Montag, 28. Mai 2012

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Junk-Bond

Schrottanleihen bzw. Junk-Bonds sind Wertpapiere, die auch als High-Yield-Anleihen bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um Anleihen von Emittenten, die durch Ratingagenturen eine schlechte Bewertung erhalten haben (definitionsgemäß im Bereich Non-Investment Grade). Die Emittenten dieser Anleihen erfüllen nicht die bei Anleihen sonst üblichen Bonitätserfordernisse.

Als Abgeltung für dieses höhere Emittentenrisiko besitzen solche Anleihen überdurchschnittlich hohe Renditen. Bei diesen Geldanlagen ist das Risiko sehr hoch, sein eingesetztes Kapital teilweise oder gänzlich nicht zurückzuerhalten und auch keine Zinsen ausgezahlt zu bekommen. Es kann zu Zahlungsverzögerungen oder zum Zahlungsausfall kommen.

Entstanden sind Junk Bonds in den USA, wo sie in den 1980er Jahren bei der Finanzierung von Unternehmensübernahmen Bedeutung erlangt haben. Seit damals gilt Michael Milken als König der Junk-Bonds.

Die Gesellschaft, die ein anderes Unternehmen feindlich übernehmen wollte, gründete eine Dachgesellschaft, die kaum eigenes Vermögen besaß. Sodann wurden hochverzinsliche Anleihen herausgegeben, um mit dem Gegenwert der Emission der Junk-Bonds die Firmenübernahme zu finanzieren.

Verlief die Übernahme erfolgreich, wurden die Schuldverschreibungen mit dem Vermögen des übernommenen Unternehmens getilgt. Kam die versuchte Übernahme zu keinem Ergebnis, ging die Dachgesellschaft in Konkurs und die Spekulanten bekamen nur mehr einen Teil des ursprünglich eingesetzten Kapitals zurück.

Heute geben Unternehmen Schrottanleihen heraus, um akute Schieflagen des Unternehmens zu beenden oder um spekulative Übernahmen zu finanzieren.

Eine Schrottanleihe kann aber auch dadurch entstehen, dass sich das Rating des Emittenten während der Laufzeit der Anleihe verschlechtert. Umgekehrt ist es auch möglich, dass eine ursprünglich als Junk-Bond begebene Anleihe nach einer Heraufstufung des Kreditratings des Emittenten zu einer normalen Anleihe wird, was sich an der Börse üblicherweise durch einen starken Kursanstieg der Anleihe zeigt.

Staaten werden ebenfalls durch Ratingagenturen bewertet und Anleihen solcher Länder mit schlechter Bonität werden auf dem Bondmarkt ebenfalls als High-Yield-Anleihen bezeichnet.

Die Geldanlage in Junk-Bonds ist Teil eines spekulativ ausgerichteten Depots. Der direkte Kauf solcher Finanzprodukte kann zu den üblichen Börsenspesen auch von Privatanlegern jederzeit durchgeführt werden. Die Beobachtung der Wertentwicklung ist aufgrund hoher Volatilität für den Privatinvestor sehr umständlich.

Mit dem Erwerb von Anteilen an darauf spezialisierten Investmentfonds, die den Kauf von Junk-Bonds im Rahmen ihrer Anlagestrategie verfolgen, kann man das Risiko relativieren.

Tabelle

Für die Einordnung in die unterschiedlichen Ratingbewertungen der bedeutendsten Agenturen:

Moody’s S&P Fitch DBRS Englische Bezeichnung Deutsche Beschreibung
Long Term Short Term Long Term Short Term Long Term Short Term Long Term Short Term
Aaa P-1 AAA A-1+ AAA F1+ AAA R-1 (high) Prime (Triple A) Schuldner höchster Bonität, Ausfallrisiko auch längerfristig so gut wie vernachläßigbar
Aa1 AA+ AA+ AAhigh R-1 (middle) High grade Sichere Anlage, Ausfallrisiko so gut wie vernachläßigbar, längerfristig aber etwas schwerer einzuschätzen
Aa2 AA AA AA
Aa3 AA- AA- AAlow
A1 A+ A-1 A+ F1 Ahigh R-1 (low) Upper Medium grade Sichere Anlage, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse die Gesamtwirtschaft oder die Branche beeinträchtigen
A2 A A A
A3 P-2 A- A-2 A- F2 Alow R-2 (high)
Baa1 BBB+ BBB+ BBBhigh R-2 (middle) Lower Medium grade Durchschnittlich gute Anlage. Bei Verschlechterung der Gesamtwirtschaft ist aber mit Problemen zu rechnen
Baa2 P-3 BBB A-3 BBB F3 BBB R-2 (low)
Baa3 BBB- BBB- BBBlow R-3
Ba1 Not Prime BB+ B BB+ B BBhigh R-4 Non Investmentgrade speculative Spekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage ist mit Ausfällen zu rechnen
Ba2 BB BB BB
Ba3 BB- BB- BBlow
B1 B+ B+ Bhigh R-5 Highly Speculative Hochspekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage sind Ausfälle wahrscheinlich
B2 B B B
B3 B- B- Blow
Caa1 CCC+ C CCC C CCC D Substantial risks Nur bei günstiger Entwicklung sind keine Ausfälle zu erwarten
Caa2 CCC CC Extremely speculative
Caa3 CCC- C In default with little prospect for recovery Moody’s: in Zahlungsverzug Standard & Poor’s: hohe Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls oder Insolvenzverfahren beantragt, aber noch nicht in Zahlungsverzug
Ca CC
C
C D / DDD / D / In default Zahlungsausfall
/ DD
/ D

Siehe auch

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Diese Seite wurde zuletzt am 22. April 2012 um 11:39 Uhr geändert.

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