Julia Klöckner (* 16. Dezember 1972 in Bad Kreuznach) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Seit März 2011 ist sie die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz. Von 2002 bis 2011 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Klöckner hat Religion und Sozialkunde auf Lehramt studiert und ein journalistisches Volontariat absolviert. Bekannt wurde sie als Deutsche Weinkönigin 1995. Vor ihrer politischen Karriere war sie als freie Journalistin tätig und Chefredakteurin des Sommelier-Magazins. Von 2009 bis Februar 2011 war Klöckner parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Seit dem 25. September 2010 ist sie Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU.[1] Dem Präsidium der CDU Deutschlands gehört sie seit dem 15. November 2010 an.
Als jüngstes Kind einer Winzerfamilie[2] wuchs sie in Guldental auf. Nach dem Abitur 1992 am Gymnasium an der Stadtmauer in Bad Kreuznach absolvierte Julia Klöckner ein Studium der Politikwissenschaft, katholischen Theologie und Pädagogik, welches sie 1998 mit dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien für die Fächer Sozialkunde und Religion sowie als Magistra Artium (M.A.) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz abschloss. Ihre Studienschwerpunkte waren Internationale Politik, Agrarpolitik sowie Sozialethik, Wirtschafts- und Bioethik. Das Thema ihrer Magisterarbeit lautete „Struktur und Entwicklung der europäischen Weinbaupolitik“. Nach ihrer Zwischenprüfung arbeitete sie mit Sondererlaubnis von 1994 bis 1998 als Religionslehrerin an einer Grundschule in Wiesbaden und begann danach ein journalistisches Volontariat. 1994 wurde sie zur Naheweinkönigin und 1995 zur Deutschen Weinkönigin gewählt.[3][4] Klöckner war von 1998 bis 2002 als freie Mitarbeiterin der Abteilung Landeskultur beim SWR-Fernsehen in Mainz und von 2000 bis 2002 als Redakteurin bei der Zeitschrift weinwelt tätig. Von 2001 bis 2009 war sie Chefredakteurin des Sommelier-Magazins aus dem Meininger Verlag.
Klöckner trat 1996 in die Junge Union (JU), die Frauen-Union (FU), die CDU, die Europa-Union und bei den Jungen Europäischen Föderalisten ein. 2001 begann ihre Mitgliedschaft im JU-Kreisvorstand Bad Kreuznach, dem sie bis 2007 angehörte. Im selben Jahr wurde sie auch Mitglied im CDU-Kreisvorstand Bad Kreuznach.[5] 2002 begann Klöckners Mitgliedschaft im Landesfachausschuss Sicherheitspolitik und Bundeswehr[6] sowie im JU-Landesvorstand Rheinland-Pfalz, welchem sie bis 2007 angehörte.
2003 wurde sie in den Bundesvorstand der Frauen-Union aufgenommen. Im Bundestag begann ihre Mitgliedschaft in der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, bei der sie stellvertretende Vorsitzende wurde.[7] In der rheinland-pfälzischen CDU stieg sie in den Landesvorstand auf. Am 24. Januar 2006 wurde sie zum Mitglied im Fraktionsvorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt[8] und zur Beauftragten für Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ernannt.[9] Am 8. Juli 2006 wurde sie mit 91,5 % der Stimmen der Delegierten des 59. Landesparteitages der CDU zur stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden gewählt.[10] Außerdem wurde sie stellvertretendes Mitglied im Vorstand der Europäischen Volkspartei (EVP). Am 14. Mai 2007 wurde sie stellvertretende Vorsitzende der CDU-Kommission „Bewahrung der Schöpfung: Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz“ und leitet dort die Unterkommission Verbraucherschutz. Am 23. Oktober 2007 wurde sie einstimmig zur stellvertretenden Vorsitzenden und somit zugleich zur Obfrau der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Sie gehörte dieser Gruppe bis 2009 an.[11] Am 25. September 2010 wurde sie auf dem rheinland-pfälzischen CDU-Landesparteitag in Mainz durch eine Zustimmung von 96,9 % zur neuen rheinland-pfälzischen CDU-Landesvorsitzenden gewählt.[12][13] Am 15. November 2010 auf dem 23. Parteitag der CDU Deutschlands in Karlsruhe gelang ihr mit der höchsten Zustimmung aller 40 Kandidaten des CDU Bundesvorstandes mit 94,43 % der Stimmen die Wahl zum Mitglied im CDU-Präsidium.[14]
Im Oktober 2002 wurde sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Der Einzug in den Bundestag gelang ihr über die Landesliste Rheinland-Pfalz der Bundestagswahl 2002. Am 14. November 2002 wurde sie zur Schriftführerin im Plenum des Deutschen Bundestags gewählt.[15][16] Zusätzlich wurde sie Mitglied im Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung.[17] Im Anschluss wurde sie Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft[18] und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.[19] 2003 wurde sie Mitglied der Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ und gehörte deren Themengruppen „Ethik in der biowissenschaftlichen und medizinischen Forschung“ sowie „Transplantationsmedizin“ an.[20]
Bei der Bundestagswahl 2005 erhielt sie 43,0 % der Erststimmen und gewann den Wahlkreis Kreuznach nach rund 50 Jahren erstmals wieder für die CDU. Am 15. Dezember 2005 wurde sie zur Schriftführerin im Bundestag wiedergewählt.[21] 2005 wurde sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.[22] Am 2. Juni 2006 wurde sie Mitglied im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung.[23][24] Im Juli 2008 wurde sie für zwei Jahre Vorsitzende des zur Wahrung der Schutzinteressen von Verbrauchern neu gegründeten Verbraucherbeirats der Schufa.[25]
Bei der Bundestagswahl 2009 wurde sie als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Kreuznach/Birkenfeld mit 47,0 % der Erststimmen erneut bestätigt.[26] Diesmal mit 18 Prozentpunkten Vorsprung vor dem SPD-Mitbewerber, dem sie zu Beginn ihrer Karriere im Jahr 2002 mit 7 Prozentpunkten unterlag.
