Jeremy Shu-How Lin (* 23. August 1988 in Palo Alto, Kalifornien; chinesisch: 林書豪; pinyin: Lín Shūháo) ist ein US-amerikanischer Basketballspieler taiwanischer Herkunft der New York Knicks in der NBA. Der 1,91 Meter große Lin spielt die Position des Point Guard.
Lin war an seiner Heimatschule in Palo Alto Kapitän des Basketballteams und bewarb sich vergeblich um ein Sportstipendium an einer der großen kalifornischen Universitäten (UCLA, Stanford, Berkeley). Stattdessen ging er nach Harvard und etablierte sich als einer der besten Ivy League-Spieler seines Jahrganges. Trotzdem wurde er beim NBA-Draft 2010 von keinem Team verpflichtet, später aber von den Golden State Warriors als sog. undrafted free agent fürs Minimalsalär verpflichtet. In Oakland absolvierte Lin 29 Spiele als Ersatzspieler und erzielte 2.6 Punkte, 1.4 Assists und 1.1 Steals pro Spiel.
In der darauffolgenden Saison kam er nicht mehr in den Kader von Golden State. Lin spielte in der kurzen Preseason der Spielzeit 2011/12 für die Houston Rockets, die ihn jedoch noch vor Beginn der Regular Season aus dem Kader strichen. Kurz darauf unterschrieb er einen Vertrag bei den New York Knicks. Die wiederum schickten Lin im Januar 2012 in die Ausbildungsliga NBA Development League zu den Erie Bayhawks, wo Lin bei seinem einzigen Spiel am 20. Januar 2012 gegen Maine ein Triple-Double (zweistellige Werte in drei Statistiken) mit 28 Punkten erreichte, woraufhin er direkt wieder zum Profi-Team der Knicks geholt wurde.
Am 4. Februar 2012 sorgte Lin für Furore, nachdem er beim 99:92 Sieg der New York Knicks über die New Jersey Nets 25 Punkte, 5 Rebounds und 7 Assists beigesteuert hatte. Coach Mike D'Antoni nahm ihn daraufhin zum ersten Mal in seiner NBA-Karriere in der Starting Five. Am 11. Februar erzielte er mit 38 Punkten beim Sieg gegen die Los Angeles Lakers seinen Karrierebestwert.[1] Drei Tage später folgten 27 Punkte und der spielentscheidende Wurf gegen die Toronto Raptors. Lin erzielte in seinen ersten fünf Auftritten in der Startaufstellung insgesamt 136 Punkte und stellte damit einen neuen NBA-Rekord auf.[2] Seine Auftritte lösten schnell große öffentliche Aufmerksamkeit aus, für die der Begriff Linsanity (ein Kofferwort aus seinem Nachnamen und dem englischen Wort insanity, zu deutsch: Wahnsinn, Irrsinn) geprägt wurde.[3] Auch andere Kofferworte wurden für Lin erfunden wie Lincredible, Lintendo oder Jeremy Win.[4] Am 1. April wurde bekanntgegeben, dass Lin am Knie operiert werden muss und die restliche Saison verpassen wird.
Wegen seiner Leistungen wurde Lin ins Team von Shaquille O'Neal bei der BBVA Rising Stars Challenge des NBA All-Star-Wochenendes 2012 gewählt.
Der aus Taiwan stammende Lin erhielt sowohl Einladungen des taiwanesischen bzw. des chinesischen Basketballnationalteams, lehnte beides bisher ab.
Lin ist Sohn von Shirley und Gie-Ming Lin und hat zwei Brüder, Joseph und Josh. Er verfügt über einen Abschluss in Betriebswirtschaft von der Harvard University. Lin ist aktiver Christ.[5]
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