Der Juris Doctor (Abk. J. D., latein. Gelehrter des Rechts) ist ein akademischer Grad in der Rechtswissenschaft, der hauptsächlich in den Vereinigten Staaten und in Kanada (außerhalb der frankophonen Provinz Québec) verliehen wird. Es handelt sich dabei um ein Berufsdoktorat, das ohne zusätzliche Promotionsleistung als Abschluss des Studiums verliehen wird.[1][2]
Einige Universitäten in Australien [3], Hong Kong und Japan vergeben diesen in letzter Zeit ebenfalls. Einige wenige Universitäten verleihen den Titel in seiner englischen statt seiner lateinischen Bezeichnung als Doctor of Jurisprudence, abgekürzt D. Jur.[4]
Der amerikanische J. D. ist ein „erlernter“ Doktor (Berufsdoktorat, professional doctorate), im Gegensatz zu einem Doktorgrad, der auf Forschung basiert (s. Doktor der Rechtswissenschaften). Es gibt bisher weder allgemein gültige Regelungen für Zwischen- und Endprüfungen noch wird überall eine Doktorarbeit verlangt. Einige Universitäten haben allerdings besondere „integrierte“ oder „Ehrenprogramme“ eingeführt, die solche Bedingungen beinhalten.
Zur Einschreibung in ein J. D.-Programm verlangen die meisten Universitäten den Abschluss eines amerikanischen Bachelors mit einem 3.0 oder „B“-Mindestdurchschnitt sowie die Teilnahme am Law School Admissions Test (LSAT) mit einer Punktzahl in den oberen 70 %. Der Bachelor muss in keinem bestimmten Fachgebiet abgelegt werden. Viele Schulen bevorzugen sogar Kandidaten, die das Programm ohne Vorbildung in den Rechtswissenschaften beginnen. Die weiteren Standards liegen im Ermessensspielraum der Universität, allerdings müssen die beiden erstgenannten Bedingungen Pflicht sein, um von der American Bar Association (ABA), dem amerikanischen Verband der Rechtsanwälte, akkreditiert zu werden.[5] Es wird erwartet, dass der Student seine Studien nach sechs Semestern abschließt, bei Teilzeitstudenten (Abendschule) normalerweise nach acht Semestern.
In allen 55 Rechtsgebieten der Vereinigten Staaten wird angenommen, dass der erfolgreiche J.D.-Absolvent qualifiziert ist, Recht zu praktizieren, nachdem man das entsprechende Bar Exam bestanden hat.[6] Einige Bundesstaaten akzeptieren nur Titel, die von ABA-akkreditierten Universitäten verliehen werden, während andere auch mit einer Ausbildung im Ausland zufrieden sind, solange sie gemäß dem Common Law erfolgte. Einige wenige Bundesstaaten verlangen gar keinen formellen Abschluss, solange der Kandidat das Staatsexamen des Bundesstaates besteht.[7]
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