Nach Konstituierung des rheinland-pfälzischen Landtages am 18. Mai 2011 schied sie durch Verzicht am 27. Mai 2011 als Mitglied des Deutschen Bundestages aus.
Klöckner ist Vorstandsmitglied der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Sie gründete das Parlamentarische Weinforum[27] und gehörte dem Interfraktionellen Gesprächskreis „Hospiz“ an.
Julia Klöckner war neben zwei weiteren Abgeordneten die einzige der Zählkommission, die in Anlehnung an das Ergebnis der Bundesversammlung 2009 vorzeitig über Twitter berichtete.[28][29] Circa 15 Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses, als Blaskapelle und Blumensträuße in Erscheinung traten, twitterte sie mit Bezug auf den letzten Spieltag der Fußball-Bundesligasaison: „#Bundesversammlung Leute, Ihr könnt in Ruhe Fußball gucke. Wahlgang hat geklappt!“. Nach Kritik an der vorzeitigen Bekanntgabe ihrer Einschätzung verzichtete sie auf das Amt als Schriftführerin im Bundestag.[30]
Am 13. Juni 2004 wurde sie bei der Kreistagswahl des Landkreises Bad Kreuznach mit der höchsten Personenstimmenzahl von 42.888 Stimmen bei 50 CDU-Bewerbern zum Mitglied im Kreistag gewählt.[31] Bei der nachfolgenden Kreistagswahl am 7. Juni 2009 wurde sie erneut mit der höchsten Personenstimmenzahl von diesmalig 46.759 Stimmen zum Mitglied im Kreistag wiedergewählt.[32][33]
Am 17. November 2009 wurde Julia Klöckner vom damaligen rheinland-pfälzischen CDU-Landesvorsitzenden Christian Baldauf als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2011 vorgeschlagen.[34] Am 17. April 2010 wurde sie auf dem CDU-Landesparteitag in Bingen am Rhein mit 400 der 402 abgegebenen Stimmen (99,5 %) zur CDU-Spitzenkandidatin gewählt.[35] Am 4. Dezember 2010 wurde sie auf dem Parteitag des CDU-Landesverbandes Rheinland-Pfalz in Ramstein-Miesenbach mit 99,6 % der Stimmen bei der Wahl zur Aufstellung der Landesliste der Landtagswahl am 27. März 2011 auf Platz eins gewählt.[36]
Julia Klöckner errang bei den Landtagswahlen 2011 das Direktmandat im Wahlkreis 17 Bad Kreuznach mit 44,4 % der Stimmen.[37] Die CDU gewann nach ihrem niedrigsten Stimmenanteil auf Landesebene von 32,8 % im Jahre 2006 gegen den Bundestrend 2,5 Prozentpunkte hinzu und blieb 0,5 Prozentpunkte hinter der SPD, die einen historischen Verlust von 9,9 Prozentpunkten zu verzeichnen hatte.
Nach der Landtagswahl wurde Klöckner am 30. März 2011 einstimmig zur CDU-Fraktionsvorsitzenden im rheinland-pfälzischen Landtag gewählt.
Am 29. Oktober 2009 wurde Klöckner zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ernannt.[38] Am 15. Februar 2011 legte sie dieses Amt aufgrund des Wechsels nach Rheinland-Pfalz nieder. Ihr Nachfolger im Amt ist Peter Bleser (CDU).
Julia Klöckner ist Kuratoriumsmitglied der Fachhochschule Trier,[39] der Ossig Stiftung für den Förderverein Kinderklinik Bad Kreuznach e. V.,[40] der Stiftung JugendRaum,[41] der Stiftung Weltkirche[42] und der Caritas-Stiftung „Mittelpunkt Mensch“ deren Kuratoriumsvorsitzende sie zugleich ist.[43] Zudem ist sie Schirmherrin des rheinland-pfälzischen Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e. V.,[44] der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Bad Kreuznach, des Fördervereins der Christlichen Hospizbewegung Bad Kreuznach, ambulanter Dienst e. V.,[45] des Mehrgenerationenhauses Idar-Oberstein[46] sowie der Stiftung AKTION NIERE [47] Darüber hinaus ist sie Ehrenmitglied der Aktion Deutsche Sprache e. V.,[48] Botschafterin des Förderverein „Lützelsoon“ zur Unterstützung krebskranker und notleidender Kinder und deren Familien e. V.,[49] Initiatorin und Mitglied der Jury des Roman Herzog-Verbraucherjournalistenpreis[50] und Mitglied der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.[51]
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