Jemaah Islamiyah (JI; arabisch: الجماعه الإسلاميه, al-Ǧamāʿ al-Islāmiya deutsch: Islamische Gemeinschaft) ist eine radikale islamistische Terrororganisation, die ihre Ursprünge in Indonesien hat. Erstmals in der Öffentlichkeit bekannt wurde die Organisation, als sie sich zu den Anschlägen von Bali auf mehrere Nachtclubs in Bali im Oktober 2002 bekannte, bei denen 202 Menschen getötet wurden.
Die Jemaah Islamiyah wurde 1993 von Abdullah Sungkar und Abu Bakar Bashir gegründet, während sie sich in ihrem malaysischen Exil befanden. Abu Bakar Bashir und Abdullah Sungkar lernten sich zunächst durch ihr Engagement für fundamentalistische islamische Gruppierungen (Darul Islam und Masyumi) kennen und begannen 1963, zusammenzuarbeiten. Sie gründeten einen Radio-Sender, der konservativ islamistische Lehren verbreitete und sich gegen das damalige Regime unter Suharto aussprach. Dieser wurde von Seiten der Regierung geschlossen. Außerdem gründeten sie eine islamische Schule in einem Dorf namens Ngruki- die Jemaah Islamiyah firmiert deshalb teilweise auch als das Ngruki-Netzwerk. Seit Beginn ihrer Zusammenarbeit wurden Abdullah Sungkar und Abu Bakar Bashir des öfteren wegen Regimefeindlichkeit verhaftet, 1979 wurden sie zu einer Haftstrafe von jeweils neun Jahren verurteilt, weil sie versuchten, die Wahl zu boykottieren. 1982 kamen sie jedoch wegen Berufung wieder frei. 1985 widerrief der oberste Gerichtshof Indonesiens jedoch die Berufung, weswegen Abu Bakar Bashir und Abdullah Sungkar ins Exil nach Malaysia flohen. Dort riefen sie zum Widerstand gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans auf und rekrutierten ca. 200 Männer, die sie in den Jihad schickten. 1993 traten sie erstmals offiziell unter dem Namen Jemaah Islamiyah auf. Nachdem Suharto durch die Präsidentin Megawati abgelöst wurde, kehrten Abdullah Sungkar und Abu Bakar Bashir 1999 wieder zurück nach Indonesien, wo sie weitere islamische Schulen gründeten und zum Jihad in indonesischen, malayischen und philippinischen Regionen aufriefen. Im gleichen Jahr starb Abdullah Sungkar, Abu Bakar Bashir wurde zum ideologischen Führer der JI. Nachgesagt werden der Gruppierung auch Kontakte zur Abu Sayyaf, einer islamistischen militanten Untergrundorganisation im muslimischen Süden der Philippinen.
Eine Zusammenarbeit mit dem Terrornetzwerk al-Qaida ist teilweise bestätigt.
In einer von Abdullah Sungkar und Abu Bakar Bashir verfassten Schrift mit dem Titel „Die jüngste Krise Indonesiens: Ursachen und deren Lösungen" sind gesellschaftliche Missstände wie z.B. Armut, Arbeitslosigkeit, Missernten etc. auf den moralischen Verfall wie z.B. Alkoholkonsum, lockere Sexualmoral etc. zurückzuführen und als Strafe Gottes für die Missachtung seiner Religion zu betrachten. "Wahren Muslimen" bleiben demnach nur zwei Möglichkeiten: Das Leben in einem islamischen Staat oder der Einsatz des eigenen Lebens für das Erreichen eines islamischen Staates.
Ab 2000 ereigneten sich einige Terroranschläge mit zahlreichen Toten und Verletzten, zu denen sich die Jemaah Islamiyah bekannte. Hier die bekanntesten:
Nina Florack: Transnationale kriminelle und terroristische Netzwerke.Ein Vergleich der Netzwerkstrukturen der Albanischen Mafia mit der Jemaah Islamiyah, Berlin, Verlag dr. Köster 2010, ISBN 978-3-89574-740-3 Ken Conboy: The Second Front: Inside Asia's Most Dangerous Terrorist Network, Equinox Publishing, Indonesien, Oct. 2005.
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