hat die britische Finanzaufsicht, Financial Services Authority (FSA) JPMorgan eine Geldstrafe über 33,3 Millionen Pfund (39,3 Mio. Euro) verhängt, weil die Sparte JP Morgan Securities jahrelang Kundengelder nicht ausreichend auf einzelnen Konten von ihrem eigenen getrennt hatte.[16]
Außerdem wird ihnen Einflussnahme auf die friedlichen Proteste in New York vorgeworfen. Sie spendeten im Herbst 2011 4,6 Mio. US-Dollar an die New York City Police Foundation. Diese größte Spende in der Geschichte der Stiftung wird laut offiziellen Angaben dazu eingesetzt, die Sicherheit im „Big Apple“ zu erhöhen.[17]
Anfang Mai 2012 gab die Bank bekannt, dass sie sich nach riskanten Geschäften verspekuliert hätte und zwei Milliarden US-Dollar (ca. 1,54 Mrd. Euro) innerhalb von sechs Wochen abschreiben müsse. Das Portfolio hatte JPMorgan ursprünglich gegen Risiken bei Geldgeschäften absichern sollen.[18] Verursacher war das Londoner Chief Investment Office (CIO) des JPMorgan-Händlers Bruno Iksil, der mit ausdrücklicher Unterstützung von CEO James Dimon handelte. Mitte April 2012 aufkommende Kritik an diesen Praktiken hatte Dimon noch zurückgewiesen.[19] Die Ratingagentur Fitch stufte die Kreditwürdigkeit der Bank daraufhin um eine Stufe von AA-minus auf A-plus herab.[20] Gleichzeitig verlor das Institut am 12. Mai an der New Yorker Börse 15 Milliarden US-Dollar an Marktwert.[21]
